Der King regiert noch immer: Vor 45 Jahren starb Elvis Presley

Die frappantesten Fakten eines Höhenflugs ohne Happy End.

Mit zwölf hatte ihm die geliebte Mutter Gladys (gestorben 1958) eine Gitarre geschenkt. Er sang Gospels im Kirchenchor. Das erste Lied vor zahlendem Publikum soll 1953 über die Bühne gegangen sein: Elvis arbeitete als Türsteher in einem Theater in Memphis und ließ sich zu „That’s Amore“ überreden.

Richtungsweisend. Sein Hüftschwung („Elvis, the Pelvis“) verzückte und entrückte bald die Massen rund um den Erdball. Das letzte Lied (von ca. 700 auf mehr als einer Milliarde Tonträgern) intonierte er, bereits von 70 Kilo zu Karrierebeginn auf 140 verdoppelt, vor Freunden und Familie am Montagabend des 15. August 1977 in Graceland: „Blue Eyes Crying in the Rain“.

So fesch, so unwiderstehlich: Elvis in „Blue Hawaii“, 1961

©Getty Images/Michael Ochs Archives/Getty Images

Seine zuletzt durch Medikamentenmissbrauch – laut Autopsie 14 Substanzen im Organismus, allein 1977 10.000 von einem „Dr. Nick“ verschriebene Drogen – arg verwaschenen blauen Augen schloss er reichlich unrühmlich auf dem Flauschteppich des Badezimmers.

Das hinterlassene Vermögen betrug 250 Millionen Euro– dank der Musikrechte und Filme (31 oft triefende Hawaii-Fremdenverkehrsschnulzen), in denen der, Frauen wie Männer unwiderstehlich erotisierende Feschak mitwirkte, beläuft sich noch heute der jährliche Umsatz an Memorabilia und Tantiemen auf ca. 30 Millionen Euro.

Die aus  Wien vor den Nazis geflüchtete Trude Forsher (o.) betreute Elvis  1956 bis 1960  als  persönliche Sekretärin

©ORF/OrF

Nur der zweite Gekrönte der Unterhaltungsindustrie des 20. Jahrhunderts, „King of Pop“ Michael Jackson (gestorben 2009), macht noch mehr Geld aus dem Jenseits.

Als seine Mutter am 8. Jänner 1935 daheim in Tupelo (Mississippi) niederkam, erschien zunächst Jesse Garon. Doch der Bub war tot. „Warten Sie“, sagte der Doktor, „da kommt noch was!“ 30 Minuten später erblickte Zwillingsbruder Elvis Aaron jenes Licht, das bald zu ständig gnadenlos gleißenden Scheinwerfern für den Lampenfiebrigen wurde.

Zu den tausend Dingen, die nur wenige über ihn wissen, zählen: Das erste Musikvideo aller Zeiten („Jailhouse Rock“, 1957). Und Elvis war der einzige Mensch, den die Beatles auf ihrer US-Tournee 1965 treffen wollten. Die fünf Giganten verbrachten lachend und singend ein paar Nachtstunden in Bel Air miteinander. Da möcht’ man heute nur ein paar Minuten Zeitreise bewilligt bekommen!

Oder: Elvis hat in seinem Leben kein einziges Lied selber komponiert; er hat nie ein Konzert außerhalb Nordamerikas gegeben, denn die große Europatour war für 1978, ein halbes Jahr nach seinem Tod, geplant.

Die krassen Einteiler (Jumpsuits), die er zum Ende hin im Stretch auftrug, kosteten 10.000 Dollar, heute werden sie um 300.000 ersteigert. In den schwersten Zeiten flog er einmal 1.300 km (Memphis–Denver) für einen „Fool’s Gold“-Sandwich (mit Marmelade, Erdnussbutter und Speck).

P. S.: Es gibt 85.000 Elvis-Doubles. Ach, wären Sie doch nur alle an seiner Stelle fort ...

Dieter Chmelar

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