Dieses Spektakel gibt es nur alle 50.000 Jahre zu sehen

C/2022 E3 (ZTF) ist am Wochenende möglicherweise mit freiem Auge zu sehen.

Als er das letzte Mal zu sehen war, lebten in Europa noch Neandertaler und Mammuts. Wenn der Komet in 50.000 Jahren wiederkommt, wird die Erde wohl wieder komplett anders aussehen. Wer ihn dazwischen sehen möchte, der hat am Wochenende prinzipielle ideale Voraussetzungen, weil am Samstag Neumond ist. Nur das Wetter könnte Astrofans das Schauspiel verderben.

Die Astronomen haben es bisher verabsäumt, dem Himmelskörper einen klingenden Namen zu geben, deshalb heißt er wenig sexy C/2022 E3 (ZTF). Er kommt der Erde Anfang Februar während der für Sternegucker wenig attraktiven Vollmondphase bis auf 42,5 Millionen Kilometer nahe, das ist etwas näher als unsere Nachbarplaneten Venus und Mars. Damit stellt er natürlich keinerlei Gefahr dar, obwohl ein Einschlag verheerende Folgen hätte.

Zu sehen ist er die ganze Nacht zwischen Nordosten und Nordwesten, eher tief stehend. Mit kostenlosen Apps wie Stellarium kann der Komet relativ einfach gefunden werden. Wie gut er mit freiem Auge tatsächlich zu sehen sein wird, da gehen die Prognosen der Experten noch auseinander, ein Fernglas ist sicher eine sinnvolle Unterstützung. Kometenprofi Michael Jäger, der am 12. Jänner obiges Bild in der Wachau schoß, rechnet damit, dass der Himmelskörper "maximal unter sehr dunklem Himmel mit freiem Auge schwach sichtbar wird."

Wie viele Kometen der vergangenen Jahre (etwa Neowise oder Leonard) wird C/2022 E3 (ZTF) grün leuchten und einen weißen Schweif haben. Grund dafür ist Dikohlenstoff, das vor allem an der Spitze des rund ein Kilometer großen Brockens zu finden ist.

Wetterprognose schlecht

Die Wettervorhersage für das Wochenende ist allerdings alles andere als vielversprechend, Wolken und Schnee sollen ständiger Begleiter sein. Nur vereinzelt sollen Sterne durchblinzeln, am ehesten noch Freitag Abend. Kometenfans haben aber noch weitere Möglichkeiten, besonders Anfang/Mitte Februar. Theoretisch ist er auch noch im März von Österreich zu sehen, dann ist aber in jedem Fall eine professionelle Ausrüstung notwendig.

Insgesamt sind heuer zehn Kometen im sichtbaren Bereich, einige davon sind mit herkömmlichen Ferngläsern zu beobachten, andere wären sogar heller als der aktuelle, sind aber zu nah an der Sonne. Der zweithellste Komet des Jahres hat ein schlechtes Timing - seine beste Sichtbarkeit hat er ausgerechnet am 24. Dezember.

Dominik Schreiber

Über Dominik Schreiber

Chefreporter, erreichbar unter [email protected] Dominik Schreiber hat im Alter von acht Jahren bereits eine Häuserblockzeitung gegründet, später bei einer täglichen Schülerzeitung mitgewirkt. Seit 1995 arbeitet er beim KURIER als Reporter vor Ort - von Afghanistan bis Kongo, von Tasmanien über Sao Tome und Principe bis Island. Der mehrfach ausgezeichnete Journalist hat über 60 Länder besucht. Er ist spezialisiert auf: Investigativbereich, Innenministerium, Polizei, Kriminalität, Flug- und Bahnverkehr, Raumfahrt, Astronomie sowie Reisereportagen...

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