Zum Jahresvorsatz: Kur mit Glam am Wörthersee

Anja Kröll

von Anja Kröll

Es hat einen besonderen Reiz, eine klassische Sommerdestination im Winter zu entdecken. Und wer noch dazu 2022 mehr auf seinen Körper achten möchte, ist am Wörthersee richtig. In Maria Wörth wird altes Wissen der Mayr-Kur mit moderner Medizin verbunden.

Überblick

Auskunft

vivamayr.com

Wie lautet Ihrer? Weniger rauchen, mehr Sport, die Kilos purzeln lassen? Mit dem Klang der Pummerin sind auch sie verlässlich zurück: die Neujahrsvorsätze. Seit Jahren taucht dabei stets ein neues, wenngleich altes Wort auf: Fasten. Denn Verzicht wird längst nicht nur mehr mit der traditionellen Fastenzeit in Verbindung gebracht. Die Zeit der Umkehr und des Neuwerdens ist zum Ganz-Jahres-Klassiker geworden. Nicht mehr verstaubt und kirchlich behaftet, sondern hip und modern. Das eigene Wohlbefinden liegt im Trend.

Immer mehr Hotels spezialisieren sich dabei auf die gesundheitsbewusste und zahlungskräftige Klientel. Manch einer mag sich fragen, warum man für so wenig Essen so viel bezahlen soll?

Manch einer mag eine Antwort auf diese Frage erhalten, wenn er eine winterliche Reise an einen Ort tut, den er eigentlich als klassische Sommerdestination abgespeichert hat: den Wörthersee. Genauer gesagt: in das Vivamayr in Maria Wörth. Der kleinen Halbinsel mit der berühmten Wallfahrtskirche am Südufer von Kärntens größtem See.

©Franz Gerdl

Wer im unscheinbar weißen Gebäude von Vivamayr die klassische F.X. Mayr Milch-Semmel-Diät erwartet, wird überrascht sein: „Wir bedienen uns des alten Wissens von Mayr und kombinieren es mit modernster Medizin“, erklärt Serhan Güven, Direktor des Gesundheitstempels. Die Kuranstalt und ihr Schwesterbetrieb in Altaussee, die der Familie von Hannes Androsch gehören, sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Namen von Hollywood-Größen und Stars wie Topmodel Naomi Campbell oder die Schauspielerinnen Liz Hurley oder Rebel Wilson hört man hier des Öfteren. Sie alle schwören auf die Betreuung im Vivamayr.

Was zurück zu Milch und Semmeln führt. Die alleine wegen häufiger Laktoseintoleranzen und sonstiger Lebensmittelunverträglichkeiten der Kurenden nicht mehr zeitgemäß seien, wie ein Arzt erklärt. Im Fokus steht der Darm. Ganz wie bei der klassischen Mayr-Kur wird er als Zentrum des Menschen und seiner Gesundheit gesehen. Im Vivamayr soll er saniert, entlastet und nachhaltig eine neue Lebens- und Essenskultur antrainiert werden.

Das Fett schmilzt bei minus 110 Grad

Was aus der klassischen Mayr-Schule im Vivamayr bleibt: Monotonie bei der Ernährung zur Darmschonung, Darmreinigung, fixe Mahlzeiten mit genug Zeit dazwischen, das Abendessen als kleinste Mahlzeit, keine Rohkost nach 16 Uhr und kauen, kauen, kauen. 30-mal mindestens pro Bissen, um so den Darm zu entlasten. Und zum Kauen gibt es Hochgenüsse: Steak, Fisch, viel Gemüse, noch mehr Kartoffeln. Je nachdem, zu welcher Diät einen der behandelnde Arzt, den man übrigens täglich sieht, geraten hat.

