Kultur-Tipps für den Lockdown: Was Bühnen und Museen im Stream bieten

Marco Weise

von Marco Weise

Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen; Ein Auszug aus dem Angebot.

Wieder Lockdown. Und wieder kassiert die Kultur die Rechnung. Die Reaktionen auf den vierten und hoffentlich auch letzten Teil der Corona-Saga sind in den vergangenen Tagen den Umständen entsprechend trüb ausgefallen. Zusammengefasst kann man sagen: Der Frustration ist längst Resignation gewichen. Dennoch versuchen wieder viele Künstler und Kultureinrichtungen das Beste aus der bescheidenen Lage zu machen – es wird also wieder improvisiert, neu konzipiert und umgebaut, um das Publikum mit Kunst und Kultur notversorgen zu können. Hier eine Auswahl des Angebots.

Das für heute, Donnerstag, geplante Konzert der Wiener Symphoniker im Kunsthistorischen Museum wurde zwar abgesagt, aber die Führung „Wenn Künstler reisen“ wird stattfinden. Online natürlich. Ab 18 Uhr kann man via Zoom oder KHM-Facebook-Kanal durchs Museum streifen. Mehr Infos unter khm.at

Das Mumok hat ebenfalls Online-Führungen im Angebot. Am 27. November lädt das Museum etwa in den Sammlungsbereich „(Anti)Pop“, in dem die westliche Konsumwelt hinterfragt wird. Die fertig aufgebaute, aber lockdownbedingt nicht eröffnete Ausstellung des deutschen Fotografen Wolfgang Tillmans wird am 9. und 12. 12. online besuchbar sein. Infos& Anmeldung unter mumok.at

Wiederholung

Das renommierte Wiener Singer-Songwriter-Festival Blue Bird hätte dieses Jahr endlich wieder live und vor Publikum im Porgy&Bess stattfinden sollen. Aufgrund der neuerlichen Absage wiederholt man nun das Programm aus dem Vorjahr: Heute, Donnerstag, kann man sich etwa die wunderschönen Songs der Musikerin OSKA nach Hause streamen. Freitags folgt Ian Fischer und samstags kann man mit Garish Trübsal blasen. porgy.at

Die Premiere von Georg Büchners „Lenz“ in der Inszenierung von Jürgen Sarkiss wird am Sonntag (18 Uhr) als Livestream über den YouTube-Kanal des Vorarlberger Landestheaters über die Bühne gehen. landestheater.org 

Opern-Trostpflaster

Die Wiener Staatsoper bietet den Opernfans als Trostpflaster wieder ein kostenloses Streamingservice. Den Auftakt macht Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ (Vorstellung vom 24. Jänner 2016). Die Inszenierung der Tetralogie von Sven-Eric Bechtolf wird unter play.wiener-staatsoper.at übertragen. Leichtere Kost folgt dann am Freitag, wenn Otto Schenks Deutung von Gaetano Donizettis „L'elisir d'amore“ mit Valentina Naforniţă und Erwin Schrott gestreamt wird. Samstags gibt es Ballett: „Don Quixote“ (Musik: Ludwig Minkus; arrangiert von John Lanchbery) aus dem Jahr 2016. Sonntags wieder Oper: Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ (Vorstellung vom 12. September 2014). Über den digitalen Spielplan der weiteren Lockdown-Tage will man dann wöchentlich informieren. Ein Höhepunkt steht aber bereits fest, nämlich die Neuinszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ durch Barrie Kosky. Sie wird am 5. Dezember ab 20.15 im Rahmen einer Fernsehpremiere auf ORFIII zu sehen sein.

Anna-Festspiele

Opern-Liebhaber sollten sich auch gleich den 7. Dezember rot im Kalender anstreichen. Denn während wir hierzulande nur von analogen Live-Erlebnissen träumen können, feiert man in Mailand die gewohnt pompöse Saisoneröffnung der Scala mit der Premiere von Verdis „Macbeth“. Unter der Regie von Davide Livermore ist Anna Netrebko als Lady Macbeth an der Seite des mörderischen Gatten in Person von Luca Salsi zu erleben. Übertragen wird das Schauspiel live auf Arte (20.15). Noch mehr Netrebko gibt es u.a. in einem neuen Musikfilm. Er heißt „Anna – Stage of Emotions“ und steht ab Freitag am Streamingportal von Deutsche Grammophon zum Abruf bereit.

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