Vitamin C in der Hautpflege: Ein Faktencheck

Weniger Marketing-Sprech, mehr Information! Was Vitamin C und Antioxidantien in der Pflege verloren haben und ob sie wirklich wirken.

Anti-Aging, Glow, Clean Skincare. Alles Worte, die wir in Wirklichkeit nicht mehr lesen wollen. Sie werden auf Pflegeprodukten inflationär verwendet und sagen nicht wirklich etwas aus. Die freizeit sprach mit zwei Hautpflege-Profis über die Wirkungsweise und Anwendung von Antioxidantien – speziell Vitamin C – in der Pflege. 

Fokus auf Wirkstoffe

Vitamin-C-Präparate haben in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebt und werden immer populärer. "Vitamin C wirkt sich in der Epidermis und Dermis aus", erklärt Barbara Lang, Education Manager bei Biotherm. "Produkte aus der Kosmetik sind aber stets bloß so dosiert, dass sie ausschließlich in der Epidermis wirken dürfen. Produkte, welche in Sachen Vitamin C auch in die Dermis gehen, sind dann medizinische Produkte, welche seitens Hautarzt oder Apotheke kommen." 

Die Hauptaufgabe von Vitamin C in der Hautpflege besteht darin, für einen ebenmäßigen Teint zu sorgen und eine bessere Ausstrahlung zu erzielen (hier kommt das beliebte Wort "Glow" zum Tragen, sprich: das Gegenteil von fahler Haut). "Vitamin C reduziert die übermäßige Melaninproduktion", so Lang weiter. Sogenannten Altersflecken wird also vorgebeugt. "Außerdem ist Vitamin C ein natürliches Antioxidant."

In der Dermis hat Vitamin C die Aufgabe Feuchtigkeit zu binden und so der Dehydrierung der Haut vorzubeugen. "Weiters hilft es bei der Straffung der elastischen Fasern in der Dermis und sorgt somit gegen Spannkraftverlust vor."

Vitamin C im Kampf gegen freie Radikale

Antioxidantien spielen in den meisten Produkten der steirischen Naturkosmetik-Firma Ringana eine tragende Rolle. Gründerin Ulla Wannemacher erklärt: "Antioxidantien haben bei uns zwei Funktionen: Sie schützen die Wirkstoffe im Produkt vor Oxidation und die Haut vor Umweltstress."

Bei Ringana kommen Antioxidantien nicht nur in den frisch produzierten Pflegeprodukten, sondern auch in den Nahrungsergänzungsmitteln vor. Wie unterscheidet sich also die Anwendung von innen und von außen? "Auf der Haut wirken Antioxidantien als Schutzschild. Werden Antioxidantien verzehrt, können sie freie Radikale, die in unserem Körper entstehen oder von der Außenwelt stammen (z.B. Sonnenstrahlung, Giftstoffe etc.) von innen heraus neutralisieren. Die Kombination von Kosmetik (außen) und Nahrungsergänzung (innen) bietet hier den idealen Effekt."

Die französische Firma Lancôme bringt Ende Februar das "Rénergie H.C.F. Triple Serum" auf den Markt, das neben Hyaluron- und Ferulasäure auch Vitamin C und Niacinamid beinhaltet.

©PR

Aber auch das Zusammenspiel von verschiedenen Vitaminen machen sich viele Kosmetikfirmen zunutze. Vitamin C sieht man oft in Kombination mit Vitamin E – kein Zufall: Diese zwei Vitamine ergänzen sich perfekt, da C vor allem in Wasser-basierten Formulierungen vorkommt, während Vitamin E eher in ölhaltigen Produkten zu finden ist. Das Vitamin E hat also oft die Aufgabe, das instabile Vitamin C so lang wie möglich am Leben zu halten, damit es nicht seine Wirksamkeit verliert. 

Biotherm

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IT Cosmetics

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Ringana

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Ringana ging hier sogar noch einen Schritt weiter: Vitamin C wird an mikroskopisch kleine Goldpartikel und Glutathion gebunden. Das so entstandene „Goldvitamin“ dringt tiefer in die Haut ein, ist stabiler und setzt seine Wirkung erst dort frei, wo es benötigt wird.

Kombination für maximalen Effekt: Retinol und Niacinamid

Die Vitamine A und B3 sind mächtige Verbündete für ein gutes Hautbild. Vitamin A ist momentan der einzige Wirkstoff auf dem Markt, der – wissenschaftlich bewiesen – Fältchen auf der Haut rückgängig machen kann, während die meisten anderen nur zur Prävention von vorzeitiger Hautalterung dienen. B3 hilft, die Haut etwas aufzuhellen und ist so vor allem für Menschen mit Akne ein Must-have, da es z. B. Pickelmale schneller verschwinden lässt. 

Vitamine in der Pflege - und wie sie wirken

Vitamin A

Je nach Form als Retinol, Retinal bzw. Rhetinoid auf der Packung zu finden und der Goldstandard in der Pflege: Sollte ab Mitte 30 zum Einsatz kommen, man beginnt mit leichten Dosierungen (z.B. 0,3% Anteil im Serum oder Öl) und steigert sich mit der Zeit auf 1%. Abends anzuwenden, am nächsten Tag unbedingt Sonnenschutz tragen.

Vitamin B3

Auch bekannt als Niacinamid. Hilft bei der Ceramid-Produktion und stärkt so die Hautbarriere. Leicht aufhellend.

Vitamin C

Das stärkste Antioxidant in der Pflege. Hilft der Zelle beim Schutz vor freien Radikalen, sorgt für einen gleichmäßigeren Teint und für mehr Ausstrahlung.

Vitamin D

Stärkt die Selbstverteidigungsmechanismen der Haut.

Vitamin E

Ebenfalls ein Antioxidant und hilft vor allem anderen Vitaminen bei der Arbeit (vor allem den A und C). 

Wie wendet man Vitamin C in der Pflege richtig an?

"Es gibt Vitamin C meistens in Form von Seren, Cremen oder Ampullen," erklärt Barbara Lang von Biotherm. "Eine Creme oder Serum wirdn in der täglichen Routine eingesetzt, eine Ampulle eher nach Bedarf – z. B. wenn man punktuell vor einem speziellen Anlass einen Extra-Booster an frischer Ausstrahlung für seine Haut möchte." Auch die Anwendung von Sonnenschutz sollte nicht vernachlässigt werden. Lang: "Die Kombination von Vitamin C mit UV-Einstrahlung kann sonst sehr aggressiv für die Haut werden." Auch von der direkten Kombination mit AHA-Säuren (z.B. Glycolsäure) rät die Expertin ab.

Kiehl's

Powerful-Strength Line-Reducing Concentrate

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Murad

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Babor

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Das Praktische an Vitamin-C-Produkten bei der Anwendung: Man kann davon eigentlich nie zu viel verwenden (im Gegensatz zu Retinol!). "Die Haut nimmt sich nur so viel, wie sie braucht", so Land.

Was ist bei öliger Haut bzw. Akne zu beachten? "Ölige Hauttypen benötigen eine eher leichte Pflege", sagt Ulla Wannemacher. "Das FRESH overnight treatment face wäre hier aber mit Vorsicht zu verwenden, ggf. nur auf einzelnen Stellen und nicht im ganzen Gesicht, da es sich dabei um eine reichhaltige Wasser-in-Öl Emulsion handelt, die für ölige Haut zu reichhaltig sein kann.  Das muss allerdings nicht sein, wir empfehlen hier deshalb vorsichtig zu testen." 

Sandra Keplinger

Über Sandra Keplinger

Digital Producer bei freizeit.at. Die gelernte Fotografin liebt alle Themen rund um Ästhetik. Sie arbeitete als Foto- und Modechefin beim WIENER, schrieb über das Mode-Business in der DIVA und war zuletzt CvD bei Falstaff LIVING.

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