Alles Fasching: Die schrillsten Gäste des Wiener Opernballs aller Zeiten

Von A wie auffällig bis Z wie „zwickts mi, I man I tram“ – beim Staatsgewalze sorgte so manches Outfit für viel Gesprächs-Stoff

"Auf dem Opernball sind 7.000 Gäste, und 7.000 feine Leute gibt es auf der ganzen Welt nicht. Die Gesellschaft dort war immer eine total gemischte, von den Fürsten bis zu den größten Gaunern, nur alle verkleidet. Lugner ist ein Wurschtl, und einen Wurschtl muss ein Faschingsevent wie der Opernball aushalten“, wusste schon die großartige Lotte Tobisch (gestorben 2019), die ihn von 1981 bis 1996 organisierte.

Heute, Donnerstag, wäre es wieder so weit gewesen, das Staatsgewalze der Damen in den schönen Roben und der „Pinguine“. Aber, es gab sie auch, die modischen Ausreißer, die Auffälligen, denen das klassische Balloutfit viel zu fad war.

So machte Nacktmodell Micaela Schäfer 2013 ihrem „Berufsstand“ alle Ehre und sorgte für Spekulationen, ob sie unter ihrem Spitzenkleid überhaupt Unterwäsche trägt. Ihrem Begleiter, dem Adoptiv-Prinzen Marcus von Anhalt, gefiel’s jedenfalls.

Nicht gefallen hat 2014 der Aufzug von Moderator Chris Stephan, der sein Gesicht schwarz anmalte (das sollte Kanye West darstellen) und so Lugners Stargast und die damalige Verlobte des Rappers Kim Kardashian schwer brüskierte. Das Echo reichte bis in die USA, wo diverse Medien diese Aktion als rassistisch titulierten.

Auch Kaffeehaus-Legende Susanne Widl sorgte 1980 für Riesenaufregung, und das nur, weil sie als erste Frau im Frack erschien. Auch Grace Jones war 1996 für beachtliches Rauschen im Blätterwald verantwortlich, nicht nur wegen ihres äußerst freizügigen Kleides, sondern auch wegen Sex in der Loge!

Nicht minder „aufregend“ war 2019 die Glatze und das Latex-Kleid von Conchita Wurst oder 2008 der falsche Diktator-Sohn an der Seite von Mausi Lugner.

Immer einen besonders märchenhaften Auftritt legte Society-Lady Renate Hirsch-Giacomuzzi (gestorben 2013) hin. In den aufwendigsten Prinzessinnen-Kleidern, immer nach genau ihren Wünschen geschneidert, schwebte sie durch die Gänge der Oper. „Ich fühle mich einfach besser, wenn ich mich gut anziehe“, war der Leitspruch des Schneewittchens (so wurde sie oft ob nobler Blässe genannt). Damit „schaffte“ sie es aber auch immer mal wieder auf die Worst-Dressed-Listen, denn so manche Moderedakteurin hätte wohl lieber „weniger ist mehr“ gesehen.

Auch Künstlerin Isabella Bogner-Bader (gestorben 2016) war für ihre extravaganten Opernball-Outfits bekannt. Viel Auffallen und viel Kopfschmuck war da ihr Credo, was auch sie immer mal wieder auf den Worst-Dressed-Listen aufscheinen ließ.

Mehr ist mehr war das Motto von Designer Harald Glööckler, der sein Gesicht 2013 komplett mit Glitzersteinchen zugeklebt hat – er konnte das dann genauso viel bewegen wie 2016 die Botox-Boys – und auch sein deutscher Kollege Julian F.M. Stoeckel setzte 2020 auf Glitzer, zwar bisserl dezenter, dafür mitten auf dem Turban.

Lisa Trompisch

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