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Mein Donnerstag

Liebe ist kein Ereignis, sondern sie ist das Ergebnis

Über wichtige Rituale im Beziehungsalltag.

Pandemie. Delta. Kontaktperson. Omikron. Quarantäne. Viele Paare verbringen gerade mehr Zeit miteinander als üblich. Das geht nun seit zwei Jahren so und kann die Beziehung durchaus strapazieren. Den anderen sehen ist nicht gleich den anderen sehen. Es macht nämlich einen beträchtlichen Unterschied, ob man sich über den Weg läuft, weil man unter einem Dach lebt. Oder sich bewusst miteinander beschäftigt. Therapeuten und Therapeutinnen raten daher zu kleinen, aber wohl sehr wichtigen Ritualen.

Quality Time statt Alltag lautet die Devise. Liebe ist ein Ergebnis, kein Ereignis, sagte das Berliner Paartherapeuten-Paar Nadja und Clemens von Saldern vor einiger Zeit in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Und um auf ein schönes Ergebnis zu kommen, müssten beide etwas dafür tun. Angeblich ist der größte Liebeskiller in der Quarantäne-Situation – neben dem allgemeinen psychischen Druck – die mangelnde Intimsphäre.

Man dürfe nicht unterschätzen, wie transparent der andere wird, wenn man ihn so nahtlos erlebt – die Entzauberung trete ein. Langeweile, Bewegungsmangel und die Furcht vor einer ungewissen Zukunft erzeugen Stress, das mache die Menschen ohnehin sehr dünnhäutig.

Also zurück zu den Ritualen, zu denen Experten und Expertinnen raten. Manche sprechen einfach von einem Glas Wein, zu dem man ein Gespräch führt, inklusive Handyverbot. Andere raten dazu, sich regelmäßig kleine Notizen in der Wohnung zu hinterlassen. Und wieder andere genießen den täglichen Kaffee am Morgen gemeinsam im Bett und erzählen sich, was der Tag jeweils bringen wird und was sie sich wünschen. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Pflegen Sie Rituale in Ihrer Beziehung?

Yvonne Widler

Über Yvonne Widler

Nach ihrem Wirtschafts- und anschließendem Journalismus-Studium hat Yvonne Widler mit Kollegen das mehrmals preisgekrönte Online-Magazin "paroli“ gegründet und fungierte als dessen Chefredakteurin. Im Mai 2014 wechselte sie in das Gründungsteam von NZZ.at, wo sie zuerst das Projektmanagement übernahm und später als Chefin vom Dienst und Ressortleiterin für gesellschaftspolitische Themen tätig war. Seit April 2016 ist sie beim KURIER, mit Jänner 2021 übernahm sie die Ressortleitung der "Lebensart". 2017 erhielt sie den Prälat-Ungar-Preis für den Artikel "Gedanken von unheilbar kranken Menschen". Ein Jahr später wurde sie mit dem Dr. Karl-Renner-Publizistikpreis ausgezeichnet - für ihre Aufarbeitung des Schicksals eines Heimkindes.

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