Österreichischer Buchpreis an Raphaela Edelbauer und ihren Computer

„DAVE“ setzte sich im Finale der „besten Romane“ durch

In Österreich wird der Buchpreis nicht einfach verliehen – es gibt einen Festakt mit Musik, in dem Ehrengäste zunächst Fragen beantworten müssen wie: Ist die Zeit eine Frau oder ein Mann? Freuen Sie sich über Langeweile oder fürchten Sie sich davor? (Solange es Bücher gibt ...)

Irgendwann hieß es Montagabend zum Auftakt der Buch Wien dann doch: Der Buchpreis 2021 geht an Raphaela Edelbauer und ihren Roman „DAVE“. Die 31-Jährige war schon 2019 mit „Das flüssige Land“ im Finale um den Deutschen Buchpreis.

Ein lohnendes, aber schwieriges Buch aus dem deutschen Verlag Klett-Cotta mit einem bisher unbekannten Reiz, weil die Wienerin Rechnerisches mit Philosophie und Neoliberalismus gemischt hat – und einen Computer (= DAVE) in den Mittelpunkt stellt, der mit Weltwissen gefüttert wird und zuletzt auch Persönlichkeit bekommen soll, Gedächtnis, Körper. 20.000 Euro für Raphaela Edelbauer. Die Finalisten Anna Baar, Olga Flor, Daniela Chana und Ferdinand Schmalz bekommen je 2.500 Euro.

Debütpreis (10.000 Euro) für Anna Albinus, Mainzerin in Wien, mit der Krimi-Fantasy-Novelle „Revolver Christi“.p.p.

Peter Pisa

Über Peter Pisa

Ab 1978 im KURIER, ab 1980 angestellt, seit November 2022 Urlaub bzw. danach Pension. Nach 25 Jahren KURIER-Gerichtsberichterstattung (Udo Proksch, Unterweger, Briefbomben) im Jahr 2006 ins Kultur-Ressort übersiedelt, um sich mit Schönerem zu beschäftigen. Zunächst nicht darauf gefasst gewesen, dass jedes Jahr an die 30.000 Romane erscheinen; und dass manche Autoren meinen, ihr Buch müsse unbedingt mehr als 1000 Seiten haben. Trotzdem der wunderbarste Beruf der Welt. Man wurde zwar immer kurzsichtiger, aber man gewann an Weitsicht. Waren die Augen geschwollen, dann Musik in wilder Mischung: Al Bowlly, Gustav Mahler, Schostakowitsch und immer Johnny Cash und Leonard Cohen.

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