"Supernova", die neue Show von "Holiday on Ice": Kostümfest als Trip zu den Sternen

Die Ahoy Arena in den Niederlanden wurde zum poetischen Bilderbuch mit Winterlandschaft – wir waren bei der Premiere von „Supernova“ mit Hoppalas.

Ein Slow-Down-Programm. Zucker für gestresste Seelen und zugleich ein Fest für die Augen. Eine Supernova ist eine leuchtend sprühende, galaktische Explosion – und „Supernova“ die Show, mit der die Skater von Holiday on Ice ab 18. Jänner nach pandemiebedingter Zwangspause in die Wiener Stadthalle zurückkehren.

Die im Vergleich – nach zuletzt „Atlantis“ und „Showtime“ – kontemplativ angelegte Produktion nimmt den Zuschauer nach einem Slow-Motion-Intro zu Pianoklängen mit auf eine Reise in die unendlichen Weiten des Weltalls durch Zeit und Raum, entführt ihn ins Irgendwo einer fernen Galaxie und wieder zurück auf die Erde in ein Meer von Nordlichtern.

„Supernova“ ist eine „Hommage an die Schönheit unserer Erde und des Himmels“, sagt der Brite Robin Cousins. Als Kreativdirektor hat er auf starke Bilder gesetzt und auf einige Wow-Momente, bei denen das Effekthascherl die Regie übernahm: „Denn Live-Entertainment muss einzigartig sein.“ Und hat naturgemäß die Spannung der Unberechenbarkeit.

"Holiday On Ice" 2023

Die Eisrevue
Mit mehr als 330 Millionen Besuchern ist Holiday on Ice die meistbesuchte Eisshow der Welt. Der global agierende Entertainment-Produzent präsentiert Eiskunstlauf  auf höchstem Niveau mit Elementen  aus Theater, Tanz, Oper, Pop, Magie, Musical und Akrobatik.

 

Die aktuelle Show
„Supernova“ steht für die Überzeugung, „dass Akzeptanz, Freundschaft und Liebe keine irdischen Grenzen kennen“

 

Wann & Wo
18. bis 29. Jänner, Wiener Stadthalle

 

Karten
Ab 27 Euro (Ermäßigung für Kinder bis 15 Jahre).  Tickets an den Kassen in der Wiener Stadthalle; per E-Mail: [email protected] stadthalle.com; auf www.stadthalle.com,   01/79 999 79, www.wien-ticket.at  01/58885 oder www.oeticket.com

Technische Panne

Alles kann passieren. Und so waren bei der Opening Night in Rotterdam auch eine Panne durch die Tücken der Technik und ein Hoppala zu erleben: 43 Minuten nach Show-Start bei der Premiere in der Ahoy Arena in Rotterdam stoppte plötzlich die Jukebox der Illusionen, der Kufenartist am Eis vollendete sein Solo ohne Musik, ehe das Standbild ausgeknipst wurde.

Alles kann passieren. Und so waren bei der Opening Night in Rotterdam auch eine Panne durch die Tücken der Technik und ein Hoppala zu erleben: 43 Minuten nach Show-Start bei der Premiere in der Ahoy Arena in Rotterdam stoppte plötzlich die Jukebox der Illusionen, der Kufenartist am Eis vollendete sein Solo ohne Musik, ehe das Standbild ausgeknipst wurde.

Nach einigen Minuten Megastress hinter der Bühne: die Wiederholung der Nummer zur noch kurz bockenden Tonanlage. Und erneut eine Schrecksekunde: Der Eiskunstläufer stürzt bei einem der waghalsigen Sprünge und macht bewusst: Nobody is perfect. Und die Perfektion ist auch nur eine Illusion.

Die obligaten Ingredienzien der aktuellen Variation des Eisspektakels sind große Gefühle, große Oper, Bigger-Than-Life-Momente – mit aparten Hebungen im Paarlauf, Drehungen, Pirouetten, Schrittkombinationen und Sprüngen – mal doppelt, mal dreifach.

©Holiday on Ice Prodictions

Wirklich sensationell sind diesmal die rund 300 farbenprächtigen und teils bombastischen Kostüme des italienischen Stardesigners Stefano Canulli, der die Eisarena quasi zu einem Defilee auf dem Laufsteg der modischen Eleganz und Extravaganz macht. Sechs bis zehn Mal pro Vorstellung wechseln die Darsteller ihr Outfit, das diese Magical Mystery Tour zu den Sternen zu einem kunterbunten Eisrevue-Bonbon macht.

©Holiday on Ice Prodictions

Bei der Reise durch die Galaxien und wieder zurück auf die Erde, einer Art Nummernrevue ohne erkennbare Handlung, sind Fantasie und Emotion alles und die Logik nichts.

Die zirzensische Performance – Family-Entertainment für Jung und Alt – mit Luftartistik samt „Flying Elements“ über die Köpfe des Publikums hinweg und einen bezaubernden Schleiertanz umspülen akustisch Pop-Mainstream und Wohlfühl-Sounds zu vorüberziehenden Wolken, verträumte Gehörgangsschmeichler, Geigen-Kantilenen und Musikzitate unter anderem von Vivaldi, Mozart und Chopin.

Nostalgiereize fluten die Sinne. Zum 1970er-Jahre- Oldie der Hollies „The Air That I Breathe“ zündet im Publikum ein Wunderkerzerl da und ein Wunderkerzerl dort. Und zum All-Time-Hit „Stand by Me“ tritt das Ensemble schließlich zur finalen Schneeflocken-Parade an im strahlend weiß arrangierten Schlusskapitel unter dem Titel „Heimat“.

Das Ziel der Produzenten ist erreicht: für die Zuschauer Momente zu kreieren, die über den Abend hinaus in Erinnerung bleiben.

Werner Rosenberger

Über Werner Rosenberger

Seit 1994 beim KURIER im Kultur-Ressort und Autor zahlreicher Reise-Reportagen für den FREIZEIT-KURIER. Davor hat der gebürtige Steirer zehn Jahre lang bei verschiedenen Medizin- und Wissenschaftsmedien gearbeitet, war Mitgründer und Chefredakteur einer Wochenzeitung für Ärzte, außerdem Werbetexter und Autor u. a. für GEO, Profil, Trend und Diner's Club Magazin.

Kommentare