Glänzendes Mondballett: Die schönsten Metallic-Looks

Der Mond kommt nie aus der Mode. Seit jeher inspiriert er Modedesigner zu metallischen Styles und Künstler zu Poesie. Die Tänzerinnen des Wiener Staatsballetts aus der Trilogie "The moon wears a white shirt“, zeigen für die freizeit die schönsten Metallic-Looks.

Die besten Modedesigner haben heuer Looks kreiert, die  fast immer passen: metallisch glänzende Outfits. So wählten Supermodels wie Kaia Gerber oder Naomi Campbell bereits im Frühjahr Silbernes von Celine beim Filmfestival in Cannes für ihren Red-Carpet-Look.  Auch Schauspielerin Elle Fanning sorgte  dort für ein Blitzlichtgewitter, als sie mit einem metallisch-futuristischen Bustier-Kleid von Paco Rabanne auftrat, dessen Oberteil nur aus zarten Metall-Blumen bestand und an eine androide Fantasie-Prinzessin erinnerte. 

Der Schimmer-Trend hat offenbar den Zeitgeist getroffen, denn er setzt sich unbeirrt fort.  Auch auf Instagram. Dort sammelte Dua Lipa neue Follower mit Postings,  in denen sie Kleider der Versace-Kapselkollektion in Metallic-Leder trug. Einflussreiche Modelabels, wie Giambattista Valli oder Louis Vuitton, setzen auch im Herbst auf die Looks, die aus der Zukunft zu kommen scheinen. Balenciaga ließ Künstlerin Eliza Douglas sogar in einem  Kleid, das an eine Ritterrüstung  erinnerte, bei der Haute-Couture-Show auftreten.

Der Mond im weißen Hemd

Das futuristisch anmutende Moon-Set-Design der freizeit-Modeproduktion greift den Metallic-Trend auf. Als Models setzten die Tänzerinnen des Wiener Staatsballetts, die Wienerinnen Mila Schmidt und Olivia Poropat, glänzende  Roben galaktisch in Szene. Sie proben gerade zu einem neuen Ballett, das den Mond zum Thema hat. Auch die Volksoper lässt sich von ihm für ihre Herbst-Produktionen inspirieren.  

Jumpsuit von Jennifer Milleder, jennifermilleder.com. Jacke von Leo Lin, 1.699 €, über Popp & Kretschmer, popp-kretschmer.com. Ohrclips mit Tansanit-Cabochon, 4.650 €, Spectrolith Linsenkette,  2.500 €, von Atelier Heldwein. Tasche von Julia Skergeth, 495 €, juliaskergeth.com. Brille Off-White by Mister Spex, 359,95 €. Stiefeletten von Philipp Plein, 1.620 € 

©Sigrid Mayer

So hat Jacques Offenbachs Science-Fiction-Oper "Die Reise zum Mond“ bereits für Begeisterungsstürme  gesorgt. Ab 12. November widmet sich ein weiteres Stück dem geheimnisvollen Himmelskörper: "The moon wears a white shirt“ ("Der Mond trägt ein weißes Hemd“) ist ein Ballettzyklus der Choreografen Martin Schläpfer, Karole Armitage und  Paul Taylor.  

Schläpfer lässt die Tänzer in seinem "Dritten Klavierkonzert“ zu Alfred Schnittkes Konzert für Klavier und Streichorchester träumerisch performen. Karole Armitage, sie arbeitete mit George Balanchine und Merce Cunningham  am Broadway, schafft mit ihrem  Stück "Ligeti Essays“ eine Symbiose zwischen Bewegung, Musik und Poesie. Und Modern Dance Künstler Paul Taylor lässt seine Tänzer bei "Dandelion Wine“ zu einem Violinkonzert des barocken Virtuosen Pietro Locatelli atemberaubende Sprünge vollführen. 
 

Die Zeilen "Es tanzt der Mond – im weißen Hemd – in bläulichem Licht – badet alles ...“ stammen aus einem Gedicht des ungarischen Dichters Sándor Weöres, das von Komponist György Ligeti vertont wurde. "The moon wears a white shirt“ ist die englische Übersetzung aus einem der "Drei Lieder für Solosopran und Klavier“ von Weöres.

