"Jelqing“: Der Grund, warum Männer jetzt an ihrem Penis ziehen

Ein skurriler Trend flutet die Feeds: Männer, die sich an ihrem Penis ziehen. Warum sie es tun und warum sie damit ihre Libido gefährden.

Ein wohlgeformter Penis prägt das männliche Selbstwertgefühl wie kaum ein anderer Faktor. Dementsprechend groß kann die psychische Belastung sein, wenn das Glied nicht den Wünschen des Mannes entspricht. 

Hierzulande können die Männer allerdings recht zufrieden sein mit ihrem guten Stück. Denn, wenn es um die Penislänge geht, mischt Österreich mit durchschnittlichen 14,53 Zentimeter im guten Mittelfeld mit. 

Dennoch gibt es zahlreiche Männer, die aufgrund ihrer Gliedlänge Selbstzweifel hegen. Wenig verwunderlich also, dass ein neuer Trend derzeit viral geht, der genau das thematisiert.

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Schmerzhafter Trend

Die Rede ist von "Jelqing“, eine bizarre Massagetechnik, bei dem Männer wiederholt an ihrem Penis ziehen, um ihn größer zu machen. Vermutlich wurde diese Praxis schon vor 1.000 im arabischen Raum praktiziert, wo sie als Teil eines Initiationsrituals diente. Die Idee dahinter ist recht simpel: Durch aggressive Bewegungen entstehen Risse, dessen Gewebe nach dem Verheilen den Penis größer werden lässt. 

Beim Jelqing gibt es zwei Varianten: Dry Jelqing (trocken) oder Wet Jelqing (nass). Beim Ersteren wird kein Gleitmittel verwendet. Dagegen beim nassen Rubbeln schon – alternativ kann auch zum Babyöl oder zur Vaseline gegriffen werden. 

Anders als bei der normalen Masturbation, die als harmlos und gesund gilt, werden beim Jelqing Daumen und Zeigefinger fest auf die Basis des halberregten Gliedes gedrückt und dann nach vorne gezogen. Dabei erinnert die Bewegung an Melken. 

Diese Technik verspricht bei einer Anwendung über mehrere Wochen bis Monate, dass die Penisgröße bis zu zwei Zentimeter anwächst. 

Allerdings gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Methode wirklich funktioniert. Bisherige Forschungen stützten sich lediglich auf die Anwendung von Traktionsgeräten. Und auch die haben laut einem Bericht aus dem Jahr 2016 keine signifikanten Auswirkungen auf die Penislänge oder den Penisumfang

Risiken des bizarren Trends

Beim Jelqing besteht Gefahr von Verletzungen, wenn der Penis übermäßig gedehnt wird. Männer müssen zwar keinen Penisbruch befürchten, dennoch können Haltebänder, das Gewebe sowie kleine Blutgefäße im Glied beschädigt werden. Das führt nicht nur zu starken Schmerzen, sondern kann im ungünstigen Fall zur Narbenbildung führen, wodurch der Penis seine natürliche Form verliert. Auch eine dauerhafte Beeinträchtigung der Funktion kann im schlimmsten Fall Folge des Jelqings sein. 

Experten über das Jelqing

Rena Malik, Ärztin und YouTuberin warnt in ihrem Video vor dem neuen Trend. "Durch solche Übungen kann Ihr Penis dauerhaft geschädigt werden“, heißt es. "Sie können ein Taubheitsgefühl im Penis hervorrufen, indem Sie die Nerven des Penis beschädigen.“ Laut ihr schade dieser Ansatz mehr, als er helfe und führe zudem zu schmerzhaften Blutergüssen und Problemen mit lokalen Venen und Arterien. 

Welche Penislänge ist optimal?

Die meisten Männer haben zwar keine Penisvergrößerung nötig, nutzen aber die Operation, um ihr Selbstwertgefühl zu verbessern und sich mit ihrer Männlichkeit wohler zu fühlen, wie Experten auf infomedizin.at schreiben. 

Weltweit betrachtet, liegt Mittelwert eines erigierten Glied bei rund 13, 58 Zentimeter. Die europäische Kondomnorm geht von einer Durchschnittspenislänge von 15,9 Zentimeter in erigiertem Zustand aus. 

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