Junge Ja-Sager: Die Hochzeitsvorlieben der Generation Z

Mit der Luxus-Trauung von Brooklyn und Nicola Peltz Beckham in Miami bekam die Generation Z ihre erste große Promi-Hochzeit. Worauf Brautpaare unter 30 heute wert legen.

Was Prinz Charles und Lady Diana im Jahr 1981 für die Babyboomer waren, sind Brooklyn Beckham (23) und Nicola Peltz (27) heute für die Generation Z (Jahrgänge 1995–2012). Ihre Hochzeit, die vor zwei Wochen im Familienanwesen in Palm Beach stattfand, geriet zum Social-Media-Spektakel. Und das lag nur teilweise an den berühmten Eltern des Bräutigams, David und Victoria Beckham.

Der Fußballersohn und die Milliardärstochter zählen zu einer Reihe junger Stars, die ungewöhnlich früh „Ja“ sagten (siehe oben). Mit ihren Verlobungen und hippen Hochzeitsfeiern setzen sie Trends, die sich auch jenseits von Hollywood niederschlagen. „Man kann nach Promi-Hochzeiten immer eine Tendenz bei unseren Brautpaaren sehen“, berichtet die Wiener Hochzeitsplanerin Luise Wagner. „Was besonders auffällt, sind Brautkleid und Dekoration. Auch die Art der Location wirkt sich aus: sei es in einem Zelt, an einem See oder einem Weingut.“

Superhochzeitsjahr

Zu sehen und analysieren wird es heuer genug geben: In den USA rechnet man nach zwei Jahren pandemiebedingtem Stillstand mit einer Rekordzahl an Eheschließungen. 2022 soll so viel geheiratet werden wie zuletzt im Jahr 1984, meldet die New York Times. Und so wie vor 38 Jahren wird wieder pompöser gefeiert, schließlich hätten viele Paare zwei Jahre Zeit gehabt, um sich vorzubereiten und zu sparen. Sogar Brautkleider im Stil der Achtzigerjahre – Stichwort– Puffärmel – feiern ein Comeback.

„Es fällt auf, dass die Brautpaare wieder jünger heiraten", sagt Hochzeitsplanerin Luise Wagner

©Kamerakinder Weddings

Auch in Österreich geht man von einem Superhochzeitsjahr aus, in dem zusätzlich zu den geplanten Feiern viele verschobene Hochzeiten nachgeholt werden.

Und wie steht es um das Alter der Jasager? „Es fällt auf, dass die Paare wieder jünger heiraten“, sagt Wagner, die heuer 18 Hochzeiten ausrichtet. „Viele sind unter 30, vor ein paar Jahren war das Alter im Schnitt 32 bis 35.“ Die Expertin beobachtet, wie sich die Ansprüche in der jungen Generation verändern. Das Schlüsselwort sei: Exklusivität. Die große Feier im Dorfgasthaus mit vielen Verwandten und Nachbarn der Eltern kommt schon seit längerer Zeit aus der Mode.

It-Paar der Gen Z: Brooklyn (23) & Nicola Peltz Beckham (27)

©APA/AFP/ANGELA WEISS/ANGELA WEISS

„Brautpaare streben nach dem Einzigartigen und wollen, dass die Hochzeit ihre Persönlichkeiten widerspiegelt“, erzählt Wagner. „Sie wollen aufwendige Hochzeiten, die aber nicht danach aussehen. Das lassen sich Brautpaare einiges kosten.“

Immer beliebter werden freie Trauungen an außergewöhnlichen Plätzen und so genannte „Elopements“: eine Trauung nur zu zweit, etwa auf einer idyllischen Insel. „Diese Anfragen boomen gerade bei mir.“

Gleichberechtigt

Eine Rückkehr des „Goldenen Zeitalters der Ehe“ mit traditionellen Geschlechterrollen wie in den 1950er- und 60er-Jahren sieht die Soziologin Christine Geserick trotz Heiratsbooms aber nicht. „Vielmehr dürfte das Heiraten eine neue Qualität haben, mit derselben emotionalen Verbindlichkeit, aber liberaler in Bezug auf Geschlechterkonzepte“, erklärt sie. „Diesen Bedeutungswandel sieht man ja bereits daran, dass die Ehe nicht mehr heterosexuellen Paaren vorbehalten ist.“

Justin (28) & Hailey Bieber (25)  schworen einander 2019 ewige Treue

©APA/AFP/ANGELA WEISS/ANGELA WEISS

Und auch daran, dass immer mehr junge Bräute ihren Nachnamen behalten oder sich für einen Doppelnamen entscheiden. „Der Trend zum ‚nicht den Namen des Mannes annehmen’ steigt“, sagt Hochzeitsplanerin Wagner. „Viele Bräute sagen, warum muss ich meinen Namen aufgeben, aber du nicht deinen?“

Auch das hat David Beckhams Sohn vorgemacht: Seit seiner Millionen-Dollar-Hochzeit heißt Brooklyn mit Nachnamen Peltz Beckham. So wie auch seine Frau.

Julia Pfligl

Über Julia Pfligl

Seit 2014 beim KURIER, Ressort Lebensart

Kommentare