Gesellschaft

Das neue Bowie-Buch zeigt eines: Ikonische Images

Brigitte Schokarth

von Brigitte Schokarth

Der Fotoband zeigt David Bowies Karriere aus der Sicht von 25 der besten Fotografen.

Im Vorwort von „David Bowie Foto“ erinnert sich George Underwood, der beste Freund des Musikgenies, daran, wie sich beide 1956 kennenlernten: „Schon damals war David immer wie aus dem Ei gepellt“, schreibt Underwood. „Für David war klar: Ganz egal, was er tat – er wollte gut dabei aussehen. Das hat er ohne Frage geschafft.“

Hunderte dieser Momente, die in der beispiellosen Karriere des als David Robert Jones in London geborenen Musikers folgen sollten, sind auf den 365 Seiten des großformatigen Bandes eingefangen. Denn von Beginn an wusste Bowie seine Alben, seine Charaktere und seine Shows optisch perfekt in Szene zu setzen und damit dem Ausdruck seiner fast immer innovativen Musik noch mehr Kraft zu verleihen.

Aus der Sicht von 25 Fotografen, denen jeweils ein Kapitel gewidmet ist, gibt „David Bowie Foto“ Einblicke in alle Phasen der Ausnahme-Karriere. Die Anfänge als jugendlicher Singer/Songwriter und die Arbeit mit dem Londoner Pantomime-Künstler Lindsay Kemp in den 60er-Jahren sind genauso dokumentiert, wie der Durchbruch mit dem Alterego Ziggy Stardust, mit dem sich Bowie am Look des japanischen Kabuki-Theaters orientierte.

Ikonisch

Es gibt Fotos aus der Zeit, als Bowie in Berlin lebte und dort mit Brian Eno die legendären Alben „Low“, „Heroes“ und „Lodger“ aufnahm, als er mit dem Album „Let’s Dance“ vom Kult-Künstler zum Mega-Star wurde und später mit der Band Tin Machine nach neuer musikalischer Inspiration suchte.

Die visuelle Dokumentation von Bowies Werdegang umfasst auch alle weiteren Alben bis zu der Zeit, als die 2016 verstorbene Rock-Ikone Ende der 90er-Jahre zu neuen kreativen Höhenflügen ansetzte – etwa das spektakuläre Foto, das Markus Klinko für das Cover des „Heathen“-Albums schoß.

Zu sehen sind aber nicht nur die ikonischen Bowie-Images der Platten-Cover und Werbekampagnen, deren Einfluss auf die Pop-Kultur auch heute noch evident ist. Es gibt auch viele nie zuvor veröffentlichte Fotos.

Privat

Die stammen nicht nur aus den Resten der professionellen Sessions, sondern zeigen auch einen privaten Bowie. Sie zeigen den Mann hinter dem Star, der backstage ein Buch liest, auf einer Russlandtour im Zug schläft, in Japan mit der U-Bahn fährt, sich in Mexiko die Ruinenstadt Teotihuacán ansieht, oder in seiner Wohnung in New York mit der eben geborenen Tochter Lexi auf der Fensterbank liegt.

Zusätzlich hat jeder Fotograf in einem Vorwort zu seinem Kapitel seine Erinnerungen an die Begegnung mit dem Star festgehalten. Was sie alle an Bowie am meisten begeistert hat, war sein Humor und die umgängliche Art.

Fernando Aceves schreibt: „Er hatte stets ein Lächeln auf den Lippen, war freundlich zu seinen Musikern. Ein unkomplizierter Mensch – ganz im Gegensatz zu anderen Rockstars wie Mick Jagger und Paul McCartney, die ich getroffen habe.“

Brigitte Schokarth

Über Brigitte Schokarth

Brigitte Schokarth kennt die Rock/Pop/Indie-Welt in allen Aspekten, pendelt für Konzerte zwischen Flex und Stadthalle, für Interviews zwischen Berlin, London und New York. Sie spricht genauso gern mit Robbie Williams und Pink wie mit Amanda Palmer und James Blake und spürt in den Clubs der Musikmetropolen Trends und Newcomer auf.

Kommentare