Konstantin Filippous ehemaliger Küchenchef eröffnet neues Restaurant

Mit "Tipsy Tea" will die "Lime Cevicheria" Gäste in die Seestadt locken. Dort stehen neue Lokal vor Herausforderungen.

Die Seestadt in der Donaustadt zählt als modernes Stadtentwicklungsgebiet zu Wiens Vorzeigeprojekt. Die ersten Bewohner, die „Pioniere“, zogen 2014 ein. Seitdem musste in dem noch jungen Wohngebiet bereits nachgebessert und asphaltierte Flächen wieder entsiegelt werden. Als gastronomisch “hartes Pflaster“ bezeichnet Filippo Krawatt (37) das neue Grätzel.

Bei Konstantin Filippou leitete er drei Jahre die Küche, an der Seestadtstraße 27 hat er mit der „Lime Cevicheria“ sein erstes eigenes Lokal eröffnet.

Filippo Krawatt

©Kurier/Juerg Christandl

Für die ansässige Gastro käme zur Corona-Krise, der Teuerung und dem Ukraine-Krieg auch die Lage am Stadtrand erschwerend hinzu: „Die Personalsuche ist katastrophal. Vor Corona kamen auf eine Ausschreibung ein paar Bewerbungen, jetzt geht es gegen null“, schildert er.

Anarchie statt Sushi-Etikette

Beim Gehalt zahle er weit über Kollektiv und biete zahlreiche Zusatzleistungen. Thema sei auch nicht die Verkehrsberuhigung, sondern die lange Anfahrt in die Seestadt: „Das ist schon eine Reise. Wenn sich die Leute dann lieber was im ersten Bezirk suchen, habe ich dafür Verständnis.“

Er selbst wohnt 150 Meter von seinem Lokal entfernt. „Ich bin leidenschaftlicher Seestädter. Noch hat die Seestadt keine klare Identität, doch man spürt, wie sie sich entwickelt. Es herrscht schon ein wenig Grätzl-Feeling“, schwärmt er.

Für eine Cevicheria hat sich Krawatt entschieden, weil ihm die Sushi-Kultur mit zu viel Etikette verbunden ist. „Ich habe mich damit in einer Nische breitgemacht. Ceviche ist die Anarchie des Sashimi. Man kann extrem viel machen.“

Zu "Tipsy Tea" gibt es eine gut gefüllte Etagere für zwei Personen.

©Kurier/Juerg Christandl

Den rohen Branzino gibt es klassisch peruanisch (14 Euro) mit Limette, Koriander und Leche de Tigre, als Lachs-Variante mit Trüffel und Zitronenmayo oder für Veganer aus Pilzen. Die Mittagskarte richtet sich vor allem an die Angestellten im umliegenden Forschungszentrum. Für vegane Hauptgerichte wie Cous Cous und japanische Soba Nudeln (ab 7,50 €) gibt es Toppings aus Lachs, Flank Steak oder gegrilltem Huhn.

Tee mit Umdrehungen

Nach dem Soft Opening soll ab 17. Oktober „Tipsy Tea“ auch Gäste von außerhalb anlocken, so die Hoffnung. Statt Schwarztee mit Umdrehungen kommen Longdrinks und Cocktails in die eisgekühlten Hendricks Kannen. Die Bestellung (19,50 Euro) reicht für zwei Personen, getrunken wird aus dem Porzellangeschirr Gin Tonic, Moskow Mule oder Tequila Sunrise.

An der finalen Karte wird jedoch noch gefeilt, geplant ist das After Work-Angebot von Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr. Als Upgrade gibt es eine dreistöckige Etagere, bestückt mit Lachs sowie Beef Tatar, eingelegten Miesmuscheln, Aufschnitt und Petit Four. Potenzial für noch mehr Lokale gibt es in der Seestadt jedenfalls reichlich. Bis in die 2030er Jahre sollen 20.000 Mensch hier leben und arbeiten.

lime-seestadt.at

Über Verena Richter

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