Filmkritik zu "Alpenland": Massentourismus ohne Rücksicht auf die Natur

Eindringliche Doku des Kärntner Regisseurs Robert Schabus über Landschaftszerstörung im Alpenland

Von Gabriele Flossmann

Das Alpenland: Mit seinen Bergen und Seen gilt es als eine der schönsten Landschaften weit über die Grenzen Europas hinaus. Doch intensiver Tourismus hat die Naturlandschaft massiv gestört – um nicht zu sagen: zerstört.

Für den Bau von Skipisten werden Wälder gerodet. Manchmal müssen Felsen gesprengt und Flüsse umgeleitet werden. Und bei der Piste bleibt es nicht.

Auch Parkplätze, Hotelanlagen, Zubringerstraßen, Lifte und Gondeln brauchen ihren Platz. Und natürlich die Alpen-Chalets, die das Betongold auch in die höchsten Gebirgsregionen wälzen können. Mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter kostet etwa ein Blick auf die Zugspitze.

Im Schlepptau dieser Art von „Landschaftsentwicklern“ kommen die Kanonen. Schnee-Kanonen, die in einzelnen Gebieten des Alpenlandes schon bis zu 100 Prozent der Pisten beschneien. Inzwischen wird der Naturschnee als Ergänzung zum Kunstschnee gesehen und nicht mehr umgekehrt. In der Folge glitzern auch immer mehr „Bergseen“ in den Alpenregionen. Künstlich angelegt als Wasserreservoir für den Kunstschnee.

Zerstörung durch Massentourismus: "Alpenland"

©Nikolaus Geyrhalter Film

Soweit die Ausgangslage, die Regisseur Robert Schabus – ein gebürtiger Kärntner – in atemberaubende Bilder umsetzt. Er stellt Menschen vor, die ohne Rücksicht auf die Natur den Massentourismus bedienen und kontrastiert sie mit den philosophischen Lebensbetrachtungen von Bergbauern und Klein-Handwerkern, die sich schützend vor die verbliebenen Schätze der Natur stellen. Über weite Strecken wirkt „Alpenland“ wie ein melancholischer Abgesang auf das, was einmal schön war …

INFO: Österreich 2022. 88 Minuten.Von Robert Schabus. Mit Josef Pacher, Julia Auernig.

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