Tinder-Schwindler in Österreich: Häftlinge betrogen Opfer um 162.000 Euro

Zwei Gefangene der Justizanstalt Suben im Bezirk Schärding knöpften nichtsahnenden Frauen auf Tinder große Geldbeträge ab.

Die berühmt-berüchtigte Betrügermasche à la Simon Leviev scheint nun auch in Österreich angekommen zu sein: Nach monatelangen Ermittlungen konnten Kriminalbeamte nun herausfinden, dass zwei Häftlinge der Justizanstalt Suben im Bezirk Schärding mehreren Frauen Geld abzockten. Sie gingen dabei ähnlich vor wie der israelische Hochstapler Leviev. Die Männer täuschten auf der Dating-Plattform Beziehungen zu ihren Opfern vor und erzählten nach einiger Zeit, dass sie sich im Gefängnis in einer "Notsituation" befinden würden. 

Gefangene brauchten "Schutzgeld"

Die Häftlinge überzeugten die Frauen, dass sie "Schutzgeld" brauchten. Wofür? Heftige Auseinandersetzungen mit anderen Insassen. Oder sie meinten, wegen einer Rauferei bräuchten sie Geld für eine notwendige Operation. Sie dürften ihren Opfern auch versichert haben, sämtliche Überweisungen nach der Haftentlassung zu begleichen, da sie sehr vermögend seien.

Erpressung mit intimen Fotos

Damit nicht genug: Eines der Opfer soll nach einer gewissen Zeit den Kontakt zu einem der Häftlinge abgebrochen haben. Daraufhin erhielt die Frau Besuch von einem fremden Mann, der sie nötigte, wieder mit dem Gefangenen in Verbindung zu treten. Falls sie sich widersetzen sollte, würde ihre Familie intime Fotos und Videos erhalten. Die Angst einiger Frauen sei sogar so groß gewesen, dass sie ihren Wohnort und die Arbeitsstelle wechselten, teilte die Polizei mit. Die Beamten fanden zudem heraus, dass die zwei Häftlinge das Geld hauptsächlich in Wettlokalen verpulverten - und die Opfer so um 162.000 Euro brachten. 

Stephanie Angerer

Über Stephanie Angerer

Chronik-Redakteurin

Kommentare