"Da dieses Bild vom Mond im weißen Hemd so schön für den gesamten Abend passt, haben wir ihn als Titel des Programms gewählt“, erzählt die Chefdramaturgin des Wiener Staatsballetts, Anne do Paço. Welchen Bezug die Tänzerinnen selbst zu Mode und Mond haben? "Wie der helle Mond in einer Winternacht am Berg meinen Schatten warf, beeindruckt mich bis heute“, erzählt Mila Schmidt. "Ich liebe den Mond, er ist ein wertvolles Gut“, sagt Olivia Poropat, "auch Mode ist mir sehr wichtig. Ich kann damit in immer neue Rollen schlüpfen“.
 

Links: Links: Kleid von Claus Tyler, 499 €, Jacke von Huishan Zhang, 1.699 €, von Popp & Kretschmer. Gürtel von Armani, 1.250 €, armani.com. Ohrringe Big Drops von Cajoy, 129,99 €, cajoy.com. Schuhe von Philipp Plein, 1.620 €

Rechts: Rechts: Krone von AND-I, 350 €, and-i.com. Kleid von Carolina Herrera, 2.999 €, bei Popp& Kretschmer. Ohrringe von Pandora, 99 €. Choker von Moschino (Vintage). Stiefel von Moulham Obid, 450 €

©Sigrid Mayer

Unsterbliche Metallic-Trends

Ob auf der Bühne oder  dem Laufsteg – die britische Philosophin und Psychoanalytikerin Isabel Millar bezeichnet in ihrem Buch "The Psychoanalysis of Artificial Intelligence“ den futuristischen Modetrend  als Reaktion auf unsere Fantasie, unsterblich zu werden. Diese  Fantasie ist nicht neu. Bereits in den 1930er-Jahren trugen Hollywood-Diven und die  Haute Volée metallische Red-Carpet-Looks: von Chanel, das übrigens auch heuer auf Gold-Couture setzt. Gabrielle Chanel entwarf damals für Filmproduzent Samuel Goldwyn Filmkostüme und Abendkleider aus fließendem Gold-  und Silber-Lamé. Kleider, die heute immer wieder auf Online-Plattformen wie etwa 1stDibs, ersteigert werden können. 

Paco Rabanne hüllte in den 1968er-Jahren seine Musen Twiggy, Françoise Hardy und Brigitte Bardot in Minikleider aus seinen ikonischen Metallplättchen und kreierte für den Sci-Fi-Film Barbarella Jane Fondas   legendäres Silberoutfit. Mond  und Mondlandung inspirierten   auch Modemacher wie André Courrèges in den Sixties, und  Prada entwickelt derzeit einen Weltraumanzug gemeinsam mit der NASA.   

Premierenkarten zu gewinnen

"The moon wears a white shirt“ ist  in der Volksoper Wien zu sehen. Ballette von Martin Schläpfer, Karole Armitage und Paul Taylor. Premiere: 12. 11., 19 Uhr. Weitere Termine 17. / 22. 11. und 4. /9. /12. 1. Die freizeit verlost 3x2 Premierentickets unter [email protected] Einsendeschluss: 3. November 

Neu  ist die Art und Weise, wie galaktische Metallic-Töne getragen werden. Heuer mixt man Nerd- mit Visionärsstil. Silber, Gold und schimmernde Pastelltöne werden zu langen Röcken, Nerd-Brillen, Jeans, Cargo-Hosen,  Strickpullis und Westen im unaufgeregt, lässigen Normcore-Stil kombiniert und gerne auch mit Vintage-Schmuck getragen.

*Fotos von Sigrid Mayer 

Florentina Welley

Über Florentina Welley

Mag. Florentina Welley schreibt seit 2006 als Lifestyle-Autorin über ihre Lieblingsthemen: Mode, Reise, Design und Kunst. Darüber hinaus konzipiert sie Shootings, kuratiert auch Kunst- und Designevents. Auch Film-Erfahrung hat sie, etwa als Co-Produzentin für den Spielfilm „Die toten Fische“, darüber hinaus ist sie in Werbung und Medien bekannt für Konzepte, Textierungen jeden Genres und Modeproduktionen samt Styling, Regieassistenz, Ausstattung und Kostümbild.

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