Was es bei Kurarzt Mayr sicher nicht gab, sind die Annehmlichkeiten der modernen Medizin, auf die der Gesundheitstempel in Maria Wörth setzt. Stichwort: eigner Infusionsraum. Hier werden mit bestem Blick auf den Wörthersee Infusionen verabreicht, wenige Meter weiter wartet eine eigene Sauerstofftherapie, in deren Genuss normalerweise nur Spitzensportler kommen und am anderen Ende des Ganges eine Kältekammer, die das Wohlbefinden bei Sitzungen von zwei bis vier Minuten bei Temperaturen von minus 110 Grad Celsius verbessert.

Einmal täglich sieht man im Vivamayr seinen behandelnden Arzt. Bei Bauchbehandlungen wird  der Darm sanft massiert. Spätestens jetzt ist klar: Kur heißt das Motto, nicht Wellness

©Marion Payer

Und wem das alles noch nicht genug ist, dem bleibt die atemberaubende Natur vor der Haustüre. Ein direkter Seezugang – der im Winter zumindest Kühlfachtemperaturen, wenn schon nicht Kältekammerniveau – verspricht. Da für die Regeneration des Darms viel Bewegung empfohlen wird, bieten sich in der schönen Landschaft von Maria Wörth zahlreiche Winterspaziergänge an. Nur wenige Schritte sind es bis zur malerisch, gotischen Wallfahrtskirche Maria Wörth. Im Sommer schieben sich hier die Touristenmassen von der Schiffsanlegestelle auf den kleinen Hügel der Halbinsel, auf dem die Kirche thront. Im Winter bahnt man sich meist alleine seinen Weg über die überdachte Stiege bis hin zur Marienkirche und ihrem Friedhof auf dem höchsten Plateau der Halbinsel.

Wer höher hinaus will, kann eine Tour zum Pyramidenkogel, dem höchsten Holzaussichtsturm Europas, unternehmen. Im Blick hat man ihn bereits von Tag eins von beiden Badestegen des Gesundheitszentrums. Aber auch ein Winterspaziergang durch das nahe gelegene Velden bietet sich an. Mit den hauseigenen E-Bikes für Mutige sogar äußerst umweltfreundlich.

Und wenn die Kur wirklich gelingt und man sein Leben nachhaltig umgestellt hat, ist die Pummerin beim Einläuten von 2023 um einen Vorsatz ärmer.

©Grafik

Klimafreundliche Anreise Wer mit  der Bahn anreisen möchte, kann dies bis zum Hauptbahnhof Klagenfurt tun, der rund zwanzig Minuten von Maria Wörth entfernt liegt. oebb.at

Standorte Die Vivamayr-Kurzentren der Familie von Hannes Androsch  haben in Österreich zwei Standorte: am Wörthersee und in Altaussee. Zusätzlich gibt es Tageskliniken in Wien und London. Der Mindestaufenthalt beginnt ab einer Woche. Gewählt werden kann zwischen unterschiedlichen Programmen (Classic: 1 Woche ab 2.145 €, ohne Unterkunft)

Packages Im Vivamayr werden verschiedenste medizinische Programme von Classic bis hin zu Post-Covid geboten. Der Preis für eine Woche beginnt ab 2.145 €. Darin nicht inkludiert ist der Zimmerpreis (ab 187 € bis hin zu 545 € p. P. und Nacht bei Doppelbelegung)

Allgemeine Infos Die Vivamayr-Hotels sind Kuranstalten und bleiben somit auch während Lockdowns geöffnet. 

Genießen

©MICHAEL_KOENIGSHOFER

Kein Hungern Ein Grundsatz gilt trotz Fasten: gehungert wird nicht. Durch bewusstes und gründliches Kauen stellt sich nach zwanzig Minuten ein Sättigungsgefühl ein. Bei den Speisen wird auf Monotonie gesetzt. Zweimal pro Woche gibt es Fleisch oder Fisch. Sonst vor allem Gemüse. Der Darm soll so geschont und saniert werden. Und eine neue Esskultur erlernt werden

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