Retro-Modestile von Wes Andersons aktuellen Film zum Nachshoppen

Florentina Welley

von Florentina Welley

Ob Kostüme oder Ausstattung: Vintage ist wieder angesagt! Eine nostalgische Anleitung zum Nachshoppen.

Warum die einzigartigen Retro-Modestile Wes Andersons gerade jetzt so gut ankommen? Vielleicht weil Anderson damit unseren Zeitgeist trifft. Pandemie und Klimakrise setzen nicht nur der Modewelt zu. Müde von diesen Themen, erholen wir uns alle offenbar gerne beim Eintauchen in Filme, deren Ästhetik Mode und Interior prägen und die süße Vergangenheit mit schrägem Humor kommentieren. Das lässt uns die Realität für einen Moment vergessen. Und weckt auch gleich Erinnerungen an Gwyneth Paltrow in ihrer Rolle als Margot in „Die Royal Tenenbaums“, mit einer Hermès Birkin Bag am Arm, Natalie Portman im gelben Bademantel auf dem Balkon des Hotel Chevalier oder Kara Hayward in ihrem lachsfarbenen Gingham-Kleid mit weißem Chelsea-Kragen. Sie alle lassen uns von der modischen Vergangenheit träumen. Und wer nimmt nicht gerne Anleihe an Signature-Looks von Schauspielerinnen wie Gwyneth Paltrow oder Tilda Swinton, die beide als Stilikonen gelten?

Wes Anderson geht es bei seinen Settings darum, bei den Zusehern angenehme Gefühle aus vergangenen Dekaden wachzurütteln. In seinem aktuell angelaufenen Film „The French Dispatch“ setzt er bei der Filmästhetik auf nur einen Farbton, der gleichzeitig darauf hinweist, dass hier inszeniert wird. Das macht die Wiedererkennbarkeit seiner Filme aus, genau wie Symmetrie, die besonders bei den Filmen „Moonrise Kingdom“ oder „Grand Budapest Hotel“ sichtbar wird. In „The French Dispatch“ trifft der exaltierte Modestil Tilda Swintons als JKL Berensen, die eine affektierte Kunstexpertin spielt, auf den von Lyna Khoudri, Andersons neuester Muse, die als Studentenrevoluzzerin auftritt. Wenn Swinton in ihrem orangefarbenen Kleid mit rotem auftoupiertem Haar à la 1970 vor einem rostroten Hintergrund steht, wirkt das fast so, als wäre es eine farbliche Inszenierung von Prada. Genau für dieses Label gestaltete Anderson im Mailänder Museum Fondazione Prada die Bar Luce, als Hommage an den italienischen Film von 1951, „Das Wunder von Mailand“.

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Florentina Welley

Über Florentina Welley

Mag. Florentina Welley ist seit 2006 bei der freizeit und schreibt über ihre Lieblingsthemen: Mode und Reise gemischt mit einer Prise Lifestyle im Zeitalter web 2.0 und Social Responsibilty. Sie kann und kennt so gut wie alles: Sie war beim Film, u.a. als Co-Produzentin für den österreichischen Spielfilm "Die toten Fische", in der Werbe- und Medienbranche für Konzepte, Texte und Modeproduktionen, machte Styling, Regieassistenz, Ausstattung und Kostümbild. Und war Modechefin bei WOMAN, ehe sie zur freizeit wechselte. Ach ja, und dann konzipierte die Journalistin Modeproduktionen für die freizeit und macht als Freelancer Kunst- und Design-Events und mehr. Ihre Themenschwerpunkte bei der freizeit sind Mode, Reise, Lifestyle, Design, Kunst.

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