Flaschenpost: Wein in der City – Wiens Reben erobern die Welt

Wiens Weinbau ist mehr als Heurigen-Romantik: Von Gemischtem Satz bis Muschelkalk sind die Weine der Stadt längst international gefragt.

Wien ist anders. Jeder, der die Stadt erlebt, kann das bestätigen. Der Charme ist, so vorhanden, herb bis derb – das alltägliche Miteinander meist getragen von anfänglichem Missmut allem und allen gegenüber. 

Hier und da verbirgt sich hinter der abweisenden Schale ein zugänglicher Kern – das goldene Wiener Herz. Wien ist aber auch eine lebenswerte Stadt – selbst wenn Kopenhagen sie kürzlich vom ersten Platz im diesbezüglichen Ranking verdrängte. Die Tatsache, dass Wien als einzige Metropole über nennenswerten Weinbau verfügt, macht sie wohl besonders lebenswert. 

Etwa 700 Hektar Rebland verteilen sich über die Randbezirke der Stadt. Der Wiener Weinbau fungiert jedoch nicht nur als Volksbelustigung, sondern ist längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hunderte Betriebe produzieren Weine – und zwar nicht die schlechtesten. 

Von Pionieren wie Fritz Wieninger, der schon vor Jahrzehnten den Wiener Wein weltweit bekannt machte über Fuchs-Steinklammer bis zu Quereinsteigern wie Hans Peter Göbel oder Jutta Ambrositsch. Ihre Weine trinken sich nicht nur im Heurigen famos, sondern sind auch in den besten Restaurants zwischen Amsterdam und Tokio gelistet. 

Der einstige önologische Underdog Gemischter Satz ist längst Kult unter Weinauskennern, aber auch alle anderen gängigen Rebsorten spielen auf Augenhöhe mit. Vom Nussberg mit seinen begehrten Muschelkalkböden bis Stammersdorf oder Mauer, überall finden sich Toplagen – auch wenn das lange noch nicht alle zu nutzen wissen.

Christina Fieber kommt aus Salzburg und arbeitet als freie Weinjournalistin in Wien.

Christina  Fieber

Über Christina Fieber

Christina Fieber kommt aus Salzburg und arbeitet als freie Weinjournalistin in Wien.

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