Filmkritik zu "Monsieur Claude und sein großes Fest": Wechselseitige Vorurteile

„Monsieur Claude“ gerät wieder an seine Toleranzgrenze - im seichten Gewässer einer klamaukigen Komödie

Seit die Culture-Clash-Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ in Frankreich 2014 gigantische zwölf Millionen Zuschauer ins Kino zog, liegt die Latte hoch. Die Fortsetzung „Monsieur Claude 2“ konnte zwar nur noch die Hälfte an Publikum einfahren, doch die Produktion eines dritten Teils war nicht mehr aufzuhalten.

Die Ausgangslage bleibt unverändert: Christian Clavier als ergrauter Spießer namens Claude Verneuil hat Ärger mit den multikulturellen Familien seiner vier Schwiegersöhne. Irgendwie hat er sich zwar an die Tatsache gewöhnt, dass seine Töchter jeweils einen Mann arabischer, jüdischer, senegalesischer und chinesischer Herkunft geheiratet haben. Aber als sie anlässlich seines 40. Hochzeitstages beschließen, die Eltern ihrer Männer einzuladen, ist die Toleranzgrenze überschritten.

Das Aufeinanderprallen wechselseitiger Vorurteile kann – je nach Geschmackslage – die eine oder andere Pointe provozieren: Dass Monsieur Claude und seine duldsame Ehefrau Marie in Shanghai das falsche chinesische Schwiegerelternpaar besuchen, (weil ja Chinesen „alle gleich aussehen“), mag man als scharfsinnige Kritik an rassistischer Unachtsamkeit lustig finden.

Überraschungsparty zum Hochzeitstag: "Monsieur Claude und sein großes Fest"

©ARNAUD_BORREL/Filmladen

Zumeist aber schiffen sich die mechanisch abgespulten Gag-Auftritte durch seichtes Klamauk-Gewässer. Selbst die Deutschen bekommen ihr Fett ab: In Form eines blonden Kunstsammlers namens Helmut, der sich als lächerlicher Wagnerianer entpuppt und Monsieur Claudes Ehefrau „meine Walküre“ nennt. Doch auch mit erweitertem Ensemble wird die Pointenquote einfach nicht höher.

INFO: F 2021. 98 Min.Von Philippe de Chauveron. Mit Christian Clavier, Chantal Lauby

Alexandra Seibel

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Alexandra Seibel schreibt über Film, wenn sie nicht gerade im Kino sitzt.

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