Nicolas Cage spielt Nicolas Cage - so ist "Massive Talent"

Der Schauspieler Nicolas Cage spielt sich selbst in einer schrulligen Meta-Komödie, in der er auf seinen größten Bewunderer trifft

Nicolas Cage spielt Nicolas Cage – ungefähr so wie John Malkovich in „Being John Malkovich“.

In dem Meta-Movie „Massive Talent“ verkörpert Nicolas Cage den berühmten amerikanischen Schauspieler Nicolas Cage, der sich in Los Angeles auf der Suche nach der nächst besten Rolle befindet. Leider gibt es gerade keine. Als er ungefragt bei Regisseur David Gordon Green (der sich selbst spielt), vorspricht – oder besser: „vorbrüllt“, beginnt sich dieser zu fürchten.

Die Rolle bekommt daraufhin ein anderer.

Die Filmkarriere des echten Nicolas Cage umspannt gute vier Dekaden. Sie reicht von einer Hollywood-Liebesgeschichte mit Cher in „Mondsüchtig“ zu Jerry-Bruckheimer-Action-Knallern wie „The Rock“ oder „Con Air“ über David Lynchs Arthouse-Drama „Wild at Heart“, einer Alkoholorgie in „Leaving Las Vegas“ bis hin zu jüngeren Kettensägen-Massakern à la „Mandy“.

Auf Youtube finden sich Clips mit den „besten Momenten aus Nicolas Cage“-Filmen, die zumeist darin bestehen, dass der Neffe von Francis Ford Coppola wild mit den Augen rollt, die Zähne fletscht und das F-Wort schreit. Anders gesagt: Gepflegtes „Overacting“ ist das Markenzeichen von Nicolas Cage. Dafür lieben ihn seine Fans.

Bezahlter Besucher

Ein Star beim reichen Gastgeber: Nicolas Cage (li.) mit Pedro Pascal

©Constantin

So auch ein gewisser Javi Gutierrez in „Massive Talent“, ein reicher Spanier mit einem Traumhaus auf Mallorca. Javi schickt dem Agenten von Nicolas Cage sein selbst verfasstes Drehbuch und bietet ihm eine Menge Geld dafür an, dass der Star ihn auf seinem Anwesen besucht – ähnlich wie Richard Lugner auf dem Opernball. Und weil der Star gerade hohe Hotelschulden zu begleichen hat, lässt er sich überreden und fliegt zu seinem reichen Gastgeber.

Flugs entdecken die beiden Männer ihre Leidenschaft für entlegene Filme – „Ich liebe ‚Das Cabinet des Dr. Caligari‘!“ – „Was? Ich auch!“ – und weinen gemeinsam zu „Paddington 2“. Dann mischt sich allerdings die CIA ein und beauftragt Cage, seinen neuen Freund zu bespitzeln, weil sie ihn für einen Drogendealer und Entführer halten.

Tiffany Haddish als CIA-Agentin mit Nicolas Cage: "Massive Talent“

©Constantin

LSD-Trip

Regisseur Tom Gormican vermischt seine verschrobene Fan-Komödie mit Thrillerelementen, bestreut sie mit Clips aus Nick-Cage-Filmen und versetzt die durchwegs witzige Handlung mit Zitaten aus ... richtig ... noch mehr Nick-Cage-Filmen. Der Schauspieler und Javi – übrigens hinreißend gespielt von Pedro Pascal – entwickeln eine lustige und warmherzige Buddie-Movie-Dynamik, die sich besonders bei einem gemeinsamen LSD-Trip bewährt.

Bevor es aber so richtig gaga wird, schlägt dann doch noch die Thrillerhandlung zu, bringt die Ereignisse in rasantem Tempo auf Action-Schiene – und bastelt daraus einen Comeback-Film im Film. Natürlich für Nicolas Cage.

INFO: USA 2022. 107 Min. Von Tom Gormican. Mit Nicholas Cage, Pedro Pascal, Tiffany Hadish.

Alexandra Seibel

Über Alexandra Seibel

Alexandra Seibel schreibt über Film, wenn sie nicht gerade im Kino sitzt.

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