Close-up of observation wheel in Prater Park of Vienna

Kulinarischer Feldversuch unterm Wiener Riesenrad

Spitzenköche kochen mit Gourmetspektakel das Wiener Wahrzeichen ein, Riesenrad-Gastronomen starten mit experimenteller Küche aus NÖ „Cooking with friends“

Mit extravaganten Kochshows und kulinarischen Experimenten im Mostviertel schufen sechs Spitzenköche ein neues Flaggschiff im Tourismusangebot Niederösterreichs. Die „Mostviertler Feldversuche“, so nennen sich die ständig ausgebuchten Gourmet-Happenings, startet nun im Frühjahr erstmals in einem anderen Bundesland gleich mit einem spektakulären Auswärtsgastspiel unter dem Wiener Riesenrad.

Crew der Mostviertler Feldversuche: Top-Köche, Winzer und Edelbrenner

©Mostviertel Tourismus / Franz Weingartner

Der Ehrgeiz und das Können der aufkochenden Gastronomen garantieren den Mostviertlern eine auffällige Sonderstellung unter den Bundesländer-Auftritten in Wien. Angeheuert von den Riesenrad-Gastronomen (25. und 26. April), werden die nö. Küchenchefinnen und -chefs in den Gondeln und in den Lokalen beim Riesenrad ein sechsgängiges Menü, auch mit Gaumen-Experimenten aus bisherigen „Feldversuchen“ servieren. Das Menü samt Getränkebegleitung kostet 199 Euro pro Person.

Experimente

Dabei geht es stets darum, die Vielfalt der Produkte aus dem westlichen NÖ näherzubringen. Haubenköche, wie Mike Nährer (Gasthof in Rassing), Theresia Palmetzhofer (Gasthaus zur Palme, Neuhofen/Ybbs), der „Bärenwirt“ Erich Mayrhofer aus Petzenkirchen oder der NÖ Topwirt des Jahres, Stefan Hueber (Wirt in Bründl), veredeln und experimentieren mit Produkten, die man vorerst nicht so sehr mit dem Mostviertel identifiziert.

Nährstoffreiche Spirulina-Algen oder Weinbergschnecken aus dem Traisental, aromatische Schwammerl aus regionalen Pilzfarmen, natürlich edelste Fleischspeisen von alten Tierrassen, die Ab- Hof-Bauern züchten, sind darunter. Fische aus der Region spielen ohnehin eine Hauptrolle in den exquisiten Menüs. Kräuter, Wurzeln oder etwa Sonnenblumen, zubereitet wie Artischocken, und natürlich mutig gemixte Getränke aus Birne und Dirndl sowie Wein- und Sektkreationen aus dem Traisental sind wichtige Ingredienzen der Feldversuche.

Haubenkoch Mike Nährer experimentiert auch gerne mit Algen

©Mostviertel Tourismus /Schwarz-König

„Es ging in einem Seminar darum, den Geschmack des Mostviertels zu eruieren. Rasch war klar, dass es noch unendlich viel mehr als die Birne und das Mostbrat’l gibt“, erzählt der Mostviertler Tourismusdirektor Andreas Purt über die Anfänge der „Feldversuche“.

Ambiente

Oft werden die Feldversuche im außergewöhnlichen Ambiente, wie in einem Mostbirngarten inszeniert. Dort ohne eine Stromquelle ein mehrgängiges Haubenmenü für 60 Personen zu kredenzen, erfordert höchstes handwerkliches Können. Da werden die Lokale rund um das Riesenrad mehr Komfort bieten. Aber auch dort wird auf unkonventionelle Art gebacken und gebraten. Nicht schlecht staunten die Gäste zum Beispiel bei einem früheren Event des Waidhofener Schlosswirts Andreas Plappert. Er garte ihre Steaks nicht am Grill, sondern mithilfe glühender Eisenstangen von innen heraus.

Drei-Hauben-Köchin Theresia Palmetzhofer

©Mostviertel Tourismus

Die Kreativität und Innovation der Feldversuch-Köche habe in NÖ eine Vorreiterrolle übernommen, lobt NÖ Tourismuslandesrat Jochen Danninger. Die Kulinarik-Schiene soll das Mostviertel nun international bekannter machen. Da kommt der Auftritt bei den Gastronomen des Wiener Riesenrads wie gerufen. feldversuche.at

Wolfgang Atzenhofer

Über Wolfgang Atzenhofer

Ich heiße Wolfgang Atzenhofer, bin 50 Jahre und arbeite seit 1986 beim KURIER. In der NÖ-Redaktion bin ich der Mostviertler. Berichterstattung über eine spannende und ständig vorwärts strebende Region, die gleichzeitig meine Heimat ist, haben sich bei mir zu einer Leidenschaft entwickelt. Dennoch versuche ich eine kritische Distanz zu allen Akteuren zu halten. Spannende Lokalpolitik, wie zuletzt die Gemeinderatswahlen in Waidhofen an der Ybbs, aber auch große Überregionale Chronik-Themen, wie der Fall Fritzl in Amstetten oder vielleicht das Leben und Treiben der Ötscherbären belegen, dass Lokalberichterstattung eine spannende und fordernde Sache sein kann. Zu meinen Hobbys gehört das Wirken als Mitglied der Feuerwehr Seisenegg oder das Experimentieren im Gemüsegarten.

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