Anime: Vom Nischenprodukt zum gefeierten Mainstream

Stephanie Angerer

von Stephanie Angerer

Anime-Serien erleben weltweit einen Boom. Das war aber nicht immer so. Wie sie von der Nische zum Mainstream wurden.

Der Begriff "Anime" hat mittlerweile Einzug in unseren Sprachgebrauch gehalten, beinahe jeder kann sich unter den japanischen Zeichentrickfilmen etwas vorstellen. Das Kulturphänomen wird seit Jahren nicht nur in Japan gefeiert, sondern erobert immer mehr die internationale Fangemeinde. Auch die TikTok-Community war schnell begeistert: Der Hashtag #anime hat fast 570 Billionen Aufrufe!

Ein Blick zurück

Doch das war nicht immer so, lange Zeit galten Manga und Animes als absolute Nischenprodukte. Wie gelangten die Serien also in den Mainstream? Der allererste Zeichentrickfilm stammt aus dem Jahr 1906. Damals zeichnete ein Amerikaner unterschiedliche Gesichter mit witzigen Grimassen. Bereits ein Jahr später wurde auch der erste Anime gezeichnet. Gezeigt wurde ein Seemann, der sich zu den Zuschauern umdrehte und sie grüßte. In Japan erfreuten sich Kurzfilme zu dieser Zeit schon großer Beliebtheit, auch das Kino war gerade im Kommen. 

Seitaro Kitayama gilt als einer der ersten Produzenten und Zeichner, der die Kurzfilme auch außerhalb von Japan erfolgreich vermarktete. Wenig später gründete er das allererste Studio für Zeichentrickfilme in Japan. Anime, die mit Ton gezeigt wurden, entstanden erst im Laufe der 1930er-Jahre. 20 Jahre später zeigten Produzenten dann erstmals Anime in voller Spielfilmlänge. Diese schafften es dann sogar auf die internationale Leinwand. 

©Craig Barritt / Freier Fotograf/ Getty Images

Internationale Bühne

Speziell in den vergangenen 20 Jahren eroberten Anime den internationalen Fernsehmarkt. Die Filme werden mittlerweile sogar schon in anderen Ländern produziert und schafften auch den Einzug in Hollywood. Live-Action-Filme wie "Ghost in the Shell" oder die Serie "Avatar" bescherten dem Zeichentrickfilm enormen Aufwind. Auch Netflix setzt immer mehr auf das Genre und bietet nun sogar eine eigene Kategorie für Anime an - und will sich so in Asien gegen Wald Disney und Apple behaupten. 

©China News Service / Kontributor/ getty Images

Ein Blick in die Zukunft

Ob Anime-Fan oder nicht, viele von uns wurden in ihrer Kindheit oder Jugend vom Hype um Pokémon geprägt oder sahen Klassiker wie "Mein Nachbar Totoro", "Chihiros Reise ins Zauberland" oder "Das wandelnde Schloss". Filmkritiker sind überzeugt, dass Anime und Manga noch viele weitere Generationen begleiten werden und ihr Aufstieg in der Unterhaltungsbranche deshalb noch lange nicht vorbei ist. 

Stephanie Angerer

Über Stephanie Angerer

Stephanie Angerer ist 23 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Tirol. Nach einer Zwischenstation in der Lokalredaktion bei der Kronenzeitung Salzburg übersiedelte sie nach Wien zur freizeit-Redaktion. Dort ist sie nun seit August für die Social Media Kanäle zuständig und schreibt Texte für die freizeit-Webseite.

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