Sammeln, wegschmeißen, recyceln: Was tun mit alten Sextoys?

Ständig locken spannendere Modelle, die die ausgedienten Lustspender ersetzen. Daher eine Frage für die Zukunft: Was tun mit alten Sextoys?

Ja, auch Sexspielzeug kommt in die Jahre und kriegt das eine oder andere Wehwehchen – so geschmeidig und stylisch kann ein Vibrator gar nicht daherkommen. Und so stellte sich für die stets wachsende Toy-Industrie eines Tages die Frage: Was tun, damit der alte Dildo-Berg nicht ins Unermessliche wächst? Es geht um Umweltfreundlichkeit – da gehören nicht nur ungiftige Materialien dazu, sondern auch das Thema Nachhaltigkeit und Recycling. Apropos „ungiftig“: Die wenigsten wissen, dass konventionelles Sexspielzeug laut „Öko-Test“ zu einem hohen Prozentsatz aus Weichmachern besteht. Daher befriedigen Umweltbewusste mit Dildos aus Edelsteinen, Glas oder Holz ihre individuellen Bedürfnisse.  Mitunter leiden Sextoybesitzer aber an den Altlasten ihrer Lüsternheit: Wer noch ein Vibrator-Uralt-Modell daheim herumkugeln hat, wird sich sicher an die vielen Batterien erinnern können, die sich im Laufe des fröhlichen Surrens angesammelt haben. Irgendwann wurde auch hier neu gedacht, fast alle Spielzeuge sind heute wiederaufladbar und werden insgesamt schlanker verpackt. Ein zentraler Punkt ist außerdem das Konzept der Langlebigkeit – idealerweise sollte so ein Ding selbst bei allereifrigstem Einsatz sehr, sehr lange halten. Und natürlich gibt es längst Hersteller, die Alternativen anbieten zum Beispiel Dildos, Analplugs und Vibratoren aus regionalem Fichtenholz aus dem schönen Odenwald. Biologisch abbaubar, handgeschnitzt, hypoallergen, fein poliert. Wenn das Zeug nicht mehr funktioniert, kann man’s wenigstens verheizen oder als Deko-Objekt aufstellen.

Kurbeln und masturbieren

Irgendwo habe ich auch einmal von einem Handkurbel-betriebenen Vibrator gelesen. Ich fürchte aber, dann wird’s kompliziert. Kurbeln und masturbieren könnte selbst für Multitasking-Supertalente ein wenig problematisch werden. Und natürlich ist der Reiz des Neuen heikel in Bezug auf Nachhaltigkeit. Ständig locken Sextoy-Hersteller mit noch ärgeren Superlativen, die absolut-ultimative Orgasmen garantieren, Motto: noch stylischer, noch lustfreundlicher, noch schneller, noch stärker. Und schon drückt man animiert auf den Button „In den Warenkorb“ und lässt wenige Tage später den alten Krempel links liegen. Auf diese Weise kann einiges zusammenkommen – eines Tages steht man da, schaut auf die eigene Sextoy-Müllhalde, und überlegt sich, wie es wäre, würde man morgen nimmer aufwachen und die Erben müssten sich um die Entsorgung der Lustspender kümmern. Blöd, irgendwie. Also ab in den Mist. Halt! Keine gute Idee! Vibratoren gehören zur Altstoffe-Kategorie „Elektrokleingeräte „Rose In Good Faith“ hatte eine Idee: Die Toys werden eingeschmolzen und daraus coole, fußfreundliche Schuhe gemacht. Weiße Sneakers aus ausrangierten Vibratoren des bekannten Erotik-Riesens „Doc Johnson“. Beworben werden sie als „der perfekte Schuh für jeden Tag“. Im Aussehen erinnert er mich zwar ein bisserl an Gartenlatschen, aber in der viel stromlinienförmigeren und eleganteren Version. Und wenn dann jemand sagt „Hey, nette Schuhe“ hat man wenigstens was zu erzählen. Nein – keine Angst, keine Angst: Die zu Schuhen umgebauten Sextoys wurden nie einschlägig verwendet.

Vorlieben beim Sex

Was Österreichern beim Sex wichtig ist, zeigte eine neue Umfrage von ElitePartner bei   1.500 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 18-69 Jahren. Sieben von zehn der Befragten sind sexuell aufgeschlossen und  wollen immer wieder Neues ausprobieren. Mehr als die Hälfte sehnt sich nach Stellungs- und Ortswechsel. Und über ein Drittel experimentiert gerne  mit Sexspielzeug.

Gabriele Kuhn

Über Gabriele Kuhn

Seit 1995 an Bord des KURIER - erst 14 aufregende Jahre lang als Ressorleiter-Stv. im Freizeit-Magazin, dann als Leiterin des Ressorts Lebensart. Seit 2017 Autorin. Kolumnistin. Interessens- und Know-How-Schwerpunkte: Medizin, Lifestyle, Gesundheit. Und Erotik. Die ironische Kolumne "Sex in der Freizeit" gibt es seit 2002. Damit's nicht fad wird, schreibe ich seit Anfang 2012 die Paar-Kolumne "Paaradox" gemeinsam mit Ehemann und Journalist Michael Hufnagl. 2014 wurde Paaradox zum Lesekabarett - mit Auftritten im Rabenhof und auf vielen Bühnen Ostösterreichs.

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