Heißes Eisen: Ode an die Gusseisen-Pfanne

Kaum ein Küchenutensil polarisiert so wie die Gusseiserne. Hier sind vier gute Gründe, warum wir das schwere Gerät lieben.

Wahrscheinlich waren es die Antihaft-Beschichtungen, die der Gusseisenpfanne beinahe den Garaus machten. Doch es gibt gute Gründe, weiterhin auf das schwere Eisen zu setzen.

Gusseisen: Back to basics

Wer eine Gusseiserne in die Hand nimmt, spürt sofort das Archaische daran: Nur ich, das Fleisch und das Feuer. Wahrscheinlich macht sie das bei Männern so beliebt. Eine gusseiserne Pfanne ist nämlich so gut wie unzerstörbar. Selbst ein verrostetes Exemplar ist nach ein paar einfachen Handgriffen so gut wie neu: Mit einem Stahlschwamm den Rost entfernen, mit einer dünnen Schicht Pflanzenöl einreiben und eine Stunde bei höchster Stufe in den Backofen stellen – et voilá – das Teil glänzt wie am ersten Tag.

Wer eine Gusseiserne in die Hand nimmt, spürt sofort das Archaische daran: Nur ich, das Fleisch und das Feuer.

Vielseitiger Freund

Die Gusseiserne ich äußerst vielseitig: Sie eignet sich zum braten, backen und grillen. Bevor sie ins Backrohr kommt, sollte man sie jedenfalls am Herd gut vorheizen, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu garantieren. Außerdem braucht man das Geschirr zwischendurch nicht zu wechseln: Röstaromen entstehen auf dem Herd bei großer Hitze, danach wandert die Pfanne samt Inhalt ins Backrohr. Besonders bei gratinierten Gerichten ist das extrem praktisch. 

Keine Scheu: Gemüse kann man wunderbar in der Gusseisernen zubereiten, wenn man ein paar einfache Pflegeschritte beachtet. 

©Getty Images/iStockphoto/jenifoto/iStockphoto

Gemüse? Kein Problem

Es gibt den Irrglauben, dass man vegetarische Gerichte (vor allem mit Tomatensauce) nicht in der Gusseisernen machen soll, da die Säure die Oberfläche zu stark angreift. Diesem Problem kann man gut vorbeugen, indem man die Pfanne nach jeder Verwendung kurz mit Öl imprägniert. Hipster-Köche verwenden dieser Tage Leinsamenöl, aber einfaches Maiskeimöl tuts auch: Pfanne nach dem Abwasch kurz auf den Herd stellen bis das Wasser verdampft ist, mit Öl einreiben (Griff nicht vergessen), das Öl kurz zum Rauchen bringen und abkühlen lassen. Das Ergebnis: Eine glänzende Oberfläche, die nicht klebt.

Steak-Holder

Ein saftiges Rib-Eye-Steak in einer beschichteten Pfanne zu machen, gilt unter Gläubigen des Gusseisen-Kults als Sünde. Warum? Weil man mit Teflon & Co. nie so eine perfekte Balance aus knuspriger Oberfläche und butterweichem Kern zusammenbringt. Die Gusseiserne spricht förmlich zu einem, man muss nur zuhören: Das rohe Steak legt sich an und wird genau zum richtigen Garpunkt von der Oberfläche freigegeben. So weiß man ohne Stoppuhr oder Thermometer, wann das Fleisch gewendet werden muss. Ja, manchmal kann es so einfach sein.

Sandra Keplinger

Über Sandra Keplinger

Seit Sommer 2021 im KURIER Medienhaus, zuerst als Digital Producer für die Freizeit, jetzt im Audience Development tätig. Sie arbeitete als Foto- und Modechefin beim WIENER, schrieb über das Mode-Business in der DIVA und war CvD bei Falstaff.

Kommentare