Haarig: Diese Promi-Damen wollen keine Blondinen mehr sein

Schokobraun statt Honigblond: Auch bei Teenies gilt Blond plötzlich als uncool. Warum die trendigen Brauntöne aber nicht jedem stehen, erklärt ein Profi.

Blonde Strähnen oder zu den Spitzen hin immer heller werdendes Blond – was jahrelang als Standardwunsch von Friseur-Kundinnen galt, scheint aktuell ziemlich uncool geworden zu sein. Bekannte Influencer auf Tiktok bezeichneten blondes Haar jüngst als „cheugy“. Ein Wort, das von der jungen Generation Z benutzt wird, um aus der Mode gekommene Trends von Millennials (Mitte 20- bis 40-Jährige) zu beschreiben.

„Alle coolen Mädchen haben jetzt dunklere Haare“ erklärt Tiktokerin Robyn DelMonte (GirlBossTown).

Anti-Blond

Tatsächlich zeigen sich Topmodels und Teenie-Idole wie Hailey Bieber und Gigi Hadid neuerdings in satten Brauntönen statt mit blonden Mähnen. Auch Sängern Billie Eilish wechselte von ihren kultigen grünen Haaren nur kurzzeitig zu Platinblond, um sich jetzt in einem natürlichen Braunton zu präsentieren.

Der helle Barbie-Look ist passé und die Anti-Blond Bewegung auch eine Konsequenz der Pandemie, urteilte das i-D Magazin dieser Tage. Weil durch Lockdowns keine Friseurbesuche möglich waren, freundete man sich zusehends wieder mit seinem Naturton an – der oft dunkler ist.

Als „Luxusbraun“ oder „expensive Brown“ werden die neuen Nuancen von Stylisten beschrieben, die durch verschiedene Braunschattierung im Haar äußerst lebendig aussehen können. Farben, die appetitlich Milchschokolade oder Lebkuchen (braun-orange) heißen, sollen 2022 für Furore sorgen.

Auf den Laufstegen und den aktuellen Werbesujets der Luxusmarken von Chanel bis Dior fällt jedenfalls schon auf, dass sich immer weniger Wasserstoffblondinen tummeln. So gilt etwa Sofia Steinberg mit dunklem Kurzhaarschnitt als Model der Stunde und ist eines der gefragtesten Kampagnengesichter der Modewelt. Givenchy bis Saint Laurent reißen sich um die Russin.

Das neue Brünett wirke „raffiniert und luxuriös“, schwärmen Starfriseure wie Mallery Share und US-Figaro Sharon Dorram erzählt der New York Times: „Die Einstellung zu Brauntönen hat sich definitiv verändert. Die extreme Transformation von der Blondine zur Brünetten ist gerade sehr trendy. Es ist fast, als würde man eine seine Persönlichkeit wechseln.“

Und wie sieht es hierzulande aus? „Einige Kunden sind in den letzten Monaten zu ihrer braunen Naturhaarfarbe zurückgekehrt“, so Haarexperte Chris Yau von „The Fringe“ in Wien – in einem überschaubaren Ausmaß allerdings. Es sei vor allem das jüngere Publikum, das sich dem dunklen Trend verschreibt.

Macht blass

Für das Umstyling rät er zu warmen, mittelbraunen Tönen, die mit dem Hautteint harmonieren. „Denn Pigmentflecken und blasse Haut werden durch dunkle Haare verstärkt. Außerdem sieht man bei grauen Haaren den Ansatz sehr viel schneller“, gibt der Profi zu bedenken.

Wer weiterhin überzeugte Blondine bleibt, dem sei zum Trost prophezeit: In ein paar Jahren wird dann Brünett als „cheugy“ gehandelt.

Christina Michlits

Über Christina Michlits

Hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nach Kennenlernen des Redaktionsalltags bei Profil und IQ Style, ging es unter anderem zu Volume und dem BKF. Seit 2010 bei KURIER für die Ressorts Lebensart und Freizeit tätig.

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