Glücksbringer: Spannende Fakten zum Marienkäfer

Der Krabbler ist Helfer im Garten und Futter für die Konkurrenz.

Es könnte an den sieben Punkten auf den Flügeldecken liegen. Die mystische Zahl vereint Erde, Wasser, Luft und Feuer zur irdischen Vier, dazu kommt die göttliche Drei, die schon im alten Ägypten mit Isis, Osiris und Horos verehrt wurde und später in der Bibel als Dreifaltigkeit von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist beschrieben ist. Es könnte aber genauso auf seinen Appetit auf Blattläuse zurückgehen. Jede Marienkäfer-Larve vertilgt mehr als 600 Pflanzenschädlinge; ein Geschenk der Jungfrau Maria an die Bauern, heißt es. Im Garten hilft der Nützling ebenfalls mit.

Wärme lieben

Ob Aussehen oder Verhalten – fest steht, dass Marienkäfer derzeit heiß begehrt sind; neben dem Schwein zählen sie zu den tierischen Glücksbringern für Silvester. In der Wildnis dagegen überwintern sie gerade unterkühlt in einem trockenen Sammelquartier.

„Der Marienkäfer ist eines der wenigen Insekten mit gutem Leumund“, sagt Harald Krenn von der Uni Wien. Der Professor am Department für Evolutionsbiologie kennt die Natur der Sechsfüßer. Weltweit sind ca. 6.000 Marienkäfer-Arten bekannt. Da sie die Wärme lieben, schwirren nur etwa 60 Spezies durch Österreich. Dabei variiert die Farbe der halbkugeligen Tierchen stark – von zartorange bis knallrot, von weiß bis schwarz gepunktet. Auch innerartlich gibt es verwirrende Unterschiede.

Giftig

„Die Tiere sind giftig, das teilen sie Feinden, vor allem Vögeln, mit ihrer Farbe mit“, sagt der Experte. Die Doppelstrategie schützt die meist räuberischen Vielfraße davor, gefressen zu werden. Mitunter hinterlassen Marienkäfer das gelbe Abwehrsekret auch auf dem Finger ihres Betrachters. Landen sie dort, wollen die Überflieger, die mit bis zu 91 Flügelschläge pro Sekunde teils weite Strecken überwinden, hoch hinaus. Sie starten garantiert vom obersten Punkt. Die Krabbler können sich zudem hervorragend festhalten. Dank feinster Haare an den Beinspitzen haften sie selbst an glatten Blattunterseiten; ideal für die Eiablage.

Kein Aussterben

„Der Asiatische Marienkäfer, der ursprünglich als Schädlingsbekämpfer in Glashäusern ausgesetzt wurde, nimmt mancherorts überhand“, sagt Krenn. Zum einen frisst er dem heimischen Siebenpunkt die Läuse weg, zum anderen verputzt er die Laven der Verwandtschaft.

Als Glücksbringer wird der Marienkäfer aber sicher nicht so bald aussterben.

Die Kräfte der Symbole

- Das Schwein verhieß schon in der Antike fette Jahre. Es braucht kein teures Futter, gilt als  Symbol der Stärke und des Wohlstands.

- Wer ein vierblättriges Kleeblatt findet, hat einfach Glück. Die seltene Mutation bewahrt vor allem Reisende vor Bösem.

- Seit der Römerzeit steht das Pferd für Stärke, das Hufeisen schützt sie.  Und das Eisen war früher sehr wertvoll.

- Ein verstopfter Kamin bedeutete Kälte im Haus, kein warmes Essen und Feuergefahr. Der Rauchfangkehrer war der Retter.

- Die Goldmünze symbolisiert Reichtum, Status und Unvergänglichkeit – das Geld möge niemals ausgehen.

 

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Menschen und ihre Geschichten, nutzloses Wissen, Wissenschaft. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: [email protected]

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