„Schraubenkobel“: So schmeckt es im Taubenkobel-Pop-up in Wien

Das burgenländische Haubenlokal von Barbara Eselböck und Alain Weissgerber gibt ein Gastspiel in ehemaliger Mercedes-Werkstatt.

Er hat schon Tradition, der vorweihnachtliche Ausflug der burgenländischen Haubenküche in die Bundeshauptstadt. Nachdem das Taubenkobel-Pop-up zwei Jahre in Folge Lockdown-bedingt pausieren musste, feiern Barbara Eselböck und Alain Weissgerber heuer ein umso spektakuläreres Comeback in Wien.

Zum mittlerweile fünften Mal ist der Taubenkobel von Schützen am Gebirge mitsamt Küche, Team und ausgekochtem Konzept umgezogen. Diesmal auf die Wiedner Hauptstraße. Wie schon 2018, als das Gastspiel in einer Remise in Meidling stattfand, wird auch heuer auf ein industrielles Setting gesetzt: Die alte Mercedes Werkstätte im 4. Bezirk wurde zum „Schraubenkobel“ umfunktioniert.

Seit Freitag schraubt das Küchenteam an Weissgerbers famosem Menü in zehn Akten. Der KURIER durfte am Eröffnungstag kosten.

Bodenständiger Luxus

Geboten wird ein intensives Erlebnis für alle Sinne – allen voran natürlich für den Geschmackssinn. Auf den Teller kommen die Taubenkobel-Highlights der vergangenen Saison. Besonders gelungen: Ganslsud mit Limonenseitlingen, ebenso wie der kräftige Hauptgang. Der Historie der Location wird mit dem gleichermaßen bodenständigen wie luxuriösen ersten Gang (Leberkässemmel – mit Périgord Trüffel!) und dem süßen Abschluss (Schokoschrauben) Tribut gezollt.

©Paul Haider

Das zehngängige Menü gibt es auf Wunsch in vegetarischer, gluten- und laktosefreier Ausführung. Es schlägt mit stolzen 188 Euro pro Person zu Buche, die Weinbegleitung kostet 112 Euro (sechs edle Tropfen aus aller Welt, ein Burgenländer ist freilich auch dabei). Von Montag bis Mittwoch gibt es auch ein etwas günstigeres Luxusmenü (148 Euro pro Person). Drei Stunden sollte man für das Erlebnis-Dinner einplanen.

Die Idee von Chefin Barabara Eselböck für das diesjährige Pop-up war, „Kunst mit Kultur, Genuss und Design“ zu verbinden. Ein ehrgeiziger Plan für eine riesige Werkstatt-Halle, doch er ist aufgegangen: Die kulinarische Extravaganz wird in einem „Stanley-Kubrick-artigen Setting“ serviert, wie es Eselböck nennt, zwischen Hebebühnen und Oldtimern.

Das visuelle Konzept stammt von Medienkünstler Peter Kogler; er ist unter anderem für seine Röhren-Installation in der U-Bahn-Station am Karlsplatz bekannt. Akustisch wird das Menü von elektronischen DJ-Klängen und gelegentlichen poppigen Zwischengängen der „Schraubenkobel“-Band begleitet. Wer zu früh dran ist, kann sich die Wartezeit an der Bar oder in der trendigen Lounge vertreiben.

Der Hauptgang: Salzkalb mit Bittersalaten und Senfkaviar 

©Paul Haider

Der „Schraubenkobel“ ist noch bis 22. Dezember von Montag bis Samstag ab 18 Uhr geöffnet. Die Adresse: Mercedes Werkstätte Wiedner Hauptstraße 52, 1040 Wien. Reservierungen unter taubenkobel.com oder via eMail an [email protected].

Paul Haider

Über Paul Haider

Seit 2021 im Chronik-Ressort des KURIER. Der Nordburgenländer wurde im Lokaljournalismus sozialisiert und war sieben Jahre lang bei einer regionalen Wochenzeitung tätig. Schreibt über: eh alles. Wiederkehrende Themen sind die pannonische Flora, Fauna und die Leute dazwischen. Ist immer an den Fragen interessiert, die man sich so noch nicht gestellt hat. [email protected] 0664 60700 51220

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