Chanel-Tasche

Luxusmode wird drastisch teurer: Chanel & Co. wollen das neue Hermès werden

Ein Battle der Giganten: Warum Luxusmarken wie Chanel nun ihre Preise drastisch erhöhen und welche Vorwürfe in der Branche lauter werden.

Luxusmode wird teurer. Das allein scheint noch keine großen News zu sein, doch wirft man einen Blick auf die Zahlen, wird eine drastische Preiserhöhung bei Marken wie Chanel sichtbar. In der Modebranche werden nun Vorwürfe laut, dass beispielsweise Chanel sich am Markt neu positionieren möchte, um hochpreisigen Giganten wie Hermès nachzueifern. 

Luxuspreise im steilem Anstieg

Chanel, Hermès, Louis Vuitton - sie alle kommen in das neue Jahr mit erheblichen Preisanhebungen, die einen verursachen dadurch allerdings mehr Trubel als die anderen. Vor allem die Preisanpassungen der Luxusmarke Chanel sorgte in den letzten Tagen für Aufruhr. Und so kam es, dass Ende März nicht etwa die Veröffentlichung des hochkarätigen Kurzfilms über die Luxusmarke in aller Munde war, sondern eher die drastische Preiserhöhung um durchschnittlich ganze sechs Prozent. 

Die Begründung? Steigende Materialkosten und natürlich die Inflation. Übersetzt in Zahlen bedeutet das laut einer Auflistung der Modenachrichtenseite Boptalk: Die günstigsten Chanel-Taschen wurden um 250 Euro erhöht, eine "Classic Mini Square"-Tasche lag preislich im Jänner bei 4.500 Euro, nach der Preiserhöhung liegt sie bei 4.750 Euro. Eine der teuersten Taschen ist die "Classic Maxi Flap"-Tasche, die im Jänner bei 11.100 Euro angesiedelt war und nach der Preiserhöhung um 600 Euro bei 11.700 Euro liegt. Laut einer HSBC-Analyse wurde auf dem französischen Markt von 2019 bis November 2023 bei Chanel eine Preisanhebung von 81 Prozent verzeichnet. 

Ähnliches erkennt man laut BopTalk bei der Birkin-Bag von Hermès. In den USA zeichnet sich der diesjährige Preisanstieg als der größte seit ungefähr einem Jahrzehnt aus. Eines fällt allerdings auf: Mittlerweile nähern sich die Preise der Giganten Chanel und Hermès langsam an, alles ermöglicht durch die Aufholjagd von Chanel. Dieser Trend zeigt sich auch bei anderen Marken, wodurch in der Modebranche die Diskussion darüber laut geworden, ob die Preiserhöhungen vielleicht einen anderen Grund haben als Inflation und steigende Produktionskosten. 

Warum Luxusmarken sich mit steigenden Preisen neu positionieren

Der US-amerikanische Analyst Luca Solca gab 2023 gegenüber der New York Times eine Schätzung ab: Seiner Vermutung nach machen die oberen fünf Prozent der Luxuskunden mehr als 40 Prozent der Umsätze aus. Bisher wandten sich vor allem die Marken im oberen Preissegment mit einzigartigem, exklusiven Markenkonzept wie Hermès an ebendiese Zielgruppe. Doch die drastischen Preisanhebungen von Louis Vuitton, Prada und Chanel ließen viele darüber spekulieren, ob die Luxusmarken sich nicht vielleicht an neue Zielgruppen wagen möchten. Bisher bewegten sie sich zwar im Luxuspreissegment, allerdings in einem für einen großen auftretenden Teil der Bevölkerung leistbarem Segment. Durch die neue Preisklasse laufen die Marken Gefahr, ihre bisherigen treuen Kunden zu verlieren. 

Wie Chanel auf den Vorwurf reagiert, dass sie die Preise erhöhten, um sich neu am Markt zu positionieren? Mit entrüsteter Zurückweisung. "Wir versuchen nicht, die Teuersten zu sein. Wir versuchen, das beste Know-how zu schützen“, sagt Bruno Pavlovsky, Präsident von Chanel Fashion und Chanel SAS, gegenüber Vogue Business

Kommentare