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Bis zu 5000 Dollar für Springsteen-Tickets - US-Fans empört

Dynamisches Preissystem eines großen US-Ticketanbieters sorgt für horrende, aber offizielle Preise.

In den USA sind die ersten Tickets für die jüngste Tour von Bruce Springsteen in Verkauf gegangen - und horrende Preise für einzelne Karten haben für ordentlich Kritik (und einige Online-Witze) von Seiten der Fans gesorgt. Ticketmaster, ein großes Unternehmen, das den US-Markt beherrscht, hat einzelne Tickets im offiziellen Verkauf für bis zu 5000 Dollar angeboten, berichtet Variety - Summen, die man vom Schwarzmarkt kennt, aber nicht für offiziell verkaufte Rockkonzertkarten.

Schon die normalen Tickets sind nicht gerade günstig: Sitzplätze kosten regulär 399 Dollar, Stehplätze weiter hinten 60 Dollar. Aber einzelne Tickets werden für horrende Summen angeboten - Fans posteten Angebote von 1500 bis 5000 Dollar.

Ein User scherzte: "Elon Musk wollte eigentlich Twitter kaufen, aber entschied sich dann aber für zwei Springsteen-Tickets."

Das Ganze soll, so beharrt Ticketmaster laut Variety, den treuesten Fans eigentlich nützen: Die hohen Preise sind Teil einer dynamischen Preisgestaltung, die garantieren soll, dass die Fans Tickets offiziell ohne die Unsicherheiten des Schwarzmarkts erstehen können. Ähnlich wie bei Flugtickets werden die Preise so angelegt, dass jene, die bereit sind, mehr zu zahlen, um sicher ein Ticket zu bekommen, dieses auch kaufen können. Man will diese Tickets für Weiterverkäufer uninteressant machen. Dass die Preise derart exorbitant hochschnellen, liege an der Nachfrage.

Bei den Fans kam das nicht so gut an.

Springsteen oder sein Management äußerten sich vorerst nicht. Springsteen-Gitarrist Stave Van Zandt wollte mit dem allen jedenfalls nichts zu tun haben:

 

Für das Wien-Konzert Springsteens am 18. Juli 2023 gab es bei Ticketmaster am Donnerstagvormittag nur noch wenige Tickets im Verkauf - um vergleichsweise wohlfeile 440 bis 470 Euro.

Georg Leyrer

Über Georg Leyrer

Seit 2015 Ressortleiter Kultur und Medien, seit 2010 beim KURIER, seit 2001 Kulturjournalist. Zuständig für alles, nichts und die Themen dazwischen: von Kunst über Musik bis hin zur Kulturpolitik. Motto: Das Interessanteste an Kultur ist, wie sie sich verändert.

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