Neue Augenbrauentrends: Eine Orientierungshilfe durch den Wildwuchs

Gezupft, gefärbt, gepudert: Hinter jeder Modeschlagzeile lauert ein vermeintlich neuer Augenbrauentrend.

Sie waren dünn, dick, geradlinig oder geschwungen, blieben naturbelassen oder wurden künstlich in Form gebracht. Und inzwischen am besten alles gleichzeitig. Die vergangenen zehn Jahre war das Augenbrauen-Diktat klar: Mehr ist mehr. Topmodel Cara Delevingne setzte mit ihrem Debüt auf dem Laufsteg von Burberry 2011 den Trend zu mehr Härchen – und mehr Natürlichkeit. Letzteres mit reichlich Interpretationsspielraum: Für die volle Augenbrauenpracht wurde tätowiert, gemalt, hin und her frisiert. Nach den dünn rasierten Strichen der 2000er war der Weg nicht immer einfach, doch das Ziel war klar.

In den sozialen Medien wurde der Trend verstärkt, Behandlungen, Produkte und Tipps für Delevingnes „Power Brows“ herumgereicht. Eigene Kosmetikstudios, sogenannte „Brow Bars“, öffneten ihre Pforten. Doch der Gegentrend ließ nicht lange auf sich warten.

Dünne, natürliche Brauen: Model Bella Hadid.

©APA/AFP/ANGELA WEISS

Brauendiät

Die Rückkehr der Skinny Brow wurde spätestens 2018, als Sängerin Rihanna mit zwei dünnen Strichen auf dem Cover der britischen Vogue zu sehen war, eingeläutet. Seitdem hält die Brauendiät langsam aber sicher Einzug. Perfekt für alle, die nach Jahren der Zupferei nie ganz an das Ideal der natürlich wuchernden Brauen herankamen. Schlecht für jene, die in Microblading oder Transplantationen investiert haben. Die gute Nachricht: So dünn gestylt wie damals werden die Brauen aktuell (noch) nicht. Modevorbilder wie Kylie Jenner und Bella Hadid zeigen aber: Wildwuchs ist nicht mehr ganz so angesagt. Die Bögen dürfen eine Nummer dünner ausfallen. Die Härchen bleiben ungefärbt und der Schwung dezent.

Model Taylor Hill dunkle, nach oben gekämmte Augenbrauen.

©EPA/CAROLINE BREHMAN

Auf der einen Seite ein Hang zur Natürlichkeit, auf der anderen Extravaganz. Im Zuge der Y2K-Welle (Ästhetik der 2000er) wird wieder vermehrt zu Eyeliner, Steinchen und Glitzer gegriffen – auch die Augenbrauen bleiben nicht verschont. Als Teil der Gesamtaufmachung werden sie passend zu Outfit und Anlass verziert (siehe links) und sind austauschbar wie früher nur die Lippenstiftfarbe.

Und mit dem Wiederaufleben der Nullerjahre erscheint noch ein weiterer Trend vermehrt auf der Bildfläche: Modevorbilder wie Kim Kardashian, Julia Fox oder Gigi Hadid (Foto) tragen „Bleached Eyebrows“, aufgehellte Augenbrauen, die entweder gefärbt, gebleicht oder überschminkt werden. Ein Look, der laut Hair- und Browstylistin Sophia Spatt bei kühlem, blondem Haar besonders toll aussieht, die feinen Härchen aber stark strapaziert: „Die feinen Augenbrauenhärchen zu blondieren ist immer mit Vorsicht zu genießen, aber für ab und an ist es ein cooler Look.“

Aufgemalt: Schauspielerin Barbie Ferreira.

©APA/AFP/ANGELA WEISS/ANGELA WEISS

Altbewährtes

Optionen gäbe es reichlich, bis sich Trends auch hierzulande durchgesetzt haben, wird es aber etwas dauern, erklärt Spatt. In ihrem Salon in Salzburg sind aktuell noch volle Augenbrauen Wunsch: „Die Kunden züchten diese beliebten, zarten Härchen krampfhaft.“

Zwei glitzernder Eyecatcher: Rapperin Cardi B.

©WireImage/Richard Bord/WireImage/Getty Images

Vorbilder sind Schauspielerin Lily Collins oder Model Doutzen Kroes. Für den Look greift man auf Permanent Make-up wie Microblading, „Powder Brows“ oder „Brow Lifting“ zurück, bei dem die Brauen nach oben hin fixiert werden. Spatt: „Ich liebe es, die Kundinnen lieben es. Es ist ein toller Wow-Effekt, hält vier bis sechs Wochen, aber auch nicht für die Ewigkeit – was gut ist.“ Denn der nächste Trend folgt bestimmt.

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Elisabeth Kröpfl

Über Elisabeth Kröpfl

Seit 2021 beim KURIER, Ressort Lebensart

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