Ja ja ja, wir impfen uns: Italiens Virologen wollen Impfmuffel umstimmen

O Omikron, O Omikron: Das sind die besten Corona-Weihnachtslieder

Die Pandemie beschert uns ein neuartiges Musik-Genre: Corona-Songs fluten das Netz - sogar Virologen singen jetzt.

"Die Lage muss wirklich sehr ernst sein", kommentierte eine Twitter-Nutzerin süffisant - schließlich komme es nicht alle Tage vor, dass Mediziner gemeinsam einen Song aufnehmen, der die Menschen zum Impfen animieren soll.

Andrea Crisanti, Matteo Bassetti und Fabrizio Pregliasco zählen zu Italiens bekanntesten Virologen und haben sich nun zusammengetan, um Impfgegner auf humorvolle Weise zu überzeugen. Zur Melodie von "Jingle Bells" singt das virologische Trio "Sisivàx", was übersetzt etwa "Ja zur Impfung" bedeutet. Das Video der drei, die jeweils vor ihren Webcams sitzen und trällern, ging viral - und sorgte auch für Kritik.

So bemängelte etwa der Journalist Stefano Menichini, dass der mit Schneeflocken hinterlegte Spaß-Clip keinen Impfskeptiker überzeugen würde. Zudem seien manche Textpassagen wissenschaftlich fragwürdig -  etwa die Aussage, man solle die Großeltern nicht küssen, um sich sicher zu fühlen ("Wenn du beruhigt bleiben willst, küsse die Großeltern nicht").

Die Experten sollten lieber wieder in die Krankenhäuser gehen, als eine Show abzuziehen, hieß es weiter in den Online-Kommentaren. Crisanti verteidigte die Aktion: Singen sei sein persönlicher Albtraum, man habe es in erster Linie für die Kinder gemacht.

Poppige Booster-Werbung

Es ist nicht das einzige weihnachtliche Corona-Lied, das derzeit im Netz erheitert und für die Impfung wirbt. US-Comedian Jimmy Fallon hat gemeinsam mit Popstar Ariana Grande und Rapperin Megan Thee Stallion einen Song namens "It was a masked Christmas" aufgenommen, der auf Youtube bereits 6 Millionen Mal angeklickt wurde. "Letztes Weihnachten blieben wir im Haus, bedeckten unsere Nase und unseren Mund", singen die zwei darin vor festlicher Kulisse. Heuer sei dies anders: "Dieses Weihnachten stellen wir uns für einen Booster an."

Die neu aufgetauchte Virus-Variante Omikron hat das Genre der weihnachtlichen Corona-Songs noch einmal beflügelt. Einige Dutzend finden sich dazu mittlerweile im Netz - darunter "Omicron is coming to town", eine musikalische Parodie des Klassikers "Santa Claus is coming to town". Der Titel ist eine Anspielung auf die rasante Ausbreitung der Mutante. Im Text heißt es (übersetzt): "Du passt besser auf, es ist okay zu weinen oder die Haare auszureißen. Ich sag dir, warum: Omikron kommt in die Stadt."

"O Tannenbaum" wird diesen Advent zu "O Omikron", entpuppt sich in den letzten Takten jedoch als impfkritisch.

Fast schon kabarettreif ist hingegen das Musikvideo von Chris Mann: In seinem Song "The 12 Days of Quarantine" besingt der Singer-Songwriter zu den Klängen von "12 Days of Christmas" die verschiedenen Phasen einer Corona-Quarantäne: Putzfimmel, Einsamkeit, Klopapier-Hamstern, Distance-Learning, Gewichtszunahme, Eheprobleme. Am zwölften Tag ist er nah am Nervenzusammenbruch - und spricht damit wohl vielen aus der Seele, die sich diesen ebenfalls Advent isolieren mussten.

Die musikalischen Parodien sind ein Weg, um die belastende Corona-Situation im zweiten Pandemie-Dezember mit Humor zu nehmen. Wer weiß - wenn es so weitergeht, fangen vielleicht ja auch Österreichs Virologen bald zu singen an.

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