Gastro-Konzept für Wiens ersten Food-Court „Gleisgarten“ steht

Meidling: Burger, Bier und „Zauber-Pulver“ in der ehemaligen Remise der Badener Bahn.

Man braucht noch eine ordentliche Portion Vorstellungskraft, um sich auszumalen, wie es in den Gemäuern der alten Remise bald aussehen soll. Noch stehen Bagger herum, Gitter werden verlegt, Bodenplatte und Fußbodenheizung fehlen noch.

Aber eine Mauer gibt schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft: Sie begrenzt das Podest, auf dem die Gäste hier noch vor dem Sommer sitzen sollen.

Noch ist die Remise eine Baustelle

©Kurier/Franz Gruber

Hier, in der ehemaligen Remise der Badener Bahn in der Eichenstraße im 12. Bezirk, entsteht - wie der KURIER bereits berichtete - Wiens erster Food-Court, der Gleisgarten. Eine Indoor-Markthalle, in der künftig gegessen, getrunken und eingekauft werden kann.

Neun verschiedene Gastro-Konzepte schwebten Initiator und Geschäftsführer Martin Rohrbach für seinen Food-Court vor. Essen aus aller Welt, dazu zwei Bars, eine Schnaps-Brennerei und eine Bier-Brauerei.

So soll der Gleisgarten in der Remise noch vor dem Sommer ausschauen

©© WooW Studio

Um die Bars und den Schnaps wird sich Rohrbach selbst kümmern, das war von Anfang an klar. Im November vorigen Jahres wurden mit Felix Bollen und Anton Borkmann die Betreiber der hauseigenen Brauerei Vienna Craft bekannt gegeben. Aber womit der Gleisgarten essenstechnisch aufwarten wird, das war damals noch nicht klar.

Das ist jetzt anders.

Gegrilltes und Gyozas

Thomas Stiegner, Betreiber der veganen Gastro-Kette Veggiezz, wird dort Wraps und Bowls zubereiten (süß und pikant).

Außerdem soll dort das „Zauber-Pulver“ verkauft werden, das Stiegner gemeinsam mit der jungen österreichischen Haubenköchin Viktoria Fahringer kreiert hat: ein Mehl, mit dem vegane Pancakes, Wraps oder Burger-Weckerl besonders einfach (nur mit Wasser, ohne Milch und Eier) zubereitet werden können.

Der Gleisgarten

Wolfgang-Quartier
Zwischen Eichenstraße, Wolfganggasse, Marx-Meidlinger-Straße und Gaudenzdorfer Gürtel entsteht derzeit ein neues Grätzel, das Wolfgang-Quartier mit 850 neuen, geförderten Wohnungen 

Alte Remise
109 Jahre lang fuhren in der alten Remise der Badener Bahn in Meidling Züge  ein und aus.  Bis zum Sommer entsteht auf dem 1.500 Quadratmeter großen Areal der Gleisgarten, Wiens erster Food-Court mit Platz für 750 Gäste drinnen und 350 draußen 

9 Gastrokonzepte
Im Gleisgarten wird künftig groß aufgekocht. Die verschiedenen Gastro-Konzepte umfassen asiatische Küche, amerikanisches Barbecue, vegane Wraps, Pizza, Pasta, zwei Bars sowie eine Bier-Brauerei und Schnaps-Brennerei  

Klaus Piber wird mit seinem BBQ-Restaurant Trixie Kiddo’s New Smoked BBQ in den Gleisgarten ziehen. Erfahrung mit dem Smoken (auch von Fisch und Gemüse) hat Piber in Kansas City (USA) gemacht. In der „Hochburg des Barbecues“, wie Piber sie nennt, betreibt er seit zehn Jahren ein Lokal.

Im Gleisgarten wird Piber nur mit weißem Rauch smoken. Das heißt, die Hitze kommt vom Gas, für den Geschmack wird das Holz erst relativ spät zum Grillgut gelegt. So entsteht kein gesundheitsschädlicher Ruß. Gesmoked wird ausschließlich österreichisches Fleisch und keines aus Massentierhaltung.

Männerrunde: Initiator Rohrbach (2. v. li.) mit Stiegner, Borkmann und Piber (v. li.) 

©Kurier/Franz Gruber

Pizza und Pasta kommen von der Pizzeria Buffalino aus Währing. Im Gleisgarten wollen die Betreiber auch ihren selbst produzierten Mozzarella, Burrata und Ricotta verkaufen.

Das Asiatische steuert Papa Duck bei, und zwar in Form einer Fusion zwischen japanischen Teigtaschen (Gyozas) und österreichischen Knödeln. So kommt es, dass die Gyozas etwa mit Bachforelle oder Waldviertler Grammeln gefüllt werden sollen.

Fünf (Gastronomen) und zwei (Bars) macht sieben, heißt: es fehlen noch zwei Betreiber für die geplanten neun Gastro-Konzepte: ein österreichisches wird noch gesucht, den zweiten freien Platz will Initiator Rohrbach als Pop-up an junge Gastronominnen und Gastronomen vermieten.

Julia Schrenk

Über Julia Schrenk

Waldviertlerin in Wien. Seit April 2011 in der KURIER Chronik. Immer interessiert an spannenden Geschichten aus und über Wien.

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