Warum Metropol-Chef Peter Hofbauer glaubt, dass die Jugend "theaterfern" ist

Der Metropol-Chef über die harte Coronazeit, die "Theaterferne" der Jugend und den dritten Anlauf vom Musical "Rock My Soul".

Statt Paragrafen zu wälzen sorgt Peter Hofbauer (76) lieber für Unterhaltung. Das Jus-Studium hat er eigentlich nur seinen Eltern zuliebe gemacht. „Ich wollte Theaterwissenschaft machen. Meine Eltern waren dagegen, da würden sie mich nicht unterstützen. Der Bub macht eh schon aus allem ein Theater, jetzt will er auch noch Theaterwissenschaft studieren. Wozu soll das gut sein? Er studiert Jus. Das habe ich als braver Sohn auch gemacht“, erzählt der Metropol-Chef lachend im Talk.

„Ich sage scherzhaft immer: Ich bin gelernter Jurist, aber so wie Antialkoholiker, nicht praktizierend.“

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KURIER Talk mit Peter Hofbauer

Nebenbei verdiente er sich schon sein Geld als Zeitungsjournalist, ging später zum Radio und dann zum ORF, wo er von 1990 bis 1995 Unterhaltungschef war. Danach übernahm er das marode Metropol, verhalf der Bühne dort wieder zu neuem Glanz.

Wobei auch ihn die Thematik beschäftigt, auch das jüngere Publikum ins Theater zu locken. Hofbauer merkt an, dass bereist in der Schule die Einführung ins Konzert- und Theaterleben fast überhaupt nicht mehr stattfinden würde, zumindest konnte er das an seinen drei Töchtern Florentina, Yara und Anabel beobachten.

„Diese Theaterferne wird natürlich noch befeuert durch den jetzigen Hang zu Einsiedelei. Ich sage nur Homeoffice – und es wird ja alles ein bissl entpersönlicht. Kommunikation ist ja nicht angesagt. Aber gute Kunst hat auch mit Kommunikation zu tun. Man geht ja ins Theater nicht nur, um etwas auf der Bühne zu sehen, sondern man trifft dort Bekannte, plaudert übers Stück, geht vorher ins Kaffeehaus, nachher was essen. Und dieses Ritual ist heute eher nur noch bei den über 45-Jährigen zu finden.“

Peter Hofbauer im Gespräch mit KURIER-Redakteurin Lisa Trompisch

©Kurier/Gilbert Novy

Natürlich hat auch die Coronazeit das Wiener Metropol hart getroffen. Nach einer fulminanten „Rock My Soul“-Premiere im Februar 2020, drehte das Virus schnell alles wieder ab. Man setzte es im Oktober erneut an – wieder Lockdown. Jetzt startet der dritte Anlauf der Wiederaufnahme des 1970er-Jahre-Musicals (bis 29. Oktober).

Das Stück erzählt vom gnadenlosen Musikbusiness, verzwickten Liebesgeschichten und berauschenden Mitteln zur Bewusstseinserweiterung.

„Wie es aussieht, werden wir da jetzt beim dritten Anlauf halbwegs durchkommen ohne den bisherigen Behinderungen, wie Einschränkung der Sitzplätze, Masken und dergleichen, aber sicher ist es natürlich nicht. Zur Angst vor Ansteckung kommt jetzt auch noch Folgendes dazu: Ich habe ganz bewusst das Metropol als Theater für den kleinen Mann positioniert. Also auch für Leute, die sonst nicht ins Theater gehen. Ich mache deklariertes musikalisches Unterhaltungstheater, aber gerade meine Zielgruppe ist diejenige, die es im Börserl als Erstes spürt“, so Hofbauer.

Was die Zuseher beim bunten Musical erwartet und was Hofbauers eigene Seele zum Rocken bringt, sehen Sie im Video oben.

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