Lust auf Leopard: Darum kommt das Muster nie aus der Mode

Kaum ein Muster hat Trends so überdauert wie der Leopardenprint. Warum kommt er niemals aus der Mode und wie trägt man ihn stilvoll?

Peinlich, ordinär und billig oder auffällig, wild und modisch? Beim Leopardenprint scheiden sich die Geister. Während die einen darauf schwören, sagen die anderen: Geht gar nicht! Doch die Designer beleben das Muster  jede Saison wieder neu. Warum? Modeexpertin und Imageberaterin Eva Köck-Eripek sagt: „Leopardenprint zählt mittlerweile zu den Muster-Klassikern wie Nadelstreif oder Karo. Je vielfältiger ein Muster einsetzbar ist, desto länger bleibt es in Mode und wird zu einem Klassiker.“ Und dieses Wildtier-Muster lässt sich fast überall tragen: „Klassisch gestylt ist Leo-Print durchaus für das Büro passend. Man sollte jedoch nur ein Kleidungsstück wählen wie einen Rock oder eine Bluse und mit ruhigen Farben, wie Schwarz, Beige oder Braun, kombinieren. Zu einfärbigen Looks funktioniert ein Accessoire wie eine Tasche oder Schuhe im Animal Look“, so die Modeexpertin.

Noch eine wichtige Stilregel sollte laut Köck-Eripek im Berufsleben befolgt werden: „Bitte nicht übertreiben. Understatement macht den Leopardenprint eleganter. Und: Weniger ist mehr. Das gilt auch bei Frisur und Make-up. Leopard plus Löwenmähne und dann noch Smokey Eyes dazu, das ist eindeutig zu viel.“

Prominente wie Catherine Deneuve oder Kate Moss befolgen diese Stilregeln. Sie stellen ein Teil in den Fokus, damit das Muster seine Wirkung entfalten kann. Doch wer hat den Print zuerst in der Mode eingesetzt? Animal-Prints sind erstmals in den 1920er-Jahren   aufgetaucht – als Fell-Accessoire für wohlhabende Damen. In den 30er-Jahren trugen Hollywood-Stars wie Marlene Dietrich und Rita Hayworth Mäntel, Hüte und Kleider im Leo-Look. Seinen ersten großen Auftritt auf dem Laufsteg hatte er  1947 bei der „Jungle“-Modenschau von Christian Dior in Paris.
 In den 70er-Jahren wurde der Leopard neu interpretiert – wild und verwegen von Rock- und Punk-Sängerin Debbie Harry oder auch von Aerosmith-Frontman Steven Tyler. 1987 wieder eine neue Facette: Peggy Bundy stöckelt in der Sitcom „Eine schreckliche nette Familie“ in Leoparden-Leggings durch die Wohnzimmer-Kulisse und verliert die Asche ihrer Zigarette im Salat.

Sängerin Jennifer Lopez trägt gerne dick auf, aber in diesem Fall übertreibt sie: Weniger ist mehr, lautet die Devise.

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Der Wildkatzen-Print bekommt einen schlechten und billigen Ruf verpasst. Doch er schüttelt ihn wieder ab und steigt auf in die Welt des Luxus. Sogar das für seine noble Zurückhaltung bekannte französische Label Dior hat in der aktuellen Herbst-Winter-Kollektion Kleider im Leopardenprint im Programm.

Der auffällige Look überbringt eine Botschaft. Wer ihn trägt, will sich nicht verstecken, sondern  als unabhängige und selbstbewusste Frau inszenieren. Das bestätigt auch Imageberaterin Eva Köck-Eripek: „Es ist ein exzentrisches außergewöhnliches Muster, das nie süß, weich und verspielt wirkt, sondern es hat etwas Animalisches und Ursprüngliches.“ Eine wichtige Regel gibt die Imageberaterin allen Raubkatzen-Fans noch mit auf den Weg: „Achten Sie auf die Qualität der Kleidungsstücke. Stoffe wie Polyester wirken im Leopardenprint schnell billig. In Seide, Chiffon oder Satin ist der Print jedoch modisch und hochwertig.“

Über Brigitte Biedermann

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