
Das Ruhrgebiet: Wo Industrial Charme auf Kunst & Kultur trifft
Von Industriedenkmälern über moderne Kunst bis hin zu Street Art: Entdecken Sie das Ruhrgebiet, Deutschlands pulsierende Kulturregion.
Wer ein Fan von Cityhopping ist, ist im Ruhrgebiet genau richtig! Warum? Weil Sie hier 53 sehenswerte Städte auf einmal besuchen können. Falls Sie aber nicht so viel Zeit einplanen können, um das Ruhrgebiet in seiner vollen Bandbreite zu erkunden, fangen Sie am besten bei den „Big Five“ an: Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum und Gelsenkirchen haben eine Menge zu bieten und eignen sich ideal für einen Städtetrip im Frühling. Kommen Sie mit auf eine virtuelle Reise und erfahren Sie, was für das Ruhrgebiet so typisch ist.
Industriegeschichte, wohin man blickt
Das Ruhrgebiet war einst das Herz der deutschen Schwerindustrie. Kein Wunder also, warum die Industriekultur immer noch als DNA dieser Region gilt, obwohl sie sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der spannendsten Kulturregionen Deutschlands gemausert hat. Stillgelegte Bergwerke und Hochöfen gehören längst nicht mehr nur zu den Relikten der Vergangenheit, sondern entpuppen sich als Schauplätze für Kunst, Theater und Musik.
Warum sagt man eigentlich Ruhrpott?
Der umgangssprachliche Begriff „Ruhrpott" stammt aus der Industriekultur der Region. Mit „Pott" meint man die rauchenden Kohle- und Stahlwerke, die charakteristisch für den Bergbau und die Arbeiterkultur sind. Klischees zufolge steht der „Pott“ auch für den Zusammenhalt der Menschen, die sich stolz und selbstironisch damit identifizieren.
Ein Highlight und Must-See ist die Zeche Zollverein Essen. Die zum UNESCO-Welterbe gehörende Anlage gilt nicht nur als die schönste Zeche der Welt und beeindruckt mit ihrer monumentalen Architektur. Sie beherbergt auch mehrere Museen, wie zum Beispiel das Red Dot Design Museum, und ist Bühne für unterschiedliche kulturelle Events. Auf keinen Fall sollten Sie sich dieses Meisterwerk der Technikgeschichte entgehen lassen.

Magisches Lichterspiel: Die Zeche Zollverein erstrahlt bei der UNESCO Lightshow in Essen.
©Jochen TackWeitere empfehlenswerte Tipps für Technikaffine findet man entlang der Route der Industriekultur, die eine Auswahl der 27 beeindruckendsten Industriedenkmäler beinhaltet. Darunter sind zum Beispiel auch das Schiffshebewerk Henrichenburg in Castrop-Rauxel oder das preisgekrönte Aquarius Wassermuseum in einem stillgelegten Wasserturm in Mülheim an der Ruhr.
Eine Bühne für Kreativität
Die Kulturszene des Ruhrgebietes ist facettenreich und steckt voller Überraschungen. Schon allein, wenn Sie aufmerksam durch die Straßen spazieren, werden Sie Zeug:in urbaner Kunst und Kreativität, denn Street Art spielt in Städten wie Dortmund oder Bochum eine besonders große Rolle. Das wird bei den alljährlichen Shows des urbanatix deutlich: Dabei treten junge Street-Art-Talente aus Nordrhein-Westfalen mit internationalen Artist:innen in einer Show auf, die moderne Artistik, Tanz und Musik vereint.
Wenn Sie die Werke renommierter Künstler:innen bestaunen wollen, sind Sie bei der Ruhrtriennale, einem der wichtigsten Festivals für darstellende Künste in Europa, richtig aufgehoben. Oder sie statten einem der unzähligen Off-Theater oder Ateliers in Dortmund, Bochum oder Duisburg einen Besuch ab – die Region punktet mit einer großen Vielfalt an Möglichkeiten und Events für Kulturinteressierte. Kein Wunder, dass sich kreative Köpfe aus aller Welt hier niederlassen, um ihre Projekte zu realisieren. Hier kommt bestimmt keine Langeweile auf!
Wer dann in Sachen Kunst noch nicht genug hat und gerne zu Fuß unterwegs ist, dem möchten wir die Haldenkunst im Ruhrgebiet natürlich nicht vorenthalten! Auf insgesamt 46 Halden, einstigen Überbleibseln des Bergbaus, sind beeindruckende Kunstobjekte entstanden, die die Region in eine einzigartige Open-Air-Galerie verwandeln. Sie gehen zu Fuß durch eine Achterbahn, kommen auf beeindruckenden Aussichtsplattformen zum Stehen und können kunstvolle Lichtspiele sehen – jede Halde erzählt ihre eigene Geschichte. Der Aufstieg auf die Halden mag zum Teil etwas mühselig sein, die Anstrengung wird aber durch das Kunsterlebnis und den Blick über das Ruhrgebiet mehr als belohnt.
Neben der Industriekultur und Kunstszene bietet das Ruhrgebiet auch eine beachtliche Museenlandschaft. Das Museum Folkwang in Essen zählt mit seiner erstklassigen Sammlung moderner Kunst zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Sport- bzw. Fußballfans kommen im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund auf ihre Kosten und das Lehmbruck Museum in Duisburg begeistert Skulpturenliebhaber:innen, nur um drei der angesehensten Museen des Ruhrgebietes zu nennen.
Ein bisschen Trallala darf sein
„Trallafitti“ wird im Ruhrdeutschen für Vergnügen oder Feiern verwendet und beschreibt die gelebte Kultur des Ruhrgebietes in einem Wort. Wer hier urlaubt, sollte sich Zeit nehmen, um das ein oder andere Event oder Festival zu besuchen. Kultstatus hat die ExtraSchicht, die immer am letzten Wochenende im Juni quer durch das Ruhrgebiet Landmarken wie Zechen, Stahlwerke und Industrieanlagen zu besonderen Bühnen für eindrucksvolle Shows macht. Auch das viertägige Ruhr Games Festival, das in Bochum stattfindet, erfreut sich immer größerer Beliebtheit und ist vor allem unter den Actionsportler:innen ein Fixpunkt.
Der Veranstaltungskalender ist prallgefüllt und bei so einer Vielfalt ist bestimmt für alle etwas dabei. Also, lassen Sie sich treiben und erleben Sie „Trallafitti“ live mit.
Foodies aufgepasst!
Man war nicht im Ruhrgebiet, wenn man nicht mindestens einmal in einer Trinkhalle – auch Bude genannt – einkaufen war. Die kleinen Ladengschäfte mit Süßigkeiten, Getränken und eventuell einer Currywurst-Braterei sind charakteristisch für das Ruhrgebiet.
Die grüne Seite des Ruhrgebietes
Die Ruhr ist nicht nur Namensgeber des Reviers, mit ihren Stauseen ist sie auch ein besonderes Naherholungsziel. Weitläufige Parks, idyllische Flusslandschaften und renaturierte Industriebrachen bieten ideale Orte für entspannte Auszeiten in der Natur. Ob beim Wandern, Radfahren oder Picknicken – genießen Sie die vielseitigen Landschaften und entdecken Sie, wie Natur und Industriekultur harmonisch miteinander verschmelzen. In Bochum ist der Kemnader See ein beliebtes Ziel für entspannte Spaziergänge im Grünen, die mit einem Besuch in der Wasserburg Kemnade oder der Burg Plankenstein verbunden werden können. In Duisburg beherbergt die Ruhr sogar den größten Binnenhafen Europas. Hier können Sie Gelände bei einer Hafenrundfahrt entdecken und danach entspannt an den Promenaden entlang bummeln – ein perfekter Ausklang für einen aufregenden Tag im Ruhrgebiet.
Vom Pott inspiriert: Fazit zum Ruhrgebiet
Ob beeindruckende Industriekultur, lebendige Kunstszene oder idyllische Naturerlebnisse – das Ruhrgebiet bietet eine einzigartige Mischung aus Geschichte, Kreativität und urbanem Charme. Die Region hat sich zu einer pulsierenden Kulturmetropole entwickelt, die Besucher:innen mit ihrer Vielseitigkeit begeistert. Ob Sie auf den Spuren der Bergbaugeschichte wandeln, faszinierende Street Art entdecken oder sich bei einem der zahlreichen Festivals mitreißen lassen – hier gibt es immer etwas zu erleben.
Veranstaltungskalender 2025
- 22.05. bis 24.05.2025: urbanatix
- 28.06.2025: ExtraSchicht
- 17. bis 20.07.2025: Ruhr Games 2025
- 16.08. bis 15.09.2025: Ruhrtriennale
Anreise von Wien ins Ruhrgebiet
Direktflüge bringen Sie in rund anderthalb Stunden nach Düsseldorf oder Köln/Bonn, von beiden Städten ist das Ruhrgebiet bequem zu erreichen. Alternativ bieten Zugverbindungen mit dem ICE oder Railjet eine komfortable Reiseoption, oft mit nur einem Umstieg. Der schnellste Weg mit dem Zug ist von Wien nach Dortmund mit einer Fahrt von etwa neun Stunden. Auch Fernbusse sind eine kostengünstige Option, anzureisen. Wer lieber flexibel reist, kann mit dem Auto die Strecke in etwa neun Stunden zurücklegen.