Captain Picard muss wieder die Welt retten (und sinniert über Liebe)

Staffel zwei der Star-Trek-Serie „Picard“ startet am Freitag auf Amazon Prime Video.

Es dauert kaum eine halbe Minute, bis sich das Raumschiff, in dem Jean-Luc Picard steht, selbst zerstört: Die neue Staffel greift resch zu, wenn es um die Aufmerksamkeit des wegen der vielfältigen sonstigen „Trek“-Varianten vielleicht schon etwas ermüdeten Enterprise-Fan geht.

Da ist er also wieder, der beste Kapitän der Enterprise (Gegenmeinungen bitte an mich mailen, ich weiß das zu argumentieren). Die neue Serie „Picard“, Comeback-Vehikel für den Philosophen unter den Raumschiffbefehlshabern, zielt auf die ganz große Erzählung mit Tiefe.

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Die erste Staffel steckte die Eckpunkte einer großen Verschwörung ab (und endete mit einer überraschenden Note der Verletzlichkeit).

Davon ist zu Beginn von Staffel zwei vorerst keine große Rede mehr. Erzählt wird etwas anderes, durchaus Ungewöhnliches in der glattpolierten Sternenflottenwelt: Der Held trauert um das Leben, das er wegen all der Abenteuer nicht gehabt hat.

Tatsächlich, keine Liebe.

Und die Mama Picard kommt auch vor. Rückblicke lohnen sich vor allem dann, wenn man alt ist und viel Leben hinter sich hat.

Wie gerufen

Aber, na ja, gerade in der Pension hat man gemeinhin wenig Muße. Vor allem dann nicht, wenn man ans andere Ende der Galaxie gerufen wird. Und zwar wirklich: Millionen überlappende Stimmen und Sprachen rufen „Hilf uns, Picard“. Man hat ja rasch einen Verdacht, wer da locken könnte. Picard fliegt trotzdem hin. Und die Geschichte – die auch all das neue Personal aus der ersten Staffel gleich wieder an einem Ort versammelt – nimmt ihren Lauf.

Der scheint wieder alles andere als leicht zu werden: „Ich weiß nicht“, sagt Picard zur Frage, was denn jetzt zu tun sei; und das ist selten ein gutes Zeichen. Am Schluss der ersten Folge (ab heute bei Amazon Prime) scheint dann etwas ganz, ganz falsch zu sein mit dem Universum. Die nächsten Folgen gibt es, leider, im Wochenabstand.

Georg Leyrer

Über Georg Leyrer

Seit 2015 Ressortleiter Kultur und Medien, seit 2010 beim KURIER, seit 2001 Kulturjournalist. Zuständig für alles, nichts und die Themen dazwischen: von Kunst über Musik bis hin zur Kulturpolitik. Motto: Das Interessanteste an Kultur ist, wie sie sich verändert.

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