Max Stiegl

Haubenkoch Max Stiegl zieht sich aus zwei Restaurants zurück

Überraschung in der Gourmetszene: Das "Stanko + Tito" in Wien wird geschlossen, am Knappenhof übernimmt Harald Brunner.

Die Aufregung war groß, als es im Mai 2022 zum überraschenden Wechsel am Herd des Lokals am Wiener Spittelberg kam: Haubenkoch Harald Brunner verließ plötzlich das Restaurant, in dem er drei Hauben erkochte, Max Stiegl übernahm zusammen mit Hotelière Helena Ramsbacher, das Lokal wurde umgetauft in "Stanko + Tito", während Brunner auf die Suche nach einem neuen Herd ging.

Nun, ein Jahr später, der nächste Paukenschlag: Das "Stanko + Tito" wird per Ende April geschlossen, Max Stiegl zieht sich darüber hinaus auch aus dem Knappenhof im niederösterreichischen Raxgebiet zurück - diesen hatte er erst vor rund zwei Jahren begonnen kulinarisch zu bespielen, auch hier arbeitete er mit Helena Ramsbacher zusammen. Doch der Überraschungen nicht genug: Harald Brunner, der von heute auf morgen den Spittelberg verließ, geht nun am Knappenhof an den Herd. Max Stiegl will sich nun ausschließlich um sein Herzstück, das "Gut Purbach" im Burgenland konzentrieren.

Alle Hintergründe & neues Konzept

"Ich kann nicht mit einem Hintern auf zehn Kirtagen tanzen", sagt Stiegl. "Das Gut Purbach gehört mir, ich kann es nicht so stark vernachlässigen." Er habe in seinem Herzstück zuletzt die geringste Zeit verbracht, das müsse er ändern. In einem Video auf Social Media führt er weiter aus: "Nach einem sehr emotionalen Erlebnis der letzten Tage habe ich beschlossen, viele Projekte auf Eis zu legen." Den geplanten Heurigen auf Gut Purbach werde er heuer nicht eröffnen, sondern nächstes Jahr. Stattdessen wolle er voll und ganz in seinem Stammhaus sein. Ab Oktober werde er aber seine Private Dinings in Wien fortsetzen. Stiegl: "Es sind keine gesundheitlichen Gründe, sondern es ist eine rein persönliche Entscheidung. Ein Sprichwort sagt: ,Wer zwei Hasen jagt, bekommt keinen.'."

Max Stiegl will sich künftig auf sein Stammhaus "Gut Purbach" konzentrieren.

©Gut Purbach

Neues Konzept am Knappenhof

Doch nicht nur der Koch wechselt, auch die Küchenlinie wird sich wieder verändern. Ab etwa Ende Mai will Harald Brunner eine "Schmuck-Juwel-Wirtshausküche" auftischen. "Regionales, aber auch moderne Gasthauskulinarik", verrät Brunner auf Nachfrage. Es werde auch seine Signature Dishes wie die berühmten Grammelknödel oder die "Brunner Ente" geben. 

Brunner hat sich seit dem Ende des Lokals am Spittelberg nach einem neuen Herd umgesehen, einem Lokal, in dem er Koch aber auch Wirt sein kann. Einige Adressen wären passend gewesen, doch bei keiner hätte alles zusammengepasst. Nun also, der Knappenhof, der auch Sonntags geöffnet haben soll.

Knappenhof

Max Stiegl und Helena Ramsbacher im Knappenhof, der ab Ende Mai von Harald Brunner kulinarisch bespielt wird.

©Kurier / Jeff Mangione

"Ich schätze Max Stiegl als Mensch und Koch", sagt dazu Helena Ramsbacher und betont, dass man "in aller Freundschaft eine gute Lösung gefunden" habe. Derzeit wird am Knappenhof weiter umgebaut, es entsteht ein neuer Wintergarten im Stil der Jahrhundertwende und eine kleine Kirche für etwa 50 Personen, in der man Hochzeiten oder Taufen feiern könne. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, Ramsbacher schätzt Ende Mai, werde auch das neue Restaurant unter Brunners Leitung aufsperren. 

Freizeit im Park Harald Brunner

Harald Brunner, hier bei der Kurier-freizeit-Tafelnacht im Palais Auersperg, kocht demnächst am Knappenhof.

©Kurier / Gilbert Novy

Keine Zukunft für Spittelberg-Lokal

Und das "Stanko + Tito"? Das wird per Ende April geschlossen. "Die Gründe dafür sind vielfältig", sagt Ramsbacher. Der gewichtigste Grund sei aber die Mitarbeitersituation gewesen, es sei sehr schwierig, in Wien gutes Personal zu finden. Daher will sie in Wien von gastronomischen Projekten künftig eher Abstand nehmen. "Der Knappenhof ist mein Herzensprojekt, ich freue mich mit Harald Brunner einen Top-Koch gefunden zu haben, und alle die ihn kennen, wissen wie gut es schmeckt, was er kocht."

Marlene Auer

Über Marlene Auer

Chefredakteurin KURIER-freizeit. War zuvor Chefredakteurin bei Falstaff und Horizont Österreich, werkte auch als Journalistin im Bereich Chronik und Innenpolitik bei Tages- und Wochenzeitungen. Studierte Qualitätsjournalismus. Liebt Medien, Nachrichten und die schönen Dinge des Lebens.

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