Tour de France als Anregung: Radeln wie die Profis

Ein E-Bike muss nicht sein: Mit bezahlbaren Wettkampfrädern stiehlt man auf der Straße selbst Sportwagen die Show.

Kaum hat es sich durchgesetzt, ist es auch schon in Verruf geraten: das E-Bike. Groß, um die 25 Kilogramm schwer und relativ behäbig, macht es sich mittlerweile von Fahrradwegen bis zu alpinen Pfaden so breit, dass schon wieder Rufe nach der reinen Lehre laut werden. Ein Rennrad muss her!

Der Zeitpunkt für dieses Comeback ist gut gewählt. Mit den letzten Etappen der Tour de France - Finale am Samstag in Paris - und der am Sonntag ebenfalls in Paris startenden Tour de France Femmes hat für Hobbyradler das Jahr seinen Höhepunkt erreicht. 

Gründe für ein Rennrad

Wer noch Argumente für einen Umstieg auf umweltfreundliche Muskelkraft sucht: Die Internationale Plattform für eine neue Outdoor-Bewegung (ISPO) hat vor Kurzem zehn Argumente für ein Rennrad publik gemacht. Der triftigste Grund betrifft die Geschwindigkeit. "Einer der Hauptgründe für den Kauf eines Rennrads", so die ISPO, "sind wohl die hohen Geschwindigkeiten, die sich auf dem schmalen Drahtesel erreichen lassen. Mit seinen schmalen Reifen und einem Gewicht von sieben bis maximal zehn Kilogramm sind auf gerader Strecke Spitzen bis zu 60 km/h möglich."

Grund Nr. 2: Gesundheit & Fitness. Neben dem hohen Spaßfaktor, führt die Plattform an, ist das Rennradfahren bestens geeignet, um das Herz-Kreislaufsystem in Schwung zu halten. "Der große Vorteil: Wer mit dem Bike unterwegs ist, konzentriert sich voll aufs Fahren. Dass man nebenbei noch seine Fitness trainiert, ist ein willkommener Nebeneffekt."  

KTM Revelator

©KTM

Profi-Renner für Amateure

Die Juli-Ausgabe von Tour, Europas Rennrad-Magazin Nr.1, hat in seiner aktuellen Ausgabe Rennräder, wie sie die Profis fahren, ihren bezahlbaren Geschwistermodellen gegenübergestellt.

Nicht dabei ist leider das KTM Revelator (siehe oben), das beim Team B&B Hotel im Einsatz ist. Die leistbare Version mit einem Kampfgewicht von knapp 8 kg gibt es beim KTM-Händler des Vertrauens um 5.000 Euro. Die Profiversion kommt auf gut den doppelten Betrag.  

Zurück zum "Tour"-Vergleich: Ein 6,6 kg leichtes Giant TCR Advanced SL (Preis:11.699 Euro), wie es Profis vom Team BikeExchange bei der Tour der France gerne hätten - das UCI-Gewichtslimit liegt bei 6,8 kg -, ist natürlich eine Klasse für sich. Aber die Sparversion Giant TCR Advanced 1 mit 8,3 kg "ist sogar leichter als manch teurere Konkurrenten" und schneidet mit einem Preis von 2.899 Euro als günstigstes Rennrad bei diesem Vergleich ab.

Oder das aus der Nähe von Triest stammende Wilier, das beim Astana-Team im Einsatz ist. Das getestete Modell Zero SL (8,1 kg) kommt auf 5.400 Euro, die 6.7 kg leichte Profi-Version auf 11.300 Euro.    

Wilier

©Wilier

In Wien wird die Marke Wilier unter anderem von Bernhard Kohl, Road Relations in der Margaretenstraße und der Veletage in der Praterstraße geführt. 

Veletage, der Salon für Radkultur, hat dabei auch das passende Angebot für Amateure, das Renngerät auch adäquat auszuführen. Jene, die nach Wochen der Tour de France-Show nach einer ebenbürtigen Tour suchen, können sich jetzt schon für den Event Velo Vertical Vienne 2022 am 25. September anmelden.     

Die Idee: Vom Kallusweg über die Eiserne Hand zum Wolfersberg, die schönsten Anstiege Wiens werden an einem Tag absolviert. Nur bergauf zählt! (alle Infos bei Veletage).

Shops für Radprofis

Veletage

Wien 2, Praterstraße 13 
veletage.com

Road Relations

Wien 5, Margarethenstr.59 
roadrelations.at

Bernhard Kohl

Wien 23, Triesterstar 282
bernhardkohl.at

KTM-Bikes

ktm-bikes.at

Bernhard Praschl

Über Bernhard Praschl

Bernhard Praschl, geboren 1961 in Linz. Als Stahlstadtkind aufgewachsen zwischen Stadtwerkstatt und Brucknerhaus. Studium der Politikwissenschaft und Publizistik an der Uni Wien. Zivildienst im WUK; 1989-1992 in der Die Presse, seit 1992 Redakteur im KURIER, seit 1995 in der FREIZEIT. "Seinfeld"-Fan der fast 1. Stunde und froh, dass Netflix im Oktober 2021 auch draufgekommen ist, diesen von 1989 bis 1998 entstandenen Kulturschatz ins Programm aufzunehmen. Nach frühen Interrailreisen durch Europa (Portugal bis Irland) und Autofahrten entlang der California State Route und dem Overseas Highway nach Key West jetzt wieder Bahnfahrer - und E-Biker.

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