Filmkritik

"Jagdsaison": Deftig-witzige Satire über Frauen auf Männerjagd

Komödie, mit viel Selbstironie gewürzt: Gemeinsames Wellness-Wochenende in luxuriöser Beautyfarm

Von Gabriele Flossmann

Dass sich auch Frauen auf der Kinoleinwand danebenbenehmen dürfen, ist nach Filmen wie „Dumm und Dümmer“ oder der „Jackass“-Reihe hoch an der Zeit. Ein Beispiel dafür ist diese frivole Komödie, in der ein Frauentrio Amors Pfeile selbst abschießen will. Ihr Jagdrevier ist ein Wellness-Ressort. Doch statt Wohlfühl-Programmen sind Wortgefechte angesagt. Frau gegen Mann, aber auch – und das ist wahre Brutalität – Frau gegen Frau.

Alles dreht sich um Eva, die nach einer gescheiterten Beziehung in einem Finanzamt arbeitet. Sie ist alleinerziehende Mutter einer Tochter, weil der Papa nach elf Jahren Ehe eine „spirituelle Atempause“ brauchte, die er im Bett einer anderen Frau namens Bella fand.

Zwischen der Ex und der Neuen entsteht ein Konkurrenzkampf, in den sich auch noch Evas beste Freundin Marlene einmischt. Beim Wellness-Wochenende wollen sie das Kriegsbeil begraben und einen Mann in Marlenes Arme treiben. In dem „Familienfilm“ (freigegeben ab 12) fallen Witze über die männliche Vorhaut, es geht um Anal-Bleaching und ähnlich pikante Dinge. Beim Enthaaren des Intimbereichs heißt es beispielsweise. „Wir haben uns zusammen Ohrlöcher stechen lassen, also lassen wir uns auch zusammen die Matte roden.“

Dass der Film trotzdem ziemlich witzig geworden ist und in Deutschland – offenbar als Aufklärungsfilm der besonderen Art – mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet wurde, liegt an den drei Hauptdarstellerinnen - allen voran Rosalie Thomass – die ihre Rolle mit viel Selbstironie würzen.

Jagdsaison. D 2022. 93 Min. Von Aron Lehmann. Mit Rosalie Thomass, Almila Bagriacik.

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