Filmkritik zu "Wolke unterm Dach": Verstorbene Mutter schwebt als Wolke

Halb gelungenes Gefühlskino um einen verzweifelten Witwer und seine fantasiebegabte Tochter

Von Gabriele Flossmann

Unterm Dach des schon etwas abgefuckten Hauses, in dem ein alleinerziehender Vater mit seiner Tochter lebt, braut sich einiges zusammen.

Nicht nur die titelgebende Wolke.

Früher einmal war Paul – gespielt vom deutschen Starschauspieler Frederik Lau – hoch über den Wolken unterwegs, um als Krankenpfleger in Ländern der sogenannten „Dritten Welt“ Gutes zu tun. Bis ihm während eines Fluges in den kolumbianischen Urwald eine heftige Turbulenz die Stewardess in die Arme schleudert.

Einige Jahre nach dem Happy End erfährt das Liebesglück ein dickes Ende. Die junge Frau – inzwischen Mutter geworden – stirbt bei einem Crosslauf in den Alpen. Paul und seine Tochter Lilly bleiben allein zurück.

Während der Vater seine Trauer nicht in den Griff bekommt und deshalb sogar seinen Job in einem Krankenhaus vernachlässigt, hat die Tochter eine eigene Form gefunden, mit dem Verlust umzugehen. Für sie ist die Mutter ganz einfach immer noch am Leben. In einer Wolke unterm Dach.

Die Wolke als Sinnbild der Seele ist dabei etwas zu real und wattebauschig dargestellt. Aber zumindest den halben Film hindurch gelingt es den recht gut spielenden Protagonisten, die Poesie dieser filmisch versinnbildlichten Trauerarbeit zu erhalten. Gefühlskino, in dem vieles, aber nicht alles gut ist. Manches ist nur gut gemeint …

INFO: D 2022. 112 Min. Von Alain Gsponer. Mit Frederick Lau, Romy Schroeder.

Frederick Lau verliert seine Frau in "Wolke unterm Dach!

©Warner

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