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Serien

Durch diese Netflix-Shows ist mir ein persönliches Upgrade gelungen

Selbstoptimierung ist in aller Munde, auch bei Netflix. Diese vier Shows haben mich motiviert, die "beste Version meiner selbst" zu werden.

Ich zähle zu den Personen, die ständig versuchen, ein Übermensch zu werden. Dabei kann es passieren, dass ich mal wieder meine Ernährung komplett umstelle, irgendein Training beginne, das mir ein Influencer eingeredet hat oder darüber nachdenke, nur mehr kalt zu duschen. Oft lande ich nach einer Woche voller Tatendrang aber wieder mit Fast-Food auf der Couch und lasse mir faul von Streamingportalen das Leben aussaugen.

Als es vor einiger Zeit mal wieder so weit war, habe ich entdeckt, dass es auf Netflix etliche Sendungen gibt, die darauf abzielen, den inneren Schweinehund zu bekämpfen und bei der Selbstoptimierung zu helfen. Und tatsächlich: Seit ich diese Shows kenne, ist meine Motivation langlebiger und ich fühle mich in meinem Vorhaben unterstützt, wenn ich mir mal wieder einbilde, ein Superheld werden zu wollen.

"The Goop Lab mit Gwyneth Paltrow"

"Goop" ist das Lifestyle-Unternehmen von Schauspielerin Gwyneth Paltrow, mit dem sie sich in den letzten Jahren einen Namen in der Wellness-Branche gemacht hat. Besonders ihre Kerzen, die nach dem weiblichen Intimbereich riechen sollen, haben ordentlich für Schlagzeilen gesorgt. Dass sie "eine andere Bestimmung hat, als nur auf der Leinwand mit Matt Damon rumzumachen", wie sie selbst sagt, will die 49-Jährige auch in der sechsteiligen Netflix-Sendung "The Goop Lab" zeigen. Pro Folge gehen sie und ihr Team einer anderen Methode der Selbstoptimierung auf den Grund und scheuen nicht davor zurück, selbst zum Versuchskaninchen zu werden. Von Eisbaden mit der Wim-Hof-Methode bis hin zu Ernährungsweisen, die uns biologisch verjüngen, gibt es hier in jeder Episode etwas zum Dazulernen.

Mein Fazit: Der Einstieg durch die erste Folge, mit halluzinogenen Pilzen psychische Erkrankungen zu therapieren, war mir persönlich ein wenig zu krass. Den Rest der Show habe ich aber interessiert verschlungen und dabei oft überlegt, wie ich das Gesehene umsetzen kann. Die aufbereiteten Erkenntnisse von Paltrow und ihrem Team wirken vielversprechend. Dennoch ist hier Vorsicht geboten: Die meisten Dinge sollte man nicht leichtsinnig auf eigene Faust durchziehen, sondern nur mit Profis und nach Absprache mit Ärzten.

"The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt"

Wer schon einmal auf der Plattform "Pinterest" unterwegs war, kam nicht daran vorbei: Bilder von perfekt organisierten Badezimmerschränken und Küchenregalen. Genau das machen Clea Shearer und Joanna Teplin beruflich. Die professionellen Aufräumtechniken der beiden fanden bisher so viel Anklang, dass nicht nur etliche Megastars auf sie aufmerksam wurden, sondern dass sie ihre Organisations-Geheimnisse mittlerweile sogar in Besteller-Büchern verraten. Mit ihrem Team räumen sie seit Jahren bei Stars wie etwa Reese Witherspoon, Eva Longoria oder Khloe Kardashian auf. Ihre Arbeit in den privaten Häusern der Promis zeigen sie nun auch auf Netflix. Dabei organisieren sie zusätzlich pro Folge verschiedene Räume von Privatperson und geben hilfreiche Tipps für uns Zuschauer. In "The Home Edit" wird von der Vorratskammer über die Garage bis hin zum Kinderzimmer und dem Kleiderschrank alles übersichtlich optimiert

Mein Fazit: Ich räume meinen Kühlschrank praktischer ein und meine unzähligen Bücher haben jetzt ein übersichtliches System. Beim Griff in die Badezimmer-Schublade weiß ich endlich, wo die Nagelschere ist und durch die farbliche Reihung in meinem Kleiderschrank brauche ich in der Früh nicht mehr so lange. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, durch das organisierte Aufräumen meiner Wohnung ist es mir ein wenig gelungen, das Alltags-Chaos im Kopf zu sortieren.

"Queer Eye"

Das Konzept gab es bereits in den 00er-Jahren - für Netflix wurde der Sendung neues Leben eingehaucht: Fünf queere Experten haben es sich zur Aufgabe gemacht, pro Folge verschiedene Personen zu besseren Menschen zu machen. Die Beschreibung von "Queer Eye" wirkte auf mich vorweg, als würde diese "Make-Over"-Show vor Stereotypen und Oberflächlichkeit nur so strotzen. Beim Hineinschauen war dann aber genau das Gegenteil der Fall. Werden hier Klischees bedient, dann nur um sie zu brechen.

Mein Fazit: Die Grundstimmung dieser Reality-Serie ist durchgehend positiv. Anstatt die "Heroes" (so werden die jeweiligen Optimierenden genannt) herabzuwürdigen und sie schlussendlich dazu zu drängen, etwas zu werden, was sie nicht sind - wird hier respektvoll darauf geachtet, tatsächlich das beste aus ihnen herauszuholen und sie in ihrem Wesen zu bestärken. Jeder der fünf Hosts ist für eine andere Kategorie zuständig, etwa Ernährung, Mode oder Interior-Design. Jeder der "Fab 5" wirkt bemüht, nicht nur das Leben, sondern auch das Selbstwertgefühl des Kandidaten aufzupäppeln. "Queer Eye" inspiriert dabei auch den Zuseher, die Ärmel hochzukrempeln, um das eigenen Leben in Angriff zu nehmen und auf einen mit sich glücklicheren Alltag hinzusteuern. (Die US-Erfolgsserie gibt es übrigens auch als sehenswerte Adaption aus Deutschland.)

"Headspace: Eine Schlafanleitung"

"Nur noch eine Folge" - diese Lüge hat mich schon öfter um den Schlaf gebracht, als mir lieb ist. Es bleibt nie bei einer Folge. Nur die wirklich disziplinierten von uns halten die frühen Schlafenszeiten ein, die sie sich in der Früh vornehmen - für uns anderen lädt das verlockende Streaming-Angebot einfach zu oft zum Binge-Watchen ein. Eine Netflix-Sendung, die genau für den Moment vorm Schlafengehen geeignet ist, ist "Headspace: Eine Schlafanleitung". Pro Folge erhält man darin hilfreiche Tipps für besseren und erholsamen Schlaf.

Damit nicht genug. Headspace bietet auf der Streaming-Plattform auch weitere Entspannungsreihen an. In "Headpsace: Eine Meditationsanleitung" werdet ihr zum Beispiel Schritt für Schritt durch verschiedene Achtsamkeits- und Atemübungen gelotst. Zusätzlich empfehle ich die Fortsetzung beider Anleitungen, die als eine Art interaktiver Assistent funktionieren. Einfach ausprobieren und den Anleitungen folgen.

Alexander Gutmaier

Über Alexander Gutmaier

Redakteur bei freizeit.at. Der gebürtige Wiener mit dem Spitznamen "Lex" studierte Werbung & Marktkommunikation und machte sich danach auf seinen beruflichen Weg in die großen Redaktionen Österreichs. Dabei war er bereits für Lifestyle- & Mode-Magazine als auch im TV-Bereich tätig. Zu seinen Leidenschaften zählen Musik, Kochen sowie jegliche Art, sich selbst herauszufordern - besonders, wenn er dadurch Dinge zum ersten Mal machen kann.

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