
Römerstadt Trier – 2000 Jahre Geschichte auf engstem Raum
Geschichten aus Antike, Mittelalter und Neuzeit prägen das Bild der Stadt Trier ebenso intensiv wie die Mosel und der Weinbau.
Ganz im Südwesten Deutschlands, nahe der Grenze zu Luxemburg, liegt die Römerstadt Trier, malerisch eingebettet zwischen den Weinbergen des Moseltals und den waldreichen Ausläufern von Eifel und Hunsrück. Sie zählt nicht nur zu den schönsten Orten in Rheinland-Pfalz, sondern ist auch die älteste Stadt Deutschlands. Mit ihrer mehr als 2000-jährigen Geschichte bietet Trier eine beeindruckende Fülle an Sehenswürdigkeiten, darunter neun UNESCO-Weltkulturerbestätten. Besonders bekannt sind die Porta Nigra, der prachtvolle Trierer Dom und die mächtige Konstantin-Basilika.
Historische Altstadt: Ein Spaziergang durch die Zeit
Einige der bedeutendsten Bauwerke Triers befinden sich im Herzen der Altstadt, dicht beieinander und verbunden durch prachtvolle Straßen, lebhafte Marktplätze und verwinkelte Gassen. Der ideale Ausgangspunkt für eine historische Erkundung ist das Stadtmuseum Simeonstift, direkt neben der Porta Nigra. Hier erfährt man mehr über die bewegte Vergangenheit der Stadt – von der römischen Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit. Die Dauerausstellung präsentiert filigrane Kunstwerke, originale Gewänder, Möbelstücke und archäologische Funde, die von der einstigen Macht und dem Wohlstand Triers zeugen.

Bei einem Besuch des Stadtmuseums Simeonstift wird die 2.000 Jahre alte Geschichte Triers greifbar gemacht.
©Rheinland-Pfalz Tourismus GmbHKulinarischer Genuss: Wein und regionale Spezialitäten
Heute lädt die Stadt Trier dazu ein, gemütlich zu flanieren, durch die Gassen zu bummeln und in geselligen Weinstuben kleine Pausen einzulegen. Denn Trier und seine Umgebung sind ein wahres Paradies für Genießer:innen – insbesondere für Weinliebhaber:innen. Die Region Mosel, zu der auch die Flüsse Saar und Ruwer gehören, ist die älteste Weinregion Deutschlands und das größte Steillagenweinbaugebiet des Landes. Schon die Römer:innen erkannten vor über 2000 Jahren das Potenzial der nach Süden und Südwesten ausgerichteten Hänge, die nicht nur den Reben, sondern auch seltenen Tieren ein hervorragendes Mikroklima bieten.
An der Mosel durch Weinberge spazieren und Wein trinken
Besonders die Mosel-Rieslinge sind weltberühmt: Sie zeichnen sich durch eine elegante geschmackliche Tiefe, eine feine Mineralität, die dem Wein Frische und Klarheit verleiht, und einen relativ geringen Alkoholgehalt aus – ideale Weine von höchster Qualität. Neben Riesling werden hier auch Müller-Thurgau, Elbling, Kerner, Weißer Burgunder, Spätburgunder und Dornfelder angebaut. Eine besondere Rarität der Moselregion ist der Elbling, eine der ältesten deutschen Rebsorten, die vermutlich schon von den Römer:innen kultiviert wurde.
Für wanderbegeisterte Weinliebhaber:innen bietet sich die Heldensicht an, eine der spektakulärsten Weinsichten in Deutschland. Diese führt vom „Urstrom zum Strom“ und veranschaulicht entlang des Weges mit Start in Lieser eindrucksvoll die geologische Geschichte der Mosel. Wer lieber in Trier bleiben, aber trotzdem eine schöne Aussicht haben will, dem empfehlen wir die Uferpromenade Zurlauben mit Blick auf die Mosel.
Genuss in Trierer Weinstuben
Natürlich gehört zum perfekten Weingenuss auch das passende Gericht. In den gemütlichen Weinstuben der Altstadt kann man unterschiedlichste edle Tropfen verkosten und regionale Spezialitäten dazu genießen. Die fußläufige Nähe zu den Sehenswürdigkeiten macht es leicht, Kultur und Kulinarik miteinander zu verbinden.
UNESCO-Welterbe: Trierer Dom und Liebfrauenkirche
Von der Porta Nigra führt der Weg direkt zum mittelalterlichen Hauptmarkt, einem der schönsten Plätze Deutschlands. Von dort eröffnet sich der Blick auf das imposante Doppel-Ensemble aus Trierer Dom und Liebfrauenkirche. Während der Dom als älteste Bischofskirche Deutschlands gilt, besticht die Liebfrauenkirche mit ihrer beeindruckenden gotischen Architektur. Besonders lohnenswert ist ein Blick ins Innere dieser Sakralbauten, die eine faszinierende Mischung aus romanischen, gotischen und barocken Elementen bieten.
Wer mehr über die Geschichte Triers erfahren möchte, dem sei folgende Podcast-Folge empfohlen. Darin gibt Kulturbotschafterin Paula Kolz eine kurzweilige Geschichtsstunde über das architektonische Vermächtnis der Römer oder Trier als kirchenhistorische Schatzkammer von Weltruhm.
Sehenswürdigkeiten: Konstantin-Basilika und Kurfürstliches Palais
Nur wenige hundert Meter weiter südlich wartet die nächste Sehenswürdigkeit: die Konstantin-Basilika. Ursprünglich als Thronsaal des römischen Kaisers erbaut, wurde sie im Mittelalter zur Kirche umfunktioniert. Direkt daneben beeindruckt das Kurfürstliche Palais mit seiner reich verzierten Fassade, die einen spannenden Kontrast zum schlichten, wuchtigen Bau der Basilika bildet. Im angrenzenden Palastgarten lässt es sich wunderbar entspannen, bevor es weiter zur nächsten Attraktion geht.
Greifbare Zeitreise durch die 2000 Jahre alte Geschichte Triers
Gleich neben dem Palastgarten befindet sich das Rheinische Landesmuseum Trier, eines der bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands. Von Juni bis November 2025 findet hier die große Landesausstellung zu Marc Aurel statt. Der römische Philosophenkaiser prägte mit seinen „Selbstbetrachtungen“ ein Werk, das ihm bis heute den Ruf eines idealen Herrschers einbringt. Die Ausstellung beleuchtet mit zahlreichen römischen Exponaten seine Rolle als Kaiser, Feldherr und Denker.

Wem 2.000 Jahre Geschichte noch nicht reicht, der sollte sich das Rheinische Landesmuseum nicht entgehen lassen, dessen Sammlung sich über 200.000 Jahre erstreckt, von der Uhrzeit bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
©Rheinisches Landesmuseum Trier / Trier Tourismus und Marketing GmbHNach dem Museumsbesuch geht es weiter zu den römischen Kaiserthermen, die einst zu den größten Badeanlagen des Römischen Reiches zählten. Hier kann man in die römische Badekultur eintauchen und die beeindruckenden Überreste erkunden. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt das Amphitheater, das einst bis zu 20.000 Zuschauer:innen fasste. Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und andere Spektakel brachten hier in der Antike die Menge zum Jubeln.
Das Trier von heute: 2000 Jahre alt und doch so lebendig
Trier bietet das ganze Jahr über zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Ausflugsmöglichkeiten. Ein Highlight ist das Altstadtfest Trier im Sommer, das mit Livemusik und kulinarischen Köstlichkeiten bis zu hunderttausend Besucher:innen anzieht. In der Weihnachtszeit verwandelt sich die Stadt in ein Winterwunderland mit einem der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands.
So kommen Sie von Wien nach Trier
- Auto: Von Wien nach Trier sind es ca. 850 km. Die Fahrt dauert rund 8–9 Stunden über die A1 in Österreich und weiter über deutsche Autobahnen (A3/A48).
- Zug: Mit der Bahn fährt man über Frankfurt oder Mannheim nach Trier. Die schnellste Verbindung dauert etwa 9 Stunden, mit 1–2 Umstiegen.
- Flugzeug: Direktflüge gibt es nicht, aber über Frankfurt/Main oder Luxemburg (beide ca. 2 Stunden von Trier entfernt) kann man mit Zug oder Mietwagen weiterreisen.
Fazit: Trier – ein Paradies für Geschichts- und Kulturfreund:innen
Trier ist ein wahres Juwel für Liebhaber:innen von Geschichte, Architektur und Kulinarik. Die Stadt lässt sich bequem an einem Tag erkunden, doch jede einzelne Sehenswürdigkeit bietet so viele spannende Details, dass man auch leicht mehrere Tage hier verbringen kann. Ob auf den Spuren der Römer:innen, beim Bummeln durch die Altstadt oder bei einer entspannten Weinverkostung – Trier begeistert mit seiner einzigartigen Mischung aus Historie und Lebensfreude.
Spannende Veranstaltungen in Trier 2025
- 24. bis 27. April: Wine in the city
- 15. Juni bis 23. November: Landesausstellung zu Marc Aurel
- 19. bis 21. Juni 2025: porta³
- 27. bis 29. Juni: Altstadtfest Trier
- 07. Juli bis 21. August 2025: Jazz im Brunnenhof
- 11. bis 13. Juli 2025: Zurlaubener Heimatfest
- 01. bis 04. August: Olewiger Weinfest
- 26. bis 27. September 2025: Illuminale