Diese Pflanzen stellen wir nach dem Monstera-Hype in unsere Zimmer

Nach Geigenfeige und Monstera treten nun endlich auch neue Zimmerpflanzen ihren Siegeszug an

Als kleinen Dschungel mit unzähligen Pflanzen präsentiert die Wiener Interior-Designerin Laura Karasinski ihren Vorraum und Mode-Influencerin Madeleine Alizadeh erzählt ihren Fans auf Instagram minutenlang, warum ihre Geigenfeige so prächtig gedeiht.

Die neue Leidenschaft für Zimmerpflanzen wurde bei Millennials (von 1980 bis 1990 Geborene) schon vor einiger Zeit entfacht. Ganz so, wie es Oma schon vor Jahrzehnten vorgemacht hat.

Jetzt ist der Mid-Century-Stil aus ästhetischer Sicht wieder zurück und damit auch die Pflanzen. Bester Beweis ist der Pflanzenshop Calienna in Wien Neubau, der 2020 inmitten der Pandemie eröffnete und sich großer Beliebtheit erfreut.

Glücksfeder und Farn

„In Städten ist die Natur oft weit weg. Da holt man sich zumindest gerne Pflanzen nach Hause. Und durch die digitale Welt sehnt man sich stärker nach Verbindungen zur Natur“, erklärt Shop-Besitzerin Miri Cervantes den Boom. Noch dazu sei es während der Lockdowns ein netter Zeitvertreib, seine Errungenschaften möglichst gut wachsen zu lassen.

„Viele Neukunden erinnern bestimmte Blumen auch an die Kindheit, wie der Gummibaum oder die Glücksfeder – zu der ich allen Einsteigern rate, weil sie unkaputtbar ist.“

Das Griss um die Monstera ist noch nicht vorbei.

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Was Trends angeht, so sei das Griss um die Monstera noch nicht vorbei. Nun sei aber zudem alles gefragt „was bunt, ausgefallen und möglichst viel Musterung hat“. Wie die Monstera deliciosa Variegata, die panaschiert ist – also mit weißer Färbung auf tiefgrünen Fensterblättern.

Diese Varianten sind seltener, weil sie schwerer zu züchten sind und daher teurer als ihre einfarbigen Verwandten. Stark im Kommen ist auch der Philodendron in rosa und weißen Musterungen (Pink bzw. White Princess).

2022 ist alles gefragt, was bunt ist.

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Cervantes selbst ist derzeit ganz angetan von Fächerpalmen. Eine große Pflanze, die laut US-Plantfluencerin Maryah Greene 2022 verstärkt gefragt sein werde. So wie der Paradiesvogel oder der Banyanbaum, die einen Raum in eine grüne Oase verwandeln können, weil sie riesig werden. Auch blühende „Achtzigerjahre“-Pflanzen wie Orchideen oder Flamingoblumen wird ein Boom prognostiziert. Und zu guter Letzt sind es Farne in allen Arten, die ein Comeback erleben, wenn es nach den Expertinnen geht. Aber: Auf das Gießen sollte man hier keinesfalls vergessen.

Wissenswertes

Geschichte: Vor 1900 war es in Österreich dem Adel vorbehalten, Pflanzen zu besitzen und zu züchten. Das breitere Bürgertum fing erst danach an, Zimmerpflanzen zu kultivieren. Die Liebe zu genügsamen Exoten, so wie  sie noch heute meist  in den vier Wänden stehen, entwickelte sich zur Zeit des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Tipps für Anfänger: Nicht zu viele und eher robuste Pflanzen wie  Gummibaum, Monstera oder Glücksfeder zulegen. Achtung beim Gießen: viele Neubesitzer ertränken ihre Blumen. Im Vorhinein richtigen Standort überlegen und auf das Düngen nicht vergessen.

150 Millionen Euro werden in Österreich laut Schätzungen jährlich für Zimmerpflanzen ausgegeben.

Christina Michlits

Über Christina Michlits

Hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nach Kennenlernen des Redaktionsalltags bei Profil und IQ Style, ging es unter anderem zu Volume und dem BKF. Seit 2010 bei KURIER für die Ressorts Lebensart und Freizeit tätig.

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