Mein Donnerstag: Nichts wie weg von der einsamen Insel

Yvonne Widler

von Yvonne Widler

Tag der Singles. Ein paar aufmunternde Worte an alle "Ohne eine Paarbeziehung lebenden Menschen".

Tippt man in die Internetsuchmaschine „Single und ...“ ein, so vervollständigt diese sogleich mit: Single und unglücklich. Single und Hund. Single und einsam. Single und Kinderwunsch. Die ersten Treffer lassen also darauf schließen, dass der „Single-Zustand“ keiner sein kann, der die Menschen zufriedenstellt. Dazu hätten wir aber freilich keine Internetsuchmaschine gebraucht, um die dahin gehende Einstellung und den Druck der sogenannten Gesellschaft festzumachen. Das ist ein großes Problem. Daher an dieser Stelle ein paar aufmunternde Worte an alle „Ohne eine Paarbeziehung lebende Menschen“ da draußen: 

Du hast das Bett für dich allein. Niemand ist da, der die ganze Nacht schnarcht. Du musst an keinen Pärchenabenden teilnehmen. Es gibt keine Trennung und somit erspart man sich viel Herzschmerz. Beim Fernsehen muss man keine Kompromisse eingehen. Du kannst so lange Serien bingen, wie du willst. Wenn du nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommst, hast du deine Ruhe. In der Wohnung bleibt alles so, wie es ist. Der Kleiderschrank gehört dir ganz alleine. Keine Eifersucht. Du hast keine Schwiegereltern. Du kannst jederzeit auswandern.

Yvonne Widler

Über Yvonne Widler

Nach ihrem Wirtschafts- und anschließendem Journalismus-Studium hat Yvonne Widler mit Kollegen das mehrmals preisgekrönte Online-Magazin "paroli“ gegründet und fungierte als dessen Chefredakteurin. Im Mai 2014 wechselte sie in das Gründungsteam von NZZ.at, wo sie zuerst das Projektmanagement übernahm und später als Chefin vom Dienst und Ressortleiterin für gesellschaftspolitische Themen tätig war. Seit April 2016 ist sie beim KURIER, mit Jänner 2021 übernahm sie die Ressortleitung der "Lebensart". 2017 erhielt sie den Prälat-Ungar-Preis für den Artikel "Gedanken von unheilbar kranken Menschen". Ein Jahr später wurde sie mit dem Dr. Karl-Renner-Publizistikpreis ausgezeichnet - für ihre Aufarbeitung des Schicksals eines Heimkindes.

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