Der immer lacht - 50 Jahre Smiley

Wer das gelbe Gesicht erfand, und wo es uns überall begegnet.

Vor genau fünfzig Jahren, Anfang des Jahres 1972, wurde dem Smiley seine erste offizielle Aufgabe zuteil – und die könnte im Lichte jüngster Ereignisse nicht zeitgemäßer sein. Der französische Unternehmensberater Franklin Loufrani hatte das lachende Strich-Gesicht der Zeitung France Soir angeboten, um die positive Nachricht zum Tag hervorzuheben und den Leser glücklicher zurückzulassen.

Mit Glück kannte er sich aus: Kurz zuvor hatte Loufrani den Smiley zum Patent angemeldet und damit den Coup seines Lebens gelandet. Seine „Smiley Company“ vergab seitdem unzählige Lizenzen an Marken von Levi’s bis Karl Lagerfeld. Fast niemand konnte sich der positiven Strahlkraft des simplen Symbols entziehen.

Mode bis Ecstasy

Dabei war es ein anderer, der das dauergrinsende Mondgesicht erfunden hat. In nur wenigen Minuten soll es der Werbefachmann Harvey Ball 1963 hingekritzelt haben, um die Mitarbeiter eines strauchelnden Unternehmens zu motivieren. „Ich habe einen Kreis mit einem Lächeln als Mund auf gelbem Papier gemalt, weil es sonnig und hell war“, erklärte Ball später. Patentieren ließ er diesen nicht, als Dank erhielt er 45 US-Dollar.

Lächerlich wenig, wenn man bedenkt, wo der Smiley in den vergangenen fünfzig Jahren überall aufgetaucht ist. In der Mode, auf Spielzeug, im Food-Bereich – und sogar auf Ecstasy-Pillen in der Rave- und Techno-Szene.

Vor allem aber hat er die digitale Kommunikation revolutioniert. Die Satzzeichen-Kombination :-) aus der Ära SMS sollen junge „Digital Natives“ oftmals gar nicht mehr entziffern können. In den Chatverläufen dieser Welt dominieren heute gelbe Emojis in allen denkbaren Gemütszuständen.

Lieblingsemoji

Die „Smiley Company“ wird heute von Franklin Loufranis Sohn Nicolas geführt. Der zeigte ähnlich viel Geschäftssinn wie sein Vater und entwickelte mehrere Online-Varianten des Lachgesichts. „Smileys machen die geschriebene Sprache reicher. Es könnte gut sein, dass wir irgendwann nur noch über Icons kommunizieren“, sagte er der Welt kürzlich.

Exakt 3.633 Emojis stehen dafür zur Verfügung. Und obwohl sich in diesem Sammelsurium vom schwangeren Mann bis zur Discokugel mittlerweile alles und jeder findet, wird der tränenlachende Smiley nach wie vor am häufigsten verwendet. 2015 wurde er sogar „Wort des Jahres“. Familie Loufrani wird das Lachen wohl so schnell nicht vergehen.

Julia Pfligl

Über Julia Pfligl

Seit 2014 beim KURIER, Ressort Lebensart

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