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Glanzstücke

Der Verlobungsring von Swift zeigt den Trendwechsel bei Schmuck

Statt Karat und Marke gewinnt bei Verlobungsringen Einzigartigkeit an Bedeutung. Auch Modeschmuck wird bunter, größer und persönlicher.

Sie gibt nicht nur musikalisch den Ton an, sondern auch stilistisch. Goldkehlchen Taylor Swift hat einen Antrag von Footballstar Travis Kelce erhalten – inklusive eines auffälligen Verlobungsrings im Vintage-Stil, der um die Welt geht. Ein länglicher Diamant mit seltenem Old Mine Schliff soll es sein. Einer der ersten von Hand gefertigten Schliffe, der einen Namen erhalten hat und im 18. und 19. Jahrhundert gängig war.

„Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es sich um einen neuen Ring und Schliff handelt, der Vintage nur nachempfunden ist.“ Der Stein sei zu transparent und rein, die Diamanten von damals seien „viel gelblicher“, so der Wiener Juwelen-Experte Felix Köck, der gemeinsam mit seiner Frau Nattaya auf individuelle Schmuckstücke spezialisiert ist und in Österreich als eine der exklusivsten Juwelieradressen (Von Köck, Wien 1010) gilt.

Richtungswechsel

Auf etwa 10 Karat und einen Wert zwischen 800.000 Euro und 1,2 Millionen Euro schätzt Köck Swifts neues Glanzstück, das Symbolkraft hat. Denn es markiert einen Richtungswechsel in der Schmuckwelt. Weg vom Tiffany-Solitär für alle, hin zu Unikaten und Juwelen mit Geschichte, die ein selbstbewusstes „Das bin ich“ präsentieren. „Schmuck wird immer mehr als Ausdruck des Charakters gesehen“, erklärt auch der Juwelier die Tendenzen.

Seine kurioseste Arbeit: „Ein Ring für eine angehende Verlobte, deren Lieblingstiere Wasserschweine sind. Wir haben eine Abbildung davon in die Fassung eingearbeitet. Es hält den Stein und umarmt den Finger.“ Jede Verlobung erhält nun also ihr eigenes Symbol – mal ein Stück aus den Zwanzigerjahren, mal ein witziger Exklusiv-Entwurf.

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Verlobungsring mit gelbem Diamant, Von Köck, 12.900 Euro

©Hersteller/vonkoeck
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Süßwasserperle mit Frosch von Bottega Veneta, 850 Euro

©Hersteller/BottegVeneta
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 Labradorit-Ring, Auree, 182 €

©Hersteller/auree
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Set von & Other Stories, 35 Euro

©Hersteller/otherstories
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Max Mara Ring, 365 Euro

©Hersteller/MaxMara

Farbig und klobig

Auch im Bereich des Modeschmucks geht es weg von den klassischen Varianten, hin zu klobigen Fassungen, organischen Formen, farbige Steine, die an alte Familienerbstücke erinnern – oder bewusst wie solche aussehen. Rubine neben Saphiren, Smaragde in eigenwilligen Schliffen, Diamanten kombiniert mit Citrin oder Aquamarin.

Farbige Diamanten bleiben das große Thema, dazu kommen nun auch farbige Edelsteine, die derzeit auch ganz stark bei Modeschmuck zu sehen sind.

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Klobige Creolen - von Hailey Bieber getragen - von Heaven Mayhem, 70€

©Hersteller/HeavenMayhem
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Schnecken-Ohrringe, Zara, 18€

©Hersteller/Zara
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Petrol mit Gold von Saint Laurent, 750€

©Hersteller/SaintLaurent

Armreifen sind zurück

Der Trend zur Größe bleibt ebenfalls nicht auf Verlobungsringe beschränkt. Auch Ohrringe und Halsketten dürfen üppig ausfallen. XL-Creolen, große Ohrhänger – sie setzen Akzente und wirken wie kleine Kunstwerke am Körper. Armreifen, lange Zeit ins Abseits geraten, feiern ein selbstbewusstes Comeback. Breite, glänzende Modelle erinnern an die Power-Accessoires der Achtziger, diesmal aber oft in verspielteren Variationen und mit Holz- oder Kunstharz-Elementen.

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Bernstein-Armreifen von Epifene, 90€

©Hersteller/revolve
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 Armreifen mit Kunstperle von Reiss, 95€

©Hersteller/Reiss
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Goldig verdreht, Breil, 79€

©Hersteller&Breil

Diese neue Maximalismus-Ästhetik macht auch neue Schmucklabels hip. So wie Heaven Mayhem, deren goldenen Retro-Creolen von Modevorbild Hailey Bieber ausgeführt wurden. Oder Auree, ein britisches Label, das Prinzessin Kate in Form einer Geburtsstein-Kette kürzlich trug. Ob bei Ringen, Ohrringen oder Armreifen: Schmuck wird wieder sichtbarer und persönlicher.

Taylor Swifts Ring ist dafür nur das prominenteste Beispiel – aber längst nicht das einzige. Der neue Schmuck will nicht nur glitzern und funkeln, er will auffallen und erzählen.

Christina Michlits

Über Christina Michlits

Hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nach Kennenlernen des Redaktionsalltags bei Profil und IQ Style, ging es unter anderem zu Volume und dem BKF. Seit 2010 bei KURIER für die Ressorts Lebensart und Freizeit tätig. Schwerpunkte: Mode, Design und Lifestyle-Trends.

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