Michelin zeichnet mexikanischen Taco-Imbiss mit Stern aus

In Mexiko-Stadt wurde am Mittwoch ein kleiner Imbiss mit dem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Tacos, die auf Michelin-Niveau in einem kleinen Imbiss zubereitet werden - das ist eine Seltenheit. Umso bemerkenswerter, dass das "Califa de León" in Mexiko-Stadt am Mittwoch mit einem Stern ausgezeichnet wurde. Auf nur 9,29 Quadratmetern bereitet Arturo Rivera Martínez jeden Tag seine wertigen Rindfleisch-Tacos zu, wie er es bereits seit 20 Jahren zu tun pflegt. 

Dabei kann der Imbiss zwar nicht durch Sitzplätze in einem lauschigen Gastgarten überzeugen, dafür hat er sich den Stern allerdings durch die Qualität der Tacos verdient. Und so kamen diese Woche einige Vertreter bei Martínez vorbei, um die schweren, schneeweißen Kochjacken zu überreichen. Der frischgebackene Sternekoch lehnte das Gewand allerdings mit einer Selbstverständlichkeit ab, mit der er zu seinem Sterne-Gericht jedem eine Cola als GGetränk empfiehlt. Der Grund ist wohl der massive Stahlplattengrill, der rund die Hälfte des Imbisses einnimmt und für extrem hohe Temperaturen beim Kochen sorgt. Auf 360 Grad Celsius muss der Grill für die Zubereitung der Tacos erhitzt werden - kein Wunder also, dass der Koch die langärmlige Michelin-Jacke lieber nicht anzog. 

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Der Grund für die Auszeichnung lag für die Michelin-Juroren klar auf der Hand: Nicht nur die einfache Zubereitungsart, sondern die damit verbundene Qualität überzeugten. Die Zutaten beschränken sich grundsätzlich auf Tortillas, Rindfleisch und eine grüne oder rote Sauce dazu. Die Wertung erfolgt dabei nach einem einheitlichen Bewertungssystem, das als Kriterien auf Preis-Leistungs-Verhältnis, die persönliche Note, sowie auf eine Qualität achtet, die auf Dauer aufrechterhalten wird. Und nicht nur die Juroren konnten die Tacos bereits überzeugen - regelmäßig ist der Imbiss mit begeisterten Gästen gut gefüllt. 

Bereits seit 1968 begeistert der Imbiss exakt an diesem Ort. Seinerzeit wurde er von Juan Alonso gegründet, dem Vater des heutigen Besitzers Mario Hernández Alonso. Bisher entschieden sie sich allerdings dagegen, den Namen "Califa" des Imbisses zu schützen, wodurch eine andere Taco-Kette mit ähnlichem Namen expandierte. Nichtsdestotrotz zeigt sich Hernández Alonso zufrieden mit dem derzeitigen Geschäft, überlässt allerdings die Präsenz in den sozialen Medien getrost seinen Enkelkindern. 

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