Grübchen selber machen: Wie gefährlich ist der Tiktok-Trend?

Auf Tiktok versuchen immer mehr Menschen, sich selbst Grübchen zu machen. Was hinter dem riskanten Beauty-Hack steckt.

Es gibt nichts, was es auf Tiktok nicht gibt: Momentan trendet ein äußerst fragwürdiger "Beauty-Eingriff". Immer mehr User zeigen, wie sie selbst Hand anlegen und sich Grübchen auf der Wange verpassen. Dafür dreht man den Finger oder einen schmalen Gegenstand einige Minuten lang auf der Stelle, wo später die Einkerbung entstehen soll. Wiederholt man diesen Vorgang nun öfter, sollen angeblich Grübchen entstehen. 

Wie Grübchen entstehen

Die Frage, die man sich zwangsläufig stellt: Geht das so einfach? Um überhaupt zu verstehen, was der Beauty-Hack bewirken soll, muss man wissen, wieso einige Menschen Grübchen haben und andere nicht. Der Lachmuskel ist je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt. Wenn er besonders stark und kurz ist, zieht er beim Lachen die Haut nach innen und ein Grübchen entsteht. 

Verletzungen an der Hautoberfläche

Mandana Péclard, Fachärztin für Dermatologie erklärt im Gespräch mit dem Schweizer Medium 20 minuten, wie gefährlich der Trend ist. "Wer mehrmals täglich mit Druck an seinem Gesicht arbeitet, sorgt im schlimmsten Fall für Verletzungen an der Hautoberfläche, die langfristige Rötungen und Pigmentierungen auslösen. Auch kleine Risse könnten zurückbleiben", sagt die Expertin.

Den Gesichtszug, der für die Grübchen sorgt, könne man laut Péclard weder selbstständig noch künstlich erschaffen. "Das kann vielleicht im ersten Moment minimal nach einem Grübchen aussehen, ist aber eine langfristige Hautverletzung", betont die Fachärztin. Fazit: Der Tiktok-Hack funktioniert nicht. Künstliche Grübchen kann man sich nur durch eine Schönheitsoperation machen. Dafür wird an den Innenseiten der Wangen ein Schnitt gesetzt und ein Stück Muskelgewebe entfernt. Will man die Grübchen nur für ein paar Monaten, dann reicht es, wenn man Hyaluronsäure in die Wangen spritzt - "das hält dann sechs bis neun Monate", sagt Péclard.

Stephanie Angerer

Über Stephanie Angerer

Chronik-Redakteurin

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