Grün-saftige Waldlandschaft
Nationalpark Hohe Tauern

Im Rauriser Urwald mit Ranger Ferdl

Vorbei an uralten Sturzfichten, Zirben und Wasserfällen geht es durch die saftig-grüne Waldlandschaft. Es ist märchenhaft. „Aber nur auf den ersten Blick“, raunt Ferdl der Gruppe entgegen.

Geduldig wartet der ehemalige Nationalpark-Ranger Ferdinand Rieder im Regen an der Mautstation Kolm Saigurn, am Rande des Rauriser Urwalds. Die Kapuze tief ins Gesicht geschnürt, ausgerüstet mit Wanderrucksack und festem Schuhwerk, steht er grinsend da und begrüßt die kleine Wandergruppe.

Ranger Ferdl teilt sein Wissen über Natur, Wildtiere und Klimaerwärmung

©Kristin Butz

„Der Dauerregen macht gar nichts, da nerven die Gelsen nicht und wir müssen etwas langsamer gehen.“ Ferdinand Rieder, kurz Ferdl, ist ein Urgestein des Nationalparks Hohe Tauern. Er war früher Bergführer, Skilehrer und arbeitete jahrelang als Ranger. Heute begleitet er nur noch gelegentlich Gruppen durch den Urwald und teilt dabei sein Wissen über Natur, Wildtiere und Klimaerwärmung.

Bewusst langsam und andächtig folgen die sechs Wanderer dem Ranger auf dem naturbelassenen Almweg. Vorbei an Jahrhunderte alten Sturzfichten, Zirben und Wasserfällen geht es bergauf durch die saftig-grüne Waldlandschaft. Es ist märchenhaft. „Aber nur auf den ersten Blick“, raunt Ferdl seiner Gruppe entgegen.

Alle drängen sich unter die Bäume, um etwas wettergeschützt zu stehen. „Die Fichte ist ein Flachwurzler und leidet sehr unter der Klimaerwärmung. Lerchen sind hitzeresistenter. Aber damit keine Monokultur entsteht, braucht es die Mischung im Wald“. Die abgestorbenen Bäume und Totholz bieten Lebensraum für den Specht, der die Borkenkäferlarven vertilgt.

Vorsichtig schreitet Ferdl weiter – und alle im Gänsemarsch hinterher. Durch den Regen ist der steile Weg sehr rutschig und jeder achtet auf Schritt und Tritt. Man verfällt in einen ruhigen, fast meditativen Gehrhythmus.

Die Aussenzone

©Kristin Butz

An einem Holzschild bleibt Ferdl stehen. Es markiert die Außenzone des Urwaldes. Sie wird von Bergbauern bewirtschaftet, hier gibt es artenreiche Almen, Wiesen und Wälder. In der geschützten Kernzone ist jeder Eingriff in die Natur untersagt.

Top 3

Das Carpe Solem Rauris
liegt im Nationalpark Hohe Tauern und hat einen 1.000 Quadratmeter großen Wellness- und Spabereich, carpesolem.at/rauris

Der Ammererhof
ist ein historischer Alpengasthof und Ausgangspunkt für kurze Wanderungen bis hin zu hochalpinen Touren, ammererhof.at

Das Raurisertal
ist dreißig Kilometer lang und die größte Gemeinde im Nationalpark Hohe Tauern. Markante Erhebung ist der Sonnblick (3.106 m), raurisertal.at

Mittlerweile trieft das nasse Gewand, klebt an der Haut, ein leichtes Halskratzen ist im Anmarsch. Aber zu erkunden gibt es noch viele Pflanzen am Wegesrand: Alpenampfer, Brunnenkresse, giftiger Weiß-Germer, Sumpfdotterblumen und Isländisches Moos, das gegen Verkühlungen hilft.
Dann taucht aus den tief hängenden Nebelwolken ein uriger Alpengasthof auf. Der Ammererhof wartet auf die hungrige, fröstelnde Gruppe – mit Suppe, Kräutertee und Zirbenschnaps, der wärmt und überdies wie ein antibakterielles Wundermittel gegen Schniefnasen wirkt.

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