London Fashion Week: Wie Designer auf den Tod der Queen reagierten

Gestern ging die Modewoche zu Ende. Zu sehen gab es viel Schwarz und andere Trauerbekundungen.

Das Timing war denkbar schlecht: Minutiös und von langer Hand war der Ablauf der Londoner Fashion Week geplant - dann starb, eine Woche vor Beginn, Queen Elizabeth II und das Land verfiel in einen kollektiven Trauermodus.

Der britische Modeverband war unschlüssig, wie man mit der Situation umgehen sollte. Große Namen wie Burberry und Raf Simons sagten ihre Schauen schließlich ab, auch Partys und Empfänge wurden gecancelt. Andere Designer zollten der toten Königin auf ihre Weise Tribut und passten ihre Entwürfe an die Situation an.

Brennende Kerzen bei S.S. Daley

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So wurde etwa bei David Koma vor Beginn des Defilees eine Schweigeminute abgehalten. Bei S.S. Daley hielten die Models brennende, weiße Kerzen in den Händen und trugen schwarze Traueranzüge.

Schwarz war auch das Motto bei Erdem (ein Label, das von Prinzessin Kate gerne getragen wird) sowie bei Richard Quinn, Preisträger des "Queen Elizabeth II Award für britisches Design". Beide Shows standen ganz im Zeichen der Trauer, die Models trugen transparente Schleier, royal angehauchte Hüte und (Samt-)Kostüme, wie man sie einen Tag später dann auch beim Begräbnis in der Westminster Abbey zu sehen bekam.

Die Erdem-Models trugen schwarze Schleier

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An die verstorbene Königin erinnerte bei Michael Halpern ein eisblauer Umhang mit geknotetem Kopftuch.

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Plakativer ging es bei Jonathan Anderson zu. Der Designer beendete seine Schau mit einem schwarzen T-Shirt, auf dem die Worte "Her Majesty The Queen“ sowie ihr Geburts- und Sterbedatum und ein Dankeschön gedruckt waren.

Ein T-Shirt als Traueranzeige: Jonathan Anderson

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Etwas ganz Besonderes hatte sich die Designerin Nensi Dojaka überlegt: Beim Finale ihrer Show liefen die Models in transparenten Kleidern und mit kleinen Maiglöckchen-Sträußen über den Catwalk - es waren die Lieblingsblumen der Königin gewesen.

Maiglöckchen, wie die Queen sie mochte

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Queen Elizabeth II war in den 70 Jahren ihrer Regentschaft nicht nur eine beliebte Königin, sondern auch eine Stilikone gewesen. Und so waren sich am Ende alle einig: Eine vollständige Absage der Fashion Week wäre wohl nicht in ihrem Sinne gewesen.